Corona-Krisenstab

Test gewährt noch keinen Einkaufsbummel

Ein Negativ-Test bringt in Remscheid noch keine Einkaufsmöglichkeiten mit sich. Foto: Roland Keusch
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Ein Negativ-Test bringt in Remscheid noch keine Einkaufsmöglichkeiten mit sich.
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Krisenstab vertagt Entscheidung über Notbremse - Ordnungsdienst beklagt Fehlverhalten im Stadtpark.

Remscheid. Der Remscheider Corona-Krisenstab konnte sich am Montag nicht dazu durchringen, die sogenannte Notbremse zu lockern bzw. dies bei der Landesregierung zu beantragen. Wie berichtet, gilt somit wieder ein weitgehender Lockdown im Remscheider Einzelhandel. Zudem bleiben bis auf weiteres auch die Sportstätten geschlossen. „Es sei denn, es gibt wieder einen neuen Erlass des Landes. Das ist unwägbar“, berichtet Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann.

Mit einem Inzidenzwert von rund 210 registrierten Ansteckungsfällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche zählt Remscheid aktuell zu den Hotspots in Nordrhein-Westfalen. „Wir müssen dringend von diesem hohen Wert herunterkommen“, betont Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der erst am Wochenende über einen schweren Fall von Fehlverhalten informiert wurde. Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes rückten zum Stadtpark aus, wo sie „eine Ansammlung von 50 Leuten auf einem Haufen“ vorgefunden hätten. „Masken trugen sie nicht“, fügt der OB hinzu.

Ein Haushalt darf maximal eine Person treffen.

Jürgen Beckmann, Ordnungsamt

Dabei gelten nach wie vor strenge Kontaktbeschränkungen, wie Behördenchef Jürgen Beckmann anführt: „Ein Haushalt darf maximal eine Person treffen“, unterstreicht er. Eine Ausnahme tritt über die Osterfeiertage in Kraft: Vom 1. bis 5. April dürfen sich fünf Personen aus zwei Haushalten sehen. Dabei werden Kinder bis einschließlich 14 Jahren nicht mitgezählt.

Als diffus bezeichnet Sozialdezernent Thomas Neuhaus (Bündnis 90/Die Grünen) die unterschiedlichen Corona-Schutzmaßnahmen, die in den Bundesländern und in den einzelnen NRW-Kommunen umgesetzt werden. „Es ist ein fürchterliches Herumgeeiere nach der letzten verkorksten Ministerpräsidentenrunde“, beschreibt er die Lage. Für Remscheid gelte es abzuwägen, auf welche Weise so viel Freiheiten wie möglich zugelassen werden können. „Mit der Maßgabe, dass dies von unserem Gesundheitssystem verkraftet werden muss.“

Vor diesem Hintergrund gelte es auch, die Möglichkeiten von Teststrategien zu prüfen. Laut aktueller Verordnung vom Land Nordrhein-Westfalen können Städte und Landkreise auch mit einem Inzidenzwert von über 100 Fällen eine Ausnahme von der Notbremse beantragen. Dann gilt: Kunden, die einen aktuellen vom Testzentrum bescheinigten Negativ-Schnelltest vorweisen, dürfen zum Beispiel in einer Modeboutique nach Terminbuchung einkaufen gehen. Dies ist in Wuppertal und Solingen der Fall, in Remscheid bislang aber nicht.

Schnittblumen dürfen weiterhin verkauft werden

Hier gilt wieder weitgehend das, was vor dem 8. März Regelwerk war. „Supermärkte, Drogerien und Apotheken können öffnen. Auch Schnittblumen dürfen verkauft werden“, nennt Ordnungsamtschef Jürgen Beckmann einige Beispiele. Aber: Weite Teile des Handels sind für die Kunden tabu, ob sie nun einen Negativ-Test vorweisen können oder nicht.

Ob sich an dieser Regel etwas ändern könnte, will die Verwaltungsspitze zeitnah entscheiden. Schließlich könnte die Aussicht auf einen kleinen Einkaufsbummel zu einem Schnelltest motivieren. „Es ist aber vor allem entscheidend, dass wir mit dem Impfen vorankommen – bei den Unter-80-Jährigen und den Menschen mit schweren Vorerkrankungen“, betont Sozialdezernent Neuhaus. In den Pflegeeinrichtungen, wo die Impfungen bereits stattfanden, habe sich die Lage „deutlich entspannt“, sagt Neuhaus: „Wir müssen vor allem die schützen, bei denen es eher zu schweren Krankheitsverläufen kommen kann.“

Mutationen

Die britische Coronavariante nimmt im Infektionsgeschehen einen immer größeren Raum ein. Aktuell gibt es in Remscheid 325 bestätigte Fälle – bei insgesamt 410 Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind. Es bleibt bei einem Fall der südafrikanischen Variante. Die brasilianische Variante wurde bislang nicht in Remscheid nachgewiesen. In unserem Blog finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Remscheid.

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