Digitalisierung

Chance: Dank digitaler Azubi-Messe findet Anna-Lena eine Stelle

Anna-Lena Halbach (2. v.r.) hat über die virtuelle Berufsorientierungsmesse der Agentur für Arbeit eine Ausbildungsstelle bei Elektro-Technik Grote gefunden – hier mit Anja Topmöller (Agentur für Arbeit, v. l.), Kerstin Gerdowski und Stefan Grote. Foto: Michael Schütz
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Anna-Lena Halbach (2. v.r.) hat über die virtuelle Berufsorientierungsmesse der Agentur für Arbeit eine Ausbildungsstelle bei Elektro-Technik Grote gefunden – hier mit Anja Topmöller (Agentur für Arbeit, v. l.), Kerstin Gerdowski und Stefan Grote.

Agentur für Arbeit geht neue Wege – Chance für Unternehmen und Jugendliche

Von Sabine Naber

Remscheid. Vor zwei Wochen hat Anna-Lena Halbach ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bei der Firma Elektro-Technik Grote begonnen. Der erste Kontakt zwischen Firma und der potenziellen Auszubildenden fand online statt. Denn weil durch die Pandemie der Ausbildungsmarkt nicht mehr wie vorher funktioniert, hatte die Agentur für Arbeit mit Blick auf den Fachkräftebedarf der kommenden Jahre ein digitales Format entwickelt und inzwischen mit Erfolg erprobt.

Die Berufsberatungsteams der Agenturen für Arbeit Düsseldorf, Mettmann und Solingen-Wuppertal haben im Juni eine gemeinsame, digitale Ausbildungsmesse organisiert, an der Kerstin Gerdowski, kaufmännische Leiterin von Elektro-Technik Grote, teilgenommen hatte. „Von zu Hause aus an einem Samstag“, erzählt sie. Und sie war angenehm überrascht, dass permanent auf ihrem PC angeklopft wurde. „Anna-Lena war dabei, wir haben geredet und wenig später kam ihre Bewerbungsmappe.“

Firmenchef Stefan Grote ließ sich von seiner Mitarbeiterin die ersten Eindrücke schildern: „Da hatten wir ja noch kein Zeugnis gesehen“, erinnert er sich. Aber Schulnoten allein seien nicht das Wichtigste: „Man muss sich den jungen Menschen mal anschauen, vielleicht einen Tag zur Probe arbeiten lassen. In diesem Jahr haben wir vier Auszubildende eingestellt und auch alle bisherigen übernommen.“

Beide Seiten sind zufrieden

„Für mich war es ein bisschen komisch, vor dem Computer zu sitzen und ein Gespräch zu führen. Aber es war eine gute Erfahrung“, so sieht es Anna-Lena Halbach. „Wir konnten uns gut austauschen, und ich kann nur jedem ans Herz legen, es so zu probieren“, lautet ihr Fazit. Sie habe zunächst eine Ausbildung als zahntechnische Assistentin begonnen, sie aber noch in der Probezeit abgebrochen. „Ich habe schnell gemerkt, dass es nicht der richtige Beruf für mich ist.“ Dann hat sie erst einmal ein FSJ in einem Altenheim gemacht und in dieser Zeit gemerkt, dass ihr das kaufmännische liegen könnte.

„Jetzt sind beide Seiten zufrieden“, fasst es Stefan Grote zusammen. Der Firmenchef hat in diesem Jahr neben Anna-Lena (19) bereits eine Azubine als Kauffrau und einen Azubi als Fachkraft für Lagerlogistik eingestellt. Am 1. September wird erstmals noch ein Auszubildender im Bereich Elektrotechnik dazu kommen.

Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit im bergischen Städtedreieck, weiß, dass die Unternehmen, vor allem die Handwerksbetriebe, händeringend Nachwuchs suchen. Und ist überzeugt, dass mit ein wenig Flexibilität sowohl bei den Betrieben als auch bei den Jugendlichen in diesem Jahr noch vieles möglich ist. „Es fehlen Bewerber. Den 262 offenen Stellen in Remscheid stehen aktuell 144 Suchende gegenüber. Bei einem Onlinegespräch können beide Seiten völlig offen ins Gespräch gehen.“ Die Chancen für junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, seien selten so gut gewesen, wie gerade jetzt.

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