Steigende Zahlen befürchtet

Chefarzt warnt: „Auch andere Viren kommen geballt“

Prof. Dr. Winfried Randerath rät zur Vorsicht.
+
Prof. Dr. Winfried Randerath rät zur Vorsicht.

Bethanien-Chefarzt Prof. Dr. Winfried Randerath warnt vor steigenden Zahlen im Herbst.

Von Simone Theyßen-Speich

Remscheid. In der vergangenen Woche sind die neuen Omikron-Impfstoffe von Biontech-Pfizer und Moderna in der EU zugelassen worden. Auch in Deutschland warten viele auf diese modifizierten Corona-Impfstoffe und die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Aber das kann noch dauern. Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt der Solinger Lungenfachklinik Bethanien, rät deshalb, sich schon jetzt mit dem bekannten Corona-Vakzin impfen zu lassen.

„Wenn die letzte Impfung oder Infektion mehr als sechs Monate zurückliegt, sollte man sich auf jeden Fall impfen lassen“, so der Mediziner. Das empfiehlt er auch gesunden Menschen unter 60 Jahren, für die es bislang noch keine offizielle Empfehlung für die Viertimpfung gibt. „Aber viele niedergelassene Kollegen bieten die Impfung für alle an“, erklärt Randerath.

Grundsätzlich blickt er nicht sorglos Richtung Herbst und Winter. „Momentan flacht die Sommerwelle zwar etwas ab, wir haben auch weniger Patienten im Krankenhaus und weniger schwere Verläufe“,
– aber auch die gebe es eben immer wieder, so Randerath.

Masken schützenvor allen Erregern

Für den Herbst und Winter erwartet er auf jeden Fall wieder steigende Zahlen. Dabei sei Covid-19 nicht das einzige Problem. „Wir erwarten auch einen starken Anstieg der Grippephase, gerade weil die Influenzawelle in den vergangenen Jahren durch Abstandsregeln und Masken zurückgedrängt worden war.“ Auch das Grippe-Virus ändere sich von Jahr zu Jahr. Zudem würden auch die anderen für den Herbst und Winter typischen Viren wie Adenovirus, RS-Virus oder Rhinovirus in diesem Jahr vermutlich „geballt kommen“, warnt der Mediziner vor zu viel Sorglosigkeit. Er empfiehlt deshalb, weiter vorsichtig zu sein und in Innenräumen oder dort, wo es voller wird, weiterhin Maske zu tragen. „Das schützt auch vor allen anderen Viren, belastet kaum und schadet keinem.“ Wenn der kommende Winter überstanden sei, dann könne man vorsichtig erklären, die Krankheit sei „in unser Portfolio eingebaut, wir haben gelernt, damit umzugehen“, prognostiziert Randerath. „Wenn wir alle dazu beitragen, dass der Winter glimpflich verläuft, sind wir einen großen Schritt weiter.“

Nicht vergessen dürfe man aber die Folgen von Long Covid. „Die Krankheit hat viele Facetten, die von körperlicher Erschöpfung bis zu psychischer Belastung reichen“, so der Lungenfacharzt. Immer wieder habe er Patienten in der Long-Covid-Ambulanz, die sich lange nach der Infektion nicht von den Folgen wie Taubheitsgefühlen oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns erholt haben oder Organschäden davontragen.

Alle aktuellen Nachrichten über die Corona-Lage in Remscheid finden Sie in unserem laufend aktualisierten Coronavirus-Blog.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kreutzer: „Manager ist kein Messias“
Kreutzer: „Manager ist kein Messias“
Kreutzer: „Manager ist kein Messias“
Remscheids erstes Kinderhaus wird 30
Remscheids erstes Kinderhaus wird 30
Remscheids erstes Kinderhaus wird 30
Medizinisches Versorgungszentrum feiert ersten Geburtstag
Medizinisches Versorgungszentrum feiert ersten Geburtstag
Medizinisches Versorgungszentrum feiert ersten Geburtstag
Säugling nach Unfall vorsorglich im Krankenhaus
Säugling nach Unfall vorsorglich im Krankenhaus
Säugling nach Unfall vorsorglich im Krankenhaus

Kommentare