Gestiegene Baupreise reißen Lücke

Christliches Hospiz Bergisches Land: „Wir sind auf der Zielgeraden“

Geschäftsführerin Corinna Dräger, der Vorsitzende des Fördervereins Andreas Holthaus und Architekt Daniel Wiedenkenner auf dem Baugrundstück in Bergisch Born. Hier entsteht nach langer Vorarbeit das stationäre Hospiz.
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Geschäftsführerin Corinna Dräger, der Vorsitzende des Fördervereins Andreas Holthaus und Architekt Daniel Wiedenkenner auf dem Baugrundstück in Bergisch Born. Hier entsteht nach langer Vorarbeit das stationäre Hospiz.

Infoveranstaltung auf dem Baufeld in Bergisch Born.

Von Sabine Naber

Remscheid. Bisher waren es nur Pläne, jetzt ist mit dem Bau des „Christlichen Hospizes Bergisches Land“ begonnen worden. Auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück an der Bornefelder Straße in Bergisch Born entsteht das 900 Quadratmeter große, eingeschossige Gebäude, das mit zehn Gästezimmern ausgestattet wird. Die Bodenplatte wird am Dienstag geliefert, die dafür notwendige Dämmung steht bereits. Wenn alles nach Wunsch geht, wird das Hospiz Ende Mai, Anfang Juni des nächsten Jahres bezugsfertig sein. Am Samstag hatte der Förderverein zu einer Infoveranstaltung eingeladen.

Architekt Daniel Wiedenkeller vom Büro Edelhoff+Reska führte die Besucher über das Gelände und erklärte, dass bodentiefe Fenster viel Licht in den Wohnbereich, die offene Küche und die Zimmer lassen. Die Gästezimmer seien zudem groß genug, dass auch für ein zweites Bett noch Platz wäre, wenn das gewünscht ist.

„Seit zehn Jahren arbeiten wir daran. Jetzt können wir Konkretes zeigen.“

Andreas Holthaus

„Die Gäste können sich in Ruhe nach draußen setzen, werden einen Weitblick in Richtung Wald haben, wenn der Erdwall verschwunden ist. Die Außenterrasse ist ebenerdig, alles ist auch mit einem Rollstuhl erreichbar und die Türen sind breit genug, dass auch ein Pflegebett durchpasst“, erklärte Daniel Wiedenkeller. Die Komplexität sei hoch, wenn absolute Barrierefreiheit erreicht werden soll, erkärte der Architekt.

Sei erst geplant worden, das Flachdach zu begrünen, habe man diese Idee erst einmal zurückgestellt. „Wir werden das Haus mit einer Luft-Wärmepumpe ausstatten. Und die wird ebenso auf dem Dach platziert wie die Photovoltaikanlage.“ Auch die Idee, die Zimmer mit Oberlicht auszustatten, sei inzwischen verworfen worden. Wenn man liegt sei es nicht angenehm, ins Licht zu gucken, hätten Experten davon abgeraten.

„Seit zehn Jahren arbeiten wir daran, jetzt können wir das erste Mal etwas ganz Konkretes zeigen. Wir sind auf der Zielgeraden. Deshalb können wir jetzt über weitere Spenden viel besser sprechen“, sagte Andreas Holthaus, der Vorsitzende des Fördervereins. Die sind nötig, denn die bisher generierten 2,5 Millionen Euro an Spenden reichen bei den stark gestiegenen Baukosten nicht aus. „Wir haben eine Finanzierungslücke von einer Million Euro. Wenigstens zur Hälfte wollen wir sie selbst aufbringen und hoffen auf Spenden.“ Als einen weiteren Kraftakt bezeichnet Holthaus die Einrichtung der Zimmer und die Gestaltung des Außengeländes. All das solle hochwertig gestaltet werden, damit die Menschen ihre letzte Lebensphase in Würde verbringen können.

Auf dem Gelände der Lebenshilfe Lesota, das wenige Meter hinter dem Baugrundstück liegt, war am Samstagmorgen zunächst zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen worden, bevor Horst Kläuser Gesprächspartner einlud, zu ihm auf die Bühne zu kommen und für die Aktion „Klinkersteine“ warb. „Hier können Sie sich ein kleines Denkmal schaffen. Denn wenn Sie so einen Spendenstein erwerben – mit 500 Euro ist man dabei – wird Ihr Name auf dem Stein stehen“, sagte Kläuser und erinnerte daran, dass 95 Prozent der Betriebskosten für das Hospiz die Krankenkassen übernehmen, die restlichen fünf Prozent aber in jedem Jahr vom Förderverein aufgebracht werden müssen.

Froh, dass die Einrichtung auch für die umliegenden Städte gedacht ist, zeigten sich die stellvertretende Bürgermeisterin Cornelia Päper aus Hückeswagen - „wir waren schon immer ein bisschen Remscheid orientiert“ –, Bürgermeisterin Marion Lück aus Wermelskirchen sowie Johannes Mans, Bürgermeister in Radevormwald.

Hintergrund

Träger des Hospiz ist eine gemeinnützige GmbH, an der zu gleichen Teilen der Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land, die Caritas Remscheid und die Diakoniestation Wermelskirchen beteiligt sind.

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