Entscheiden nicht Männern überlassen

Christel Steylaers fordert: Politik braucht Frauen

Kommunalpolitik braucht Frauen, forderte die Gleichstellungsbeauftragte Christel Steylaers (r.) in ihrem Vortrag im Ratssaal. Foto: Doro Siewert
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Kommunalpolitik braucht Frauen, forderte die Gleichstellungsbeauftragte Christel Steylaers (r.) in ihrem Vortrag im Ratssaal.

In der Wahlbeteiligung gibt es zwischen Frauen und Männern keinen großen Unterschied.

Von Sabine Naber

Remscheid. Wohl aber beim Engagement in der Kommunalpolitik. Deutlich weniger Frauen als Männer sind im Rat oder in den Bezirksvertretungen aktiv. Das Frauenforum 2.0, das sich aus Vertreterinnen von Beratungseinrichtungen, Vereinen, Institutionen und Parteien zusammensetzt, ist überzeugt, dass die Kommunalpolitik Frauen braucht und informierte deshalb im Rathaussaal.

Christel Steylaers, seit 34 Jahren Remscheids Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, führte unter „Damenwahl - Frauen und Kommunalpolitik“ ins Thema ein. Ein Film machte deutlich, wie zäh die Frauen um ihr Recht kämpften, wählen zu dürfen. „Als ich in Remscheid anfing zu arbeiten, lag der Anteil der Frauen im Rat bei 13,6 Prozent, aktuell liegt er bei 30,8 Prozent“, sagte Steylaers.

Das geringere Engagement in der Politik führt sie darauf zurück, dass viele Frauen ehrenamtlich tätig sind. Eine Diskussion anlässlich des Internationalen Frauentages habe ergeben, dass es erhebliche Info-Defizite gibt, sich viele nicht ums Staatswesen kümmern und sich in keiner Partei wiederfänden. „In der Kommunalpolitik wird aber unser direktes Lebensumfeld bestimmt. Kein Land, kein Bund kann ohne kommunale Ebene arbeiten.“ Die Gleichstellungsbeauftragte schilderte die Aufgaben der einzelnen Organe, machte deutlich, dass es in den Bezirksvertretungen um das geht, was vor unserer Haustüre geschieht. „Das Entscheiden dürfen wir nicht den Männern überlassen“, lautete ihr Appell.

Sevince Brilling, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, befragte anschließend Politikerinnen, was ihnen bei ihrer Arbeit Freude macht. „Es gibt mir Einsichten in die Stadt“, sagte Ilka Brehmer (Grüne). Für Alexa Bell (CDU) heißt das Ziel, gute Kompromisse zu finden. Dann mache die Arbeit Freude. „Werte, Projekte mitgestalten“, stehen bei Dr. Stefanie Bluth (SPD) vorne, während es Bettina Stamm (Echt Remscheid) vor allem um Denkanstöße geht.

Für Brigitte Neff-Wetzel heißt Politik, Überzeugungsarbeit leisten

Für Ursula Durach (FDP) ist Politik Herzensangelegenheit und Waltraud Bodenstedt (WIR) ist es wichtig, sich an der Gestaltung ihrer Heimatstadt beteiligen zu können. Für Brigitte Neff-Wetzel (Die Linke) heißt Politik, Überzeugungsarbeit zu leisten. Einig war man sich, dass Frauen Politik machen, ohne einer Partei anzugehören. Als Beispiel wurde Fridays for Future genannt. Oder die Arbeit im Kinderschutzbund und in den Städtepartnerschaftsvereinen. Damit Frauen problemloser an Sitzungen teilnehmen können, wurde vorgeschlagen, sie an Wochenenden abzuhalten und eine Kinderbetreuung anzubieten. Auch die Kinder mitzubringen sei möglich. „Oder die Betreuung an die Väter delegieren“, schlug eine Zuhörerin vor.

Die Remscheider Frauenberatungsstelle Indigo und der Weisse Ring haben ein gemeinsames Anliegen: Sie wollen Opfern helfen, die unter häuslicher, sexueller oder seelischer Gewalt zu leiden hatten.

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