Impfpflicht-Gegner ziehen durch die Innenstadt

Corona-Protest: Demonstranten haben sich für heute angemeldet

500 Menschen zogen am Donnerstagabend durch die Alte Bismarckstraße.
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500 Menschen zogen am Donnerstagabend durch die Alte Bismarckstraße.
  • Axel Richter
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Die Nachbarn der Martin-Luther-Straße, der Wilhelm-, Johanniter- und Kirchhofstraße sowie weiterer Straßenzüge in Remscheid müssen für den heutigen Donnerstag mit erneuten Corona-Protesten vor ihrer Haustür rechnen.

Remscheid. Wie die Polizei auf Nachfrage berichtet, hat eine Privatperson eine neuerliche Demonstration gegen die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz angemeldet. Wie in den Vorwochen wollen sich die Teilnehmer um 19 Uhr am Schützenplatz versammeln und danach durch die Innenstadt ziehen. Die Veranstaltung ist bis 22 Uhr angemeldet und soll wieder am Schützenplatz enden.

Nach dem jüngsten Erlass des Landes müssen die Demonstrierenden ab Donnerstag eine Maske tragen. Die Stadt kündigt an, dies auch zu kontrollieren.

Die aktuellen Corona-Regeln in Remscheid finden Sie hier.

Wie berichtet, waren am Donnerstag der vergangenen Woche annähernd 500 Demonstranten unter anderem auch durch die Alte Bismarckstraße gezogen. Die Protestler waren dort nicht willkommen. Der Verein „My Viertel“ distanzierte sich öffentlich von den Forderungen der Demonstranten: „Wir finden es furchtbar, dass dieser Zug durch unser kleines Viertel gezogen ist.“ -ric-

Artikel vom 8. Januar 2021

Verein „My Viertel“ wehrt sich gegen Corona-Protest

500 Demonstranten zogen am Donnerstag durch das beliebte Kneipenviertel. Jetzt bezieht der Verein „MyViertel“ Stellung zu dem „Spaziergang“.

Remscheid. Die Nachbarn der Alten Bismarckstraße wollen ihr Viertel nicht zur Bühne von Protesten gegen die Coronaschutzmaßnahmen werden lassen. Überraschend waren am Donnerstagabend annähernd 500 Demonstranten durch die Straße gezogen. Willkommen waren sie dort nicht. Im Gegenteil. „Wir wollen so etwas hier nicht haben“, sagt Marvin Schneider, Vorsitzender des Vereins „My Viertel“, der sich für ein schöneres Wohn- und Geschäftsquartier engagiert.

Der Protestzug war am 30. Dezember unter dem Motto „Freiheit - Für eine freie Impfentscheidung“ bei der Polizei angemeldet worden. Wie schon vor dem Jahreswechsel sammelten sich die Teilnehmer, die aus verschiedenen Städten nach Remscheid gekommen waren, auf dem Schützenplatz. Von dort zogen sie über die Martin-Luther-Straße in Richtung Innenstadt und über die Alte Bismarckstraße.

Marvin Schneider, der über der Saxo Bar wohnt, blickte aus dem Fenster. „Ich habe mich fürchterlich geärgert“, sagt er. Seine Mutmaßung: Die Demonstranten haben sich bewusst auf den Weg durch sein My Viertel begeben, um in der Kneipenszene Punkte zu sammeln. Schließlich sind die Gastronomen von den Coronamaßnahmen besonders betroffen. Erst recht, nachdem gestern die Regeln für die Unternehmen auf 2G plus verschärft wurden. Doch, sagt Schneider, Geschäftsführer der Remscheider Grünen und Mitarbeiter im Saxo: „Wir tragen das mit, wir beklagen uns nicht.“

Nach dem Aufmarsch wandte sich der Vorsitzende an seine Vereinsmitglieder im My Viertel. Danach stand fest: „Wir müssen Stellung beziehen, unser Viertel soll nicht zur Bühne für Querdenker und Schwurbler werden.“

In den Sozialen Netzwerken verbreitete der My-Viertel-Verein daraufhin folgende Erklärung: „Unser Verein, unser Viertel hat das Motto Liebe. Toleranz. Weltoffenheit. Wir arbeiten solidarisch und ehrenamtlich. Bei uns wird diskutiert und auch schon mal gestritten. Wir unterstützen einander und greifen uns unter die Arme. Wir tun all das, was die Menschen, die durch unser Quartier marschiert sind, nur vorgeben zu tun. Uns ist es wichtig, nicht zu pauschalisieren und jeden Teilnehmer oder jede Teilnehmerin über einen Kamm zu scheren. Aber den Leuten gute Absichten zu unterstellen, die mit ihren Kindern marschieren, die Parolen von sich geben, die man nicht wiederholen möchte. . . Das können wir nicht. Wir finden es furchtbar, dass dieser Zug durch unser kleines Viertel gezogen ist.“

Der Aufzug endete am Schützenplatz, wo er begonnen hatte. „Er verlief friedlich und auflagenkonform“, erklärt die Polizei auf RGA-Nachfrage. Die Nachbarn der Alten Bismarckstraße empfanden die dunkle Menschenmasse vor ihren Haus- und Kneipentüren hingegen als bedrohlich. Nach dem Schock vom Donnerstag denken sie nun über eine Gegendemonstration nach: „Für den Fall, dass diese Leute hier wieder aufmarschieren, werden wir sichtbar Stellung beziehen.“

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