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Chor der Symphoniker sucht Männerstimmen

Annedore Goldacker (von links), Reiner Daams, Christiane Linke und Witolf Werner freuen sich auf neue Stimmen für kommende Konzerte.
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Annedore Goldacker (von links), Reiner Daams, Christiane Linke und Witolf Werner freuen sich auf neue Stimmen für kommende Konzerte.
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Die Proben für Mozarts „Requiem“ sind angelaufen. Aufgeführt wird es in der Ohligser Festhalle und im Remscheider Teo Otto Theater.

Von Philipp Müller

Remscheid. Wenn am Dienstag, 22. November, die Bergischen Symphoniker in der Ohligser Festhalle Mozarts Requiem aufführen, dann geht das nicht ohne Chor. Auch am Tag darauf, Mittwoch, 23. November, im Teo Otto Theater darf der Klangkörper nicht fehlen. Seit 2011 setzt das Orchester dabei auf den Chor der Bergischen Symphoniker, der Stimmen aus beiden Städten vereint. Jetzt sind die Proben für das Werk angelaufen. Chorleiter Witolf Werner und Reiner Daams, Vorsitzender des Vereins des Chors, laden Interessierte ein, im Rahmen eines Projektchors jetzt noch einzusteigen.

Der Chor ist im Vergleich zu anderen Chören ein recht vitaler Klangkörper. 60 aktive Frauen und Männer im Alter zwischen 20 und 80 Jahren fast aus dem gesamten Bergischen Land bilden eine solide Basis für die Konzerte. Doch soll vierstimmig gesungen werden, wären Witolf Werner sogar 80 Stimmen deutlich lieber. Daher sein Appell an alle, die singen können, doch einmal für eine Probe vorbeizukommen. Erfahrung im Chorgesang sei aber wegen der Kürze der Probenzeit wichtig, ergänzt Reiner Daams.

Wer beim Chor der Bergischen Symphoniker singt, der erhält auch eine begleitende Ausbildung. Mit Christiane Linke steht eine Stimmbildnerin zur Verfügung. Es sei wichtig, die Stimme daraufhin zu trainieren, ein Konzert durchzuhalten und entsprechend Stimmkondition aufzubauen. Das sei kein Hexenwerk, sagt die ausgebildete Sängerin. Tricks und Kniffe dazu seien schnell vermittelt.

Für die Bergischen Symphoniker ist ein solch spezialisierter Chor ein Glücksfall, erklärt Stefan Schreiner. Der Geschäftsführer der Bergischen Symphoniker sagt: „In Sachen Chor ist es natürlich für uns wichtig, einen dem Grunde nach eigenen, permanenten Chor zu haben. Das hat gegenüber den ansonsten oft üblichen Projektchören viele Vorteile.“ Denn Generalmusikdirektor Daniel Huppert erhalte so die Möglichkeit, des regelmäßigen Austauschs für eine mittel- und langfristige Planungssicherheit. „Die Vorbereitungsmöglichkeiten sind so vielfältiger und intensiver. Allein dadurch, dass es einen festen und durchgehenden Probebetrieb auch für den Chor gibt.“

Und noch einen Vorteil nennt Schreiner: „Selbstverständlich ist die Abstimmung vor den Konzerten um ein Vielfaches einfacher, da Chor und Orchester sich kennen. Gleiches gilt natürlich auch für die kontinuierliche Zusammenarbeit mit einer festen Chorbesetzung und einer gleichbleibenden Leitung. Das schafft zusammen ein großes Gemeinschaftsgefühl.“

Gemeinschaftsgefühl ist auch Werner, Daams und Annedore Goldacker vom Vereinsvorstand wichtig. Man feiere öfter zusammen. Aber das verdecke im Moment nicht ganz die leichten Sorgen, sagt Goldacker: „Das Problem sind die fehlenden Männerstimmen.“ Das beklagen viele Chöre im Bergischen momentan. Aktuell gehören dem Chor der Symphoniker rund ein Drittel Männer an. Ideal sei, wenn sich Frauen- und Männerstimmen die Waage halten, erklärt Witolf Werner.

2024 steht Beethovens „Neunte“ auf dem Programm

Noch könne das Fehlen der Männer kompensiert werden: „Unsere Männerstimmen sind wirklich gut.“ Daher zeigt sich Werner eben auch offen dafür, dass Verstärkungen sich „nur“ als Teilnehmende an einem Projekt verstehen. Singen müsse man können, wiederholt er, das Notenlesen sei gewünscht, aber keine Grundvoraussetzung.

Doch Goldacker, Daams und Werner schauen auch schon weit nach vorne. Im Jahr 2024 steht eins der wichtigsten und beliebtesten Werke für Orchester und Chor auf dem Programm. Ludwig van Beethovens neunte Sinfonie soll in Remscheid und Solingen aufgeführt werden.

Die „Ode an die Freude“ aus dem letzten Satz des Werks ist die offizielle Nationalhymne Europas. Das werde schon eine ganz besondere Herausforderung, ist sich Chorleiter Witolf Werner sicher: „Die Neunte von Beethoven hat es in sich.“

Probentermine des Chors

Termin: Montags von 19.45 bis 22 Uhr wird im Probensaal der Bergischen Symphoniker geprobt. Dazu kommen zusätzliche Intensivproben an den Wochenenden.

Anfahrt: Wer es schwer habe, nach Remscheid zur Adresse Am Bruch 5 zu kommen, für den gibt es Mitfahrgelegenheiten, sagt Reiner Daams vom Chor.

Kontakt: reiner@reinerdaams.de

Teo Otto Theater: Das bietet das Theater für das junge Publikum

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