Distanzunterricht

Cloud für Schulen: Wenn alle dieselbe Sprache sprechen

Bernd Schaub, AvH-Lehrer und Schulausschussmitglied, erklärt die Schullösung mit „AixConcept“ und „MNS Pro Cloud“. Foto: Michael Schütz
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Bernd Schaub, AvH-Lehrer und Schulausschussmitglied, erklärt die Schullösung mit „AixConcept“ und „MNS Pro Cloud“.
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Auf der Suche nach einer stabilen Lösung für den Distanzunterricht an Schulen – AvH präsentiert funktionierendes Modell.

Remscheid. Die intensiv geführte Diskussion, mit welchen Systemen ein Distanzunterricht in den Schulen stabil laufen kann, ist in Remscheid zu einem Politikum geworden. Die Meinung von Bernd Schaub wird dabei gehört. Unter den hiesigen Pädagogen zählt der langjährige AvH-Lehrer zu den IT-Fachleuten. In seiner Eigenschaft als FDP-Kommunalpolitiker erhebt der 64-Jährige im Schulausschuss seine Stimme. Seine Empfehlung ist das Netzwerk der Firma AixConcept (Stolberg).

Seit sieben Jahren arbeitet Schaubs Realschule damit als Inhouse-Lösung, nachdem es Schaub an dem Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung kennengelernt hatte. „Wir sind davon begeistert. Support, Wartung, Hotline, Stabilität und einfache Handhabung, all dies bildet AixConcept gut ab“, findet Schaub. „Die Daten sind sicher, auch der Lernaufwand für die einzelnen Kollegen ist erträglich.“ Die Zustimmung der Eltern für die Nutzung wurde eingeholt.

„Das ist ein Stück soziale Gerechtigkeit.“

Bernd Schaub, FDP-Politiker

2020 sattelte die AvH noch MNS Pro Cloud drauf. Nach Anlaufschwierigkeiten läuft das Schul-IT-Management und die Lernplattform störungsfrei. Teil des Pakets ist „Teams“, die Plattform für Videokonferenzen. „Unsere Schüler müssen sich keine Windows-Software kaufen. Der Zugang erfolgt über eine App, die sie auf ihre Geräte installieren.“ Jedem Schüler stehen auch Outlook, Word, Excel, PowerPoint online zur Verfügung – kostenlos. „Das ist ein Stück sozialer Gerechtigkeit“, sagt Schaub.

Probleme gäbe es, so Schaub, nur am Ende der Kette, bei den Schülern, die daheim nicht die technischen Voraussetzungen vorfinden. Trotzdem ist Schaub zufrieden. Er kann mit Schülern Aufgaben erstellen, chatten, Termine setzen. 1:1-Austausch mit Schülern ist möglich, ohne dass andere zuhören oder zusehen. Unterrichtsthemen werden per Mail verschickt. Weil der Breitbandausbau in der Grunerstraße 12 noch nicht abgeschlossen ist, ist Hybrid-Unterricht (Mischung aus Online- und Präsenzlernen) an der AvH nicht möglich. Wohl aber können Lehrer und Schüler von zuhause miteinander kommunizieren.

Die Stadt wird im Schulausschuss (17. März, 17 Uhr, AES-Aula) Zahlen präsentieren, wie viel eine flächendeckende Einführung von MNS Pro Cloud für die knapp 16 000 Schüler, 1300 Lehrer und 300 sonstige Nutzer (Verwaltung, OGS, Gastzugänge) in 33 Schulen kosten würde. Ein Dienstleister hat der Stadt folgendes Angebot unterbreitet: Die Ersteinrichtung würde bei 1500 Euro pro Schule liegen, die Einführungsschulung für Administratoren pro Schulform einmalig bei 1500 Euro. MNS Pro Cloud Basic käme jährlich 590 Euro pro Schule inklusive Support. Für die Einzeluserlizenz für MNS Pro Basis wären pro Lehrkraft oder Schüler inklusive Plattform, Benutzerverwaltung mit Online-Schulungszugang für Netzwerkbetreuer pro Anwender 4,99 Euro fällig. Insgesamt kämen auf die Stadt einmalige Kosten in Höhe von 74 970 Euro zu und jährlich 127 679 Euro.

„Ich hielte es ab Klasse 4 in der Grundschule für sinnvoll“, erklärt Bernd Schaub. Zurzeit werden an den Schulen quer durch Remscheid unterschiedliche Digitallösungen genutzt. Von Logineo über Schul.Cloud, Eyesurf, MNS Pro bis zu einer schuleigenen Lösung, wie sie das Leibniz pflegt. „Eine einheitliche Plattform, die alle Schulen nutzen, wäre fantastisch. Dann sprechen alle dieselbe Sprache, das ergibt Synergieeffekte“, hofft Schaub auf eine Lösung für die gesamte hiesige Schullandschaft.

Die jährlichen 127 679 Euro wären vergleichsweise günstig, findet Schaub, rechne man allein die Manpower dagegen, die in den Support gesteckt werden müsste, wenn alle 5000 Kinder und Jugendliche bedürftiger Familien mit städtischen Tablets für den Ausbau des digitalen Unterrichts ausgestattet sind. Die ersten 2525 mobilen Endgeräte davon wurden vor und nach Weihnachten an die Schulen ausgeliefert.

Zur Person

Bernd Schaub, 64 Jahre, lebt in Lennep, hat am alten Leibniz-Gymnasium sein Abi gemacht. Schaub arbeitete schon als Lehramtsstudent an seiner heutigen Schule, der Alexander-von-Humboldt-Realschule im Fach Physik. Sein Referendariat verbrachte er an der GHS Ronsdorf, am GBG und an der AvH. Nachdem er danach keine Stelle erhielt, ging er für ein Dreivierteljahr in die Industrie. Seit 1986 ist er fest an der AvH und unterrichtet Mathe, Physik, Informatik. Schaub hat dort den IT-Bereich aufgebaut. Im Sommer wird Bernd Schaub in den Ruhestand gehen.

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