Sana-Klinikum

Chefarzt prägte das Klinikum maßgeblich

Geschäftsführerin Svenja Ehlers (l.) und der Ärztliche Direktor des Sana-Klinikums, Professor Ulrich Sliwka (r.), verabschiedeten Professor Dr. Artur Wehmeier und hießen dessen Nachfolgerin Dr. Christine Stanull willkommen. Foto: Doro Siewert
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Geschäftsführerin Svenja Ehlers (l.) und der Ärztliche Direktor des Sana-Klinikums, Professor Ulrich Sliwka (r.), verabschiedeten Professor Dr. Artur Wehmeier und hießen dessen Nachfolgerin Dr. Christine Stanull willkommen.

Voller Leidenschaft für die Onkologie: Nach 22 Jahren verlässt Prof. Dr. Artur Wehmeier das Remscheider Krankenhaus

Remscheid. Als Prof. Dr. Artur Wehmeier zum 1. Oktober 1998 als neuer Chefarzt das Krankenhaus in Remscheid betrat, firmierte das noch unter dem Namen Städtischen Krankenanstalten Remscheid und stand mit 5 Millionen D-Mark in der Kreide. Die Gebäude waren marode. So marode, dass in der Chirurgie neun Quadratmeter Putz von der Wand fielen, was einem Patienten beinahe das Leben gekostet hätte. Wehmeier war klar: So konnte es nicht weitergehen. Die Privatisierung des Krankenhauses mit allen damit verbundenen Umbrüchen prägten seine Anfangsjahre in Remscheid. Jetzt verabschiedete das Sana-Klinikum seinen Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie – pandemiebedingt als Online-Veranstaltung.

Einen Mediziner voller Leidenschaft für die Onkologie, nannte Svenja Ehlers, Geschäftsführerin des Sana-Klinikums, den scheidenden Kollegen. Und einen Arzt, der den Menschen zugewandt ist. Wehmeier wirkte besonnen, kollegial, humorvoll. So brachte er sich auch in der Remscheider Stadtgesellschaft ein.

Für den gebürtigen Ostwestfalen, der in Münster und an der Eliteuni Cambridge studiert hatte, war es nach zehn Jahren als Oberarzt in Düsseldorf eine Selbstverständlichkeit, in Remscheid nicht nur zu arbeiten, sondern auch zu wohnen. Und zu wirken. Aktuell ist er Präsident des Rotary Clubs Remscheid. „Wenn Sie in einer Stadt wie Remscheid leben, sind Sie hier auch eingebunden“, sagt Wehmeier.

Mehr als 1500 Krebspatienten behandelte der Chefarzt jährlich am Sana-Klinikum

1500 bis 2000 Krebspatienten, schätzt der Chefarzt selbst, wird er pro Jahr behandelt haben. Dabei unterlagen die Therapien einem stetigen medizinischen Wandel. Ergebnis: Erkrankungen, die einst binnen kürzester Zeit zum Tod führten, sind heute besser behandelbar. Wenn eine Heilung nicht immer möglich ist, so kann das Leben doch verlängert werden. Und dennoch: „Als Onkologe weiß ich, dass sich von einem Tag auf den anderen alles verändern kann“, sagt Artur Wehmeier. „Man sollte deshalb mit allem, was man vorhat, nicht zu lange warten.“

Ihn selbst zieht es im noch ungewohnten Ruhestand zunächst nach Südfrankreich. Der Garten des Ferienhauses will gepflegt sein. Wehmeier ist zudem ein begeisterter Segler. Auch dafür soll nun mehr Zeit sein. So ganz von seiner Arbeit lassen kann er dennoch nicht. An zwei Tagen in der Woche wird er deshalb zukünftig in einer onkologischen Praxis in Remscheid aktiv sein. So will er auch weiterhin an der medizinischen Entwicklung teilhaben, an die er fest glaubt: „Die Zukunft gehört den nicht-chemotherapeutischen Behandlungsformen, sondern den eleganteren und weniger toxischen Verfahren.“

Man sollte mit allem, was man vorhat, nicht zu lange warten.

Prof. Dr. med. Artur Wehmeier

Seine Nachfolgerin wird auf dem aufbauen, was Professor Wehmeier im Sana-Klinikum hinterlässt. Dr. Christine Stanull, Chefärztin der Medizinischen Klinik 2, arbeitet seit 2017 am Sana-Klinikum. Sie wird ihre Abteilung mit der Klinik für Hämatologie und Onkologie verschmelzen und will beide weiter ausbauen.

Dazu trifft sie auf andere Voraussetzungen als Wehmeier sie im Juni 1998 antraf. Der scheidende Chefarzt erinnert sich an einen verregneten Frühsommertag. Die Müngstener Brücke beeindruckte die Familie aus Düsseldorf positiv, die neue Wirkungsstätte des Vaters auch – aber eher entgegengesetzt. Die Städtischen Krankenanstalten an der Burger Straße waren baufällig und der Weg nach Lennep, wo sich ein zweiter Klinikstandort befand, war weit. 2005 zogen beide Häuser an einem Standort zusammen. Wehmeier gestaltete den Wandel maßgeblich mit. Dass das Krankenhaus an der Burger Straße heute baulich und medizinisch top aufgestellt ist, ist deshalb auch sein Verdienst.

Klinikum

Bis 2000 war das Krankenhaus eine städtische GmbH. Ende der 1990er Jahre schrieb es tiefrote Zahlen und meldete einen Kapitalbedarf von 15 Millionen D-Mark an. Die Stadt entschied sich für den Verkauf an die Sana AG. 1400 Mitarbeiter bekamen einen neuen Arbeitgeber. Sana strukturierte um. Sana investierte aber auch, riss ab und baute neu. 70 Millionen Euro flossen in den Standort. Remscheid ist heute das zweitgrößte Sana-Klinikum in Deutschland.

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