Anwohner Benjamin Wörner findet Zustände unerträglich

CDU fordert härteres Durchgreifen im Bökerspark

Heute ein eher trister Fleck, der von vielen gemieden wird, früher ein beliebter Treffpunkt: der Bökerspark. Foto: Roland Keusch
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Heute ein eher trister Fleck, der von vielen gemieden wird, früher ein beliebter Treffpunkt: der Bökerspark.
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Christdemokraten widersprechen Erkenntnissen aus der Bezirksvertretung.

Remscheid. Die Diskussion zum Bökerspark in der vergangenen Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid und die daraus gewonnenen Erkenntnisse ließ die CDU gestern am späten Nachmittag zu einem Ortstermin zusammenkommen. „Es ist ein Thema, mit dem man politisch nicht punkten kann, aber dass die Vorkommnisse dort von Bezirksbürgermeister Otto Mähler so abgetan und verharmlost werden, ist höchst ärgerlich. Das ist ein Schlag ins Gesicht“, schimpft Fraktionschef Markus Kötter.

Die Christdemokraten fordern Maßnahmen, um die einst so beliebte Grünfläche mitten im Stadtzentrum wieder attraktiv für eine breite Bevölkerung zu machen. Trinker halten sich dort auf, für Drogen ist sie ein Umschlagplatz. „Es ist vielleicht nicht gefährlich, aber wer hier durchläuft, hat ein ungutes Gefühl“, erklärt Kötter und fordert: „Wir müssen dringend etwas tun.“ Mit seinen Parteikollegen Bernd Quinting, Norbert Schmitz und Christoph Wieber traf er gestern am Rande des Parks Anwohner Benjamin Wörner.

Der Gärtner- und Floristikmeister führt jenseits der Fußgängerbrücke über die Wansbeckstraße einen alteingesessenen Fachbetrieb. Blumen Wörner gibt es seit 1879, mittlerweile in fünfter Generation. Über die Jahre hat sich bei dem 41-Jährigen ungeheuer viel Frust aufgestaut. Die Umtriebe rund um den Park haben Wörner zwangsweise an seiner Immobilie aufrüsten lassen. Er hat an seinem Haus das benachbarte Stück Wiese dazu gekauft und eingezäunt, Kameras installiert, für zusätzliches Licht abends gesorgt. Ein Stück mehr Sicherheit, trotz allem färben die Aktivitäten im Bökerspark immer wieder ab.

Markus Kötter hält drei Maßnahmen für sinnvoll

Oft beobachtet er, wie vor seiner Tür in der Gustav-Theill-Straße Autos stoppen, die Fahrer kurz über die Brücke spurten und dort von Personen, die sich im Park rumtreiben, etwas zugesteckt bekommen. „Das ist ein Drogenumschlagplatz. Ich habe den Fahndern schon mein Haus angeboten, dort hätten sie einen Logenplatz und könnten Deals vom Fenster beobachten“, sagt Wörner. Das Angebot nahm die Kripo nie an.

Sowohl Polizei wie auch Kommunaler Ordnungsdienst verkündeten in der BV Alt-Remscheid, dass der Park kein Brennpunkt sei. Benjamin Wörner berichtet vom Gegenteil, Markus Kötter kennt die zahlreichen Beschwerden von anderen Anrainern wie dem Montessori Kinderhaus oder den Ärzten und Geschäftsinhabern an der Elberfelder Straße runter Richtung Markt. Konsequenteres Vorgehen fordern alle, um die Idylle, die das Fleckchen im Herz der Großstadt eigentlich ausströmt, wiederherzustellen.

Markus Kötter weiß, dass es keinen Sinn macht, die Szene einfach an einen anderen Ort zu verdrängen, aber er hält zumindest drei Maßnahmen für überlegenswert: Zum einen den vermehrten Einsatz von Streetworkern an dieser Stelle, deutlich mehr Kontrollen der Ordnungshüter auf städtischer wie polizeilicher Seite und eine Attraktivitätssteigerung des Parks, zum Beispiel durch Spielgeräte und weitere Bänke. So, dass sich Familien wohlfühlen.

Benjamin Wörner erinnert sich, dass sich hier vor Jahrzehnten alle Remscheider wohlfühlten. „Damals nannten wir ihn Hansa-Park, weil dort vor dem Tanz bei Liedtke ein Hansa-Bierchen genommen wurde.“ Christoph Wieber, unweit vom Park in der Ludwigstraße aufgewachsen, denkt an die Zeiten zurück, als er dort noch mit seinen Kumpels kickte. Wörner und Kötter glauben nicht, dass es ausreicht - wie in der Bezirksvertretung gefordert - nur einen neuen Pavillon in der Mitte des Parks mit Sitzgelegenheiten aufzustellen. „Man muss der Szene diesen Ort so ungemütlich wie möglich machen“, findet Kötter.

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