Bundestagswahl 2021

CDU schweigt bei ersten Prognosen

Alexander Lampe (CDU) verfolgt konzentriert die ersten Prognosen – im Hintergrund Abgeordneter Jürgen Hardt. Foto: Roland Keusch
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Alexander Lampe (CDU) verfolgt konzentriert die ersten Prognosen – im Hintergrund Abgeordneter Jürgen Hardt.

Erleichterung über Kopf-an-Kopf-Rennen im Bund.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Wer Gefühlsausbrüche bei den Remscheider Christdemokraten erwartet hatte, war auf dem Holzweg: Stattdessen herrschte eisiges Schweigen, als um 18 Uhr die ersten Prognosen veröffentlicht wurden. Danach machte sich beim Treffen in der CDU-Zentrale an der Konrad-Adenauer-Straße Erleichterung bereit, dass es zumindest zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SPD gereicht hatte.

CDU-Direktkandidat Jürgen Hardt verfolgte mit rund zwanzig Parteifreunden mit Spannung die Resultate, die auch über sein politisches Schicksal entscheiden werden. „Ich rechne erst in der Nacht oder am frühen Morgen mit einem Ergebnis, ob sich einen Sitz erhalte“, erklärte der Bundestagsabgeordnete, der sich angesichts des Bundestrends nur wenig Chancen ausrechnete, die meisten Stimmen im Wahlkreis zu bekommen. Er hoffte aber, ein Mandat über die Landesliste seiner Partei zu ergattern. Angesichts der komplizierten Mehrheitsverhältnisse, die sich am Abend abzeichneten, schloss Hardt eine Wiederauflage der Großen Koalition ausdrücklich nicht aus. „Demokratische Parteien müssen miteinander reden können.“

Für CDU-Chef Mathias Heidtmann war die Stimmung in den letzten Tagen besser als die Umfrageergebnisse für die CDU. „Das war jedenfalls mein Eindruck an unseren Wahlständen.“ Das schlechteste CDU-Bundestagswahlergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik führte Markus Kötter, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, auch auf die Themensetzungen der Union zurück: „Zum Beispiel bei der Rente. Wir haben nicht die Herzen der Menschen erreicht. Darüber müssen wir uns Gedanken machen.“

Nettekoven: Kandidatenkür hat zu lange gedauert

Wenig hilfreich sei es auch gewesen, dass die Wahl zum Parteivorsitzenden und anschließend die Kür des Kanzlerkandidaten viel zu lange gedauert habe, wie der CDU-Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven erklärte. „Das hat uns viel zu viel Zeit gekostet.“ Inhaltlich müsse die Union stärker für ihre Themen werben. „Und wir brauchen neue Gesichter“, erklärte der CDU-Mann, der sich im kommenden Jahr erneut einen Sitz im Düsseldorfer Landtag anstrebt. Eine schlechte Ausgangslage befürchte er nach dem Ergebnis am Sonntag nicht: „Dies ist eine ganz andere Wahl.“ Für Fabian Knott, Chef der Jungen Union, war Armin Laschet als „erfolgreicher Ministerpräsident“ ein geeigneter Kanzlerkandidat. „Wir müssen aber künftig die Parteibasis bei der Frage stärker einbinden, wen wir ins Rennen schicken wollen.“

Hier geht‘s zu unserem Live-Ticker zur Bundestagswahl 2021.

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