Nordstraße

CDU zur ehemaligen Landeszentralbank: „Ein Schandfleck für unsere Stadt“

Das ehemalige LZB-Gebäude bietet keinen schönen Anblick. Die CDU will den Eigentümer zur Pflege des Geländes bewegen. Foto: Michael Schütz
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Das ehemalige LZB-Gebäude bietet keinen schönen Anblick. Die CDU will den Eigentümer zur Pflege des Geländes bewegen.

Das ehemalige Gebäude der Landeszentralbank an der Nordstraße verkommt. Jetzt schaltet sich die Politik ein.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Viel Beton, wenig Fensterfläche, dafür aber jede Menge Wildwuchs auf der Treppe und um das Gebäude drumherum: Der ehemalige Remscheider Sitz der Landeszentralbank (LZB) an der Nordstraße kurz vor dem Bahnhofskreisel ist wirklich kein schöner Anblick. Meint auch die CDU, die die Immobilie und ihr Umfeld in einer Pressemitteilung als „Schandfleck für unsere Stadt“ bezeichnet.

Und dieser befinde sich auch noch „quasi am Eingangstor“ der Stadt, schreiben die Christdemokraten: „In der Nähe liegen das Kino und der Bahnhof. Vielleicht zweihundert Meter weiter oben soll demnächst der Ebert-Platz für viel Geld modernisiert werden.“ Das nahe Hotel locke Gäste aus anderen Städten an, das geplante Berufskolleg bald Schüler aus der Umgebung.

Deswegen fordert die CDU erneut, den Eigentümer des Gebäudes zur Pflege der angrenzenden Flächen zu bewegen. Und fragt außerdem, ob es nicht andere Nutzungen für die Immobilie geben könnte. Schließlich hatte es nach der Expo Real vor zwei Jahren geheißen, es gebe Interessenten.

Das habe sich damals aber zerschlagen, berichtete Ingo Lückgen von der Wirtschaftsförderung. Ein Immobilienentwickler aus dem Ruhrgebiet habe darüber nachgedacht, dort ein Rechenzentrum zu erreichten, erinnert sich Lückgen. „Das wäre besser als nichts gewesen.“ Denn für viele andere Nutzungen sei die Immobilie kaum geeignet.

1984 bis 1986 war das Dienstgebäude gebaut worden, inklusive der drei Reihenhäuser und einem Apartment auf dem Dach, aber eben nach den Anforderungen LZB, die anders als Geschäftsbanken nie auf Publikumsverkehr ausgelegt war. „Da gibt es viel Beton und viel Tresor und ein paar Büros“, beschreibt Ingo Lückgen den Bau. Für eine solche Spezialimmobilie sei es besonders schwer, eine Drittverwendung zu finden: „Die potenziellen Nutzungen sind stark eingeschränkt.“

Trotzdem sei man mit dem Immobilienbesitzer, einem Unternehmer aus der Region, in Kontakt, berichtet der Wirtschaftsförderer: „Wenn wir ihn ansprechen, ist er immer sehr dankbar.“ Zudem habe man das Exposé stets mit dabei: Finde sich ein passender Interessent, werde man den Kontakt sofort herstellen. „Und der Eigentümer hat das auch selber auf dem Schirm, schon aus wirtschaftlichen Gründen.“

Die Geschichte der ursprünglichen Nutzung des Gebäudes ging übrigens nicht sehr lang. Im Januar 1987 war die Landeszentralbank von ihrem bisherigen Sitz am Friedrich-Ebert-Platz in das neue Gebäude an der Nordstraße gezogen, elf Millionen Mark hatte es gekostet, es bot 1640 Quadratmeter Dienst- und 480 Quadratmeter Wohnfläche. 1998 war dann schon wieder Schluss, die LZB schloss ihren Standort in Remscheid. Vier Jahre später verschwand sogar der Name, seither gibt es nur noch Filialen der Deutschen Bundesbank.

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