Gemeinsamer Appell

Corona: Eltern sprechen Eltern an

Claudia Güttner von der Stadtschulpflegschaft und Tobias Krupp vom Jugendamtselternbeirat wenden sich an die Eltern in Remscheid. Foto: Roland Keusch
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Claudia Güttner von der Stadtschulpflegschaft und Tobias Krupp vom Jugendamtselternbeirat wenden sich an die Eltern in Remscheid.

Gemeinsamer Appell von Jugendamtselternbeirat und Stadtschulpflegschaft.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Im Kampf gegen das Virus ergreifen nun auch die Remscheider Eltern das Wort. In einem gemeinsamen Appell rufen Stadtschulpflegschaft und Jugendamtselternbeirat dazu auf, sich an die geltenden Corona-Regeln zu halten, um die Ausbreitung einzudämmen. Und so dazu beizutragen, den Schul- und Kita-Betrieb aufrecht zu erhalten.

Gerade Eltern und Großeltern kämen hier eine Vorbildfunktion zu, sagt Tobias Krupp vom Jugendamtselternbeirat als Vertreter der Kindergarten-Eltern. „Wir haben ein starkes Interesse, dass die Kitas geöffnet bleiben.“ Und das nicht nur im Sinne der Eltern. „Gerade die aktuelle Krise hat doch gezeigt, wie das alles zusammenhängt“, so Krupp. Denn müsse ein Elternteil zu Hause bei den Kindern bleiben, leide darunter zum Beispiel auch der Arbeitgeber.

„Ich glaube, dass wir dadurch deutlich mehr erreichen als bisher.“ 

Tobias Krupp

Ähnliches gelte auch für die Schulen, betont Claudia Güttner, stellvertretende Vorsitzende der neu gegründeten Stadtschulpflegschaft als Vertretung der Schuleltern: „Es ist wichtig, dass wir die Ausbildung der Kinder sicherstellen.“ Man müsse alles unternehmen, dass es nicht wegen eines Infektionsfalls in der Klasse zu Distanzunterricht komme, sagt Güttner: „Wir sind in diesem Bereich heute schon viel weiter als noch vor ein paar Monaten. Aber immer noch weit entfernt davon, wie wir uns das vorstellen.“

Beide Gremien hatten sich unabhängig von einander mit ihren Sorgen an Sozialdezernent Thomas Neuhaus als Leiter des städtischen Krisenstabes gewandt. Es gebe die Befürchtung, dass die Betreuung in Kitas und der Unterricht in Schulen durch das unachtsame Verhalten einzelner gefährdet würde, berichtet Neuhaus. So sei die Idee zum gemeinsamen Appell entstanden.

Und der könne unter Umständen mehr Wirkung entfalten als die Mahnungen des Krisenstabes, vermutet Thomas Neuhaus: „Eltern sprechen Eltern an, es gibt nichts Authentischeres.“ Auch Claudia Güttner und Tobias Krupp rechnen damit, dass der Appell etwas bewegt: „Ich glaube, dass wir dadurch deutlich mehr erreichen als bisher“, sagt Krupp.

Verbreitet werden soll der Appell über die verschiedenen Kanäle, die Stadtschulpflegschaft und Jugendamtselternbeirat zur Verfügung stehen. Durch Aushänge in den Schulen und Kitas und über die Vorsitzenden der jeweiligen Elternvertretungen und die Schulleiter, aber auch über die klasseninternen Whats-App-Gruppen, den E-Mail-Verteiler der Stadt und soziale Medien.

Dass das immer noch notwendig ist, zeigen Zahlen der Stadt. Danach gab es bisher 29 Corona-Fälle an Remscheider Schulen, nach denen ganze Klassen oder Stufen samt Lehrkräfte in Quarantäne mussten. Und auch mehr als ein Viertel aller Kindertagesstätten in der Stadt sind von Einschränkungen betroffen. Zwölf leiden unter Personalmangel, der durch Corona noch verstärkt wird, hinzukommen vier komplette und eine Teilschließung aufgrund von Infektionen.

Hintergrund

Der Jugendamtselternbeirat ist der stadtweite Zusammenschluss der Kita-Elternbeiräte. Die Stadtschulpflegschaft übernimmt die gleiche Funktion für die Elternpflegschaften an den Remscheider Schulen.

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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