Ausschuss

Corona fordert Feuerwehr und Ordnungsdienst

Der Ordnungsdienst kontrolliert Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Foto: Roland Keusch
+
Der Ordnungsdienst kontrolliert Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
    schließen

Dezernentin Barbara Reul-Nocke schilderte Ortspolitikern Belastung der Mitarbeiter.

Remscheid. Wie sehr die Feuerwehr und der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) unter der Mehrbelastung in Pandemie-Zeiten leiden, machte Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke (CDU) im Ausschuss für Bürgerservice und Ordnung deutlich. „Es ist fast unmöglich, was hier zu leisten ist“, stellte sie nach einer Anfrage der FDP am Mittwochabend heraus.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes verzeichnen laut Dezernentin bei ihren Kontrollen der Corona-Schutzmaßnahmen täglich an die 100 Einsätze, eine ähnliche Zahl verbuche die Polizei im Remscheider Stadtgebiet. Zwischen September 2020 und April 2021 habe der KOD 2353 Verfahren wegen unterschiedlicher Ordnungswidrigkeiten bei Corona-Schutzmaßnahmen gestartet, zählte Barbara Reul-Nocke auf. Dabei sei ein Strafgeld im Gesamtvolumen von 512 000 Euro zusammengekommen – jedenfalls rechnerisch. „Tatsächlich wurden aber nur rund 182 000 Euro an die Stadtkasse gezahlt“, erklärte die Dezernentin.

Neben konsequenten Maskenverweigerern und uneinsichtigen Geschäftsleuten seien es vor allem Eltern gewesen, die für Fehltritte ihres Nachwuchses nicht berappen wollten – und Widerspruch gegen die Zahlung von Buß- und Verwarngeld einlegten. „Dies werden nun Fälle für das Amtsgericht. Hier werden die Verfahren entweder eingestellt. Oder es kommt zu einer Verhandlung, wobei die Geldbuße dann aber nicht mehr an die Stadtkasse gezahlt, sondern vom Land eingezogen wird“, fügte die Dezernentin im RGA-Gespräch hinzu.

Doch nicht nur der Alltag des KOD werde von dem Pandemie-Geschehen belastet, erklärte sie auf Nachfrage der FDP. Auch die Feuerwehr sei in mehrfacher Hinsicht betroffen – durch die Vielzahl zusätzlicher Aufgaben. „Da musste das Notkrankenhaus auf-, ab- und erneut aufgebaut werden. Zudem betreuen die Mitarbeiter der Feuerwehr das Impfzentrum, wo sie unter anderem für die Überwachung der Terminkoordination zuständig sind“, nannte sie Beispiele. Auch die Beschaffung von Tests, Masken und Desinfektionsmittel sei zu ihrem Betätigungsfeld geworden.

Coronabedingt gebe es aber eine Entlastung. Die Zahl der Rettungseinsätze sei spürbar zurückgegangen. „Um rund 20 Prozent“, berichtete die Dezernentin. „Es gibt eben seit Monaten keine Feste, keinen Sport.“

Hoffnung verbreitete sie für das Ehrenamt. Der Betrieb bei den Freiwilligen Feuerwehren könne wieder beginnen – zwei Wochen, nachdem die Ehrenamtler ihre zweite Impfung erhalten haben. Eine erste sei Angehörigen im Katastrophenschutz bereits verabreicht worden. Für die Rückkehr zur Normalität sei es höchste Zeit: Zum einen sei es bedauerlich, dass die Kameradschaftspflege entfalle. „Zum anderen müssen sich die Feuerwehren wieder zu ihren Übungen treffen dürfen“, hob sie hervor. Dies sei entscheidend, um für den Ernstfall gewappnet zu sein.

Standpunkt

frank.michalczak@rga.de

Kommentar von Frank Michalczak

Auf ganz vielschichtigen Ebenen leidet das Ehrenamt unter den Folgen der Corona-Pandemie. Der Betrieb in Sportvereinen, in Kultureinrichtungen und sonstigen Initiativen ist nahezu zum Erliegen gekommen. Das gilt auch für die Freiwillige Feuerwehr, bei der wegen der allgemeinen Kontaktbeschränkungen weder Kameradschaftspflege noch Übungen stattfinden können, wie Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke im Ausschuss für Bürgerservice, Ordnung und Sicherheit bedauerte. Dabei kommt den Rettern in der Not im Ernstfall eine zentrale Bedeutung zu. Vor allem müssen sie möglichst schnell die Gelegenheit erhalten, wieder den Einsatz für unterschiedliche Szenarien trainieren zu können. Und das ist eben nicht virtuell bei Internet-Konferenzen möglich, sondern muss unter realen Bedingungen geschehen. Ebenso wichtig ist es, dies dem Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr zu ermöglichen. Denn die Kinder, die heute an das Rettungswesen herangeführt werden, sollen in der Zukunft Verantwortung in den Einheiten übernehmen. Dies funktioniert nur durch ihre gezielte Förderung.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Zugausfälle bei Abellio wegen Bauarbeiten
Zugausfälle bei Abellio wegen Bauarbeiten
Zugausfälle bei Abellio wegen Bauarbeiten
Motorradfahrer wird bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Motorradfahrer wird bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Motorradfahrer wird bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Corona: Inzidenz steigt auf 75,3 - 17 Neuinfektionen
Corona: Inzidenz steigt auf 75,3 - 17 Neuinfektionen
Corona: Inzidenz steigt auf 75,3 - 17 Neuinfektionen

Kommentare