Positiver Test

Grundschule Hasenberg: Kindern bleibt Quarantäne erspart

Der Eingang der Grundschule Hasenberg in Remscheid.
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Die Grundschule Hasenberg ist wegen Corona geschlossen und derzeit verwaist. (Archivbild).
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Nachdem ein Lehrer der Grundschule positiv auf das Coronavirus getestet wurde, ordnete die Stadt Remscheid Quarantäne für die Lehrer an.

Von Frank Michalczak und Andreas Weber

Remscheid. Die Stadtverwaltung arbeite mit Hochdruck daran, für die Kinder der Grundschule Hasenberg eine Notbetreuung zu organisieren. Dies erklärte am Montag der zuständige Dezernent Thomas Neuhaus auf RGA-Anfrage. Seit Freitag ist die Einrichtung geschossen, nachdem ein Mitglied des Lehrerkollegiums positiv auf Corona getestet wurde. Weil sich die Pädagogen in häusliche Quarantäne begeben müssen, findet weder der Unterricht noch die Freizeitbetreuung im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OGS) statt.

Träger der OGS in der Grundschule Hasenberg ist Die Verlässliche. Der Verein ist bemüht, in Zusammenarbeit mit Schulrätin Brigitte Dörpinghaus und der Stadt eine Lösung zu finden, die zumindest die Notbetreuung garantiert. Noch gebe es dafür aus dem Kreis der Eltern der 164 Schüler keine hohe Nachfrage. Dennis Dinow (Die Verlässliche) geht aber davon aus, dass dies nächste Woche schon anders aussehen könnte. Derzeit laufen die Gespräche, wie die Schließung bis zum 26. August abgefedert werden kann. Von den 13 OGS-Kräften am Hasenberg sind zwei nicht in Quarantäne und könnten für eine Notbetreuung eingesetzt werden. Darunter ist auch eine Fachkraft.

Remscheid: Hasenberg: Besorgte Eltern wandten sich an die Stadtverwaltung

Die Stadtverwaltung erreichten diverse Nachfragen besorgter Eltern. „Unter anderem wollten Mütter wissen, ob denn auch ihre Kinder in Quarantäne müssen. Sie müssen es nicht,“ berichtet Neuhaus. Die Regelungen gelte für Personen, die direkten Kontakt zum Infizierten hatten – ohne dass dabei die Abstands- und Hygieneauflagen beachten wurden. Im vorliegenden Fall gab es nach RGA-Informationen ein gemeinsames Grillen für das Kollegium, was der Dezernent aber nicht bestätigt.

Unabhängig davon sieht Thomas Neuhaus eine „beginnende Müdigkeit“, die Schutzvorgaben in der fortschreitenden Pandemie zu beachten: Abstand wahren und Maske tragen seien unabdingbar. „Zudem sollte man sich fragen, ob es wirklich nötig ist, jetzt einen runden Geburtstag mit einer Riesenparty zu feiern“, erklärt der Sozialdezernent.

Im Fall der Grundschule Hasenberg habe jedenfalls kein Weg daran vorbeigeführt, die Komplettschließung vorzunehmen. Ein einziges Mitglied des 13-köpfigen Kollegiums bleibe die Quarantäne erspart, weil es offenbar nicht an der „außerschulischen Veranstaltung“ teilgenommen hatte, wie es die Stadt in ihrer Pressemitteilung formulierte. Die übrigen Lehrer könnten „Distanzlernen“ anbieten, wie es Neuhaus formuliert. „Da geht es darum, alle Kanäle zu nutzen – unter anderem E-Mails und sonstige digitale Möglichkeiten.“ Es sei sehr bedauerlich, dass die Kinder wieder mit den Einschränkungen leben müssten. Angesichts der aktuellen Fallzahlen in Remscheid befürchtet Neuhaus, „dass wir noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt sind“.

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Unser Bericht vom 14.08.2020 Uhr: Corona: Grundschule Hasenberg für 14 Tage geschlossen

Von Andreas Weber

Remscheid. Nach der Albert-Einstein-Schule in Remscheid hat es nun die Grundschule Hasenberg erwischt. Blieb es an der AES bei einer Klasse, die aufgrund des positiven Corona-Befunds ihrer Lehrerin am Mittwoch nach Hause in Quarantäne geschickt wurde, ist es in Lennep die komplette Grundschule, die am Freitag geschlossen wurde.

Eine männliche Lehrkraft hatte sich im Rahmen der freiwilligen Tests für Lehrer zu Beginn des Schuljahres 2020/21 bei seinem Hausarzt auf Covid-19 untersuchen lassen. Er hatte keine entsprechenden Krankheitssymptome gezeigt, erhielt aber einen positiven Bescheid. Der Lehrer war bislang nicht im Unterricht involviert. Es hatte aber am vergangenen Dienstag eine außerschulische Veranstaltung gegeben mit allen Lehrkräften und OGS-Mitarbeitern. Nach RGA-Informationen handelte es sich um ein gemeinsames Grillen des Kollegiums.

Schuldezernent Thomas Neuhaus bestätigte dies nicht, in der Konsequenz aber hätte die Verwaltung keine andere Wahl gehabt, als das zwölfköpfige Kollegium um Schulleiter Erik Fuhrmann, sowie die OGS-Kräfte, Sonderpädagoginnen, Sozialpädagogin und Schulsozialarbeiterin in eine 14-tägige, häusliche Quarantäne zu schicken. Weil Präsenzunterricht ohne Pädagogen nicht möglich ist, werden die acht Klassen mit ihren 164 Schülern per Homeschooling vorerst weiter unterrichtet.

Bis einschließlich Mittwoch, 26. August, gilt diese Maßnahme. Sie betrifft auch den Offenen Ganztag. Die Erst- bis Viertklässler sind von der Quarantäne ausgenommen. „Ein Ansteckungsrisiko im Schulbetrieb für die Schüler hat es Dank Abstandsregeln und Maskenpflicht nicht gegeben“, teilt Stadtsprecherin Viola Juric mit. Dahinter steht auch die vom Land vorgegebene Regel, dass „Kontaktpersonen von Kontaktpersonen“ nicht in Quarantäne müssen.

Grundschule geschlossen – Frage der Notbetreuung ist noch nicht geklärt

Dreizehn der Betroffenen sind Remscheider, deshalb ist das örtliche Gesundheitsamt für sie zuständig. Ihnen und allen weiteren Personen wird zusätzlich empfohlen, sich gegen Ende der Isolation auf Covid-19 testen zu lassen.

Die Frage einer eventuellen Notbetreuung für Kinder von Eltern, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit ihren Nachwuchs nicht zu Hause hüten können, wird gerade vom Schulministerium NRW geprüft. Offensichtlich gibt es dazu noch keine klare Regelung. Für Thomas Neuhaus zeigt dieser zweite Fall im Schulbetrieb binnen von drei Tagen, wie wichtig es ist, auch in der Schule immer mit Maske und mit Abstand unterwegs zu sein.

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