Sars-CoV-2-Schau

Corona-Ausstellung soll immun machen gegen wilde Theorien

Anfassen erwünscht: Kuratorin Birgit Dömling, Prof. Dr. Ulrich Mödder (Gesellschaft der Freunde und Förderer des Museums), Christian Klostermann (Klostermann Messtechnik) und Museumsleiter Dr. Uwe Busch (v. l.) zeigen den interaktiven Bildschirm. Das kleine Foto zeigt das Modell, das die 3-D-Experten von Excit3d gemeinsam mit Klostermann gedruckt haben. Das Grüne sind die Spike-Proteine, das Orangefarbene die Antikörper. Fotos: Roland Keusch
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Anfassen erwünscht: Kuratorin Birgit Dömling, Prof. Dr. Ulrich Mödder (Gesellschaft der Freunde und Förderer des Museums), Christian Klostermann (Klostermann Messtechnik) und Museumsleiter Dr. Uwe Busch (v. l.) zeigen den interaktiven Bildschirm.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Deutsches Röntgen-Museum zeigt die vom Bund geförderte interaktive Sars-CoV-2-Schau.

Remscheid. Wilde Verschwörungstheorien, sogar von Prominenten, und ganz viel Unsicherheit wird derzeit in Bezug auf das Coronavirus gesät. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Bundesregierung setzt zur epidemiologischen Aufklärung der Bevölkerung auf eine Ausstellung, gefördert durch „Neustart Kultur“, das Sofortprogramm der Bundesregierung für corona-bedingte Investitionen in Kultureinrichtungen. Die Corona-Ausstellung ist ab sofort im Deutschen Röntgen-Museum in Lennep zu sehen. Seit Dienstag ist dieses wieder geöffnet.

Was wird genau gezeigt?

Mittels eines QR-Codes erwacht das Virus via Augmented Reality im Raum. Keine Sorge: Ansteckungsgefahr besteht nicht.

In der Blackbox des Museums, also im Eingangsbereich, gibt es verschiedene Elemente rund um das Virus Sars-CoV-2. Sowohl das Virus selbst als auch die Auswirkungen auf den menschlichen Körper werden dargestellt. Herzstück ist der riesige Touchscreen. Hier kann der Besucher zum Beispiel in die Lunge eines 73-jährigen Brasilianers schauen, der sich im Mai 2020 mit dem Virus infiziert hat. Der CT-Scan zeigt, wie sich die Lunge mit Infektionsherden füllt und wie die Erkrankung mit Covid-19 verläuft. Übrigens: Der Mann hat überlebt. Auch den Viruskern kann der Benutzer per Fingerdruck aufschneiden oder in der Ansicht interaktiv drehen. Die Ausstellung mit der Software Inside Explorer basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Daten wie Scans von 3D-Elektronenmikroskopen und Computertomographie. Neu gewonnene Erkenntnisse werden durch ein ständiges Update fortwährend ergänzt. Die Firma Klostermann Messtechnik und die 3-D-Experten von Excit3d um Werner Koch haben als ergänzendes Element ein Modell des Virus samt Spike-Proteinen im Maßstab 1 : 1 Million gedruckt. Mittels eines QR-Codes erwacht das Virus zudem per Augmented Reality auf dem Smartphone im Raum zum Leben. Das Gesundheitsamt hat die Ausstellung um Schutz- und Impfmaterial ergänzt. Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Deutschen Röntgen-Museums unterstützt die Corona-Ausstellung.

Wie lange läuft die Ausstellung?

Bis Ende dieses Jahres.

Darf ich den Bildschirm anfassen?

Ja, unbedingt. Für die Präsentation wurde ein Hygienekonzept erarbeitet. Schließlich handelt es sich um eine interaktive Ausstellung. Der Bildschirm wird stets desinfiziert.

Was ist der Hintergrund?

Das Foto zeigt das Modell, das die 3-D-Experten von Excit3d gemeinsam mit Klostermann gedruckt haben. Das Grüne sind die Spike-Proteine, das Orangefarbene die Antikörper.

Die Bevölkerung soll die Vorgänge des Virus verstehen – und wie könnte das besser gelingen, indem man sich hautnah, aber risikoarm damit auseinandersetzt? Damit will die Schau gezielt zur Information und Aufklärung beitragen. Denn wer einmal verstanden hat, wie ein Virus funktioniert und wie sich eine Epidemie ausbreitet, der wird wohl auch eher immun sein gegen Verschwörungstheorien. „Die Ausstellung will entmythologisieren und wissenschaftliche Fakten liefern. All denjenigen, die es nicht verstehen wollen, liefern wir hiermit zumindest die Chance“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Prof. Dr. Ulrich Mödder von der Gesellschaft der Freunde und Förderer fügt hinzu: „Hier gibt es für jeden die Möglichkeit, sich selbst zu informieren, ohne belehrt zu werden.“ Im Röntgen-Museum, ein Ort, an dem Bildung auf Wissenschaft trifft, schließt sich der Kreis: „Ohne Röntgens Entdeckung der Röntgenstrahlen wären wir heute nicht so weit, auch nicht, was das Coronavirus angeht“, betont Dr. Uwe Busch. Denn Grundlage der Forschungen und der Ausstellung sind unter anderem CT-Aufnahmen.

Wie kann ich die Ausstellung sehen?

Nach vorheriger Terminabsprache unter Tel. 16 33 84 oder per E-Mail: info@roentgenmuseum.de. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Es muss eine FFP2- oder OP-Maske getragen werden.

Gibt es ein Angebot für Schulen?

Ja. Für Schulen steht auf einem Notebook die interaktive Ausstellung zur Präsentation in der Schule zur Verfügung. Es kann nach vorheriger Anmeldung im Museum von den Lehrern ausgeliehen werden.

Was gibt es sonst noch zu sehen?

Neben der neuen interaktiven Corona-Ausstellung zeigt das Deutsche Röntgen-Museum weiterhin die zum Entdeckungstag der Röntgenstrahlen am 8. November 2020 fertiggestellte Sonderausstellung „Von Lennep in die Welt – Unterwegs mit Wilhelm Conrad Röntgen“. Es handelt sich um eine besondere Auswahl von Fotografien aus dem Nachlass des begeisterten Fotografen Wilhelm Conrad Röntgen. Das Scannen von Barcodes an den Bildern verlinkt zudem direkt zu der neuen öffentlich zugänglichen Datenbank. Die dort abgelegten Informationen ermöglichen tiefergehende Einblicke zu historischen und aktuellen Kontexten.

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