Betriebsgebäude verschwindet ab Oktober

Friedrich-Ebert-Platz: Der Umbau beginnt mit Abriss

Stadtplanerin Christina Kutschaty (oben) kündigt den Umbau des Ebert-Platzes an. Zunächst einmal wird aber nur das Betriebsgebäude abgerissen. Fotos: Doro Siewert
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Stadtplanerin Christina Kutschaty kündigt den Umbau des Ebert-Platzes an. Zunächst einmal wird aber nur das Betriebsgebäude abgerissen.

Die weiteren Arbeiten lassen aber auf sich warten.

Von Frank Michalczak

Stadtplanerin Christina Kutschaty

Remscheid. Ab dem 11. Oktober können Passanten beobachten, wie das Betriebsgebäude der Stadtwerke auf dem Friedrich-Ebert-Platz verschwindet. Damit verbunden sind zum Fahrplanwechsel veränderte Buslinien, die am Ebert-Platz vorbeiführen. Die Passagiere werden sich an neue Routen gewöhnen müssen: Denn der Abriss ist Vorbote für einen weitreichenden Umbau des Areals, der allerdings weiter auf sich warten lässt.

Dass er umgesetzt werde, sei klar und „unwiederbringlich“, sagt Stadtplanerin Christina Kutschaty. Sie dämpft aber die Hoffnung, dass nun zügig die Bagger anrollen. „Wir müssen die Arbeiten europaweit ausschreiben und dabei Fristen beachten“, sagt sie. Zudem stehe noch nicht fest, ob sich ein Generalunternehmer um die vielfältigen Aufgaben kümmert oder ob für die einzelnen Gewerke unterschiedliche Firmen an den Start gehen. Damit zeichnet sich ab, dass zwar das Betriebsgebäude der Stadtwerke bald Geschichte ist. Der eigentliche Startschuss für das Bauvorhaben aber erst deutlich später erfolgt: „Wir hoffen, Ende 2022 den Auftrag vergeben zu können“, erklärt Christina Kutschaty.

Remscheid: Über 11 Millionen Euro fließen in das Projekt

Dabei verweist die Rathausmitarbeiterin darauf, dass es sich um ein höchstkompliziertes Bauvorhaben handelt, bei dem unterschiedliche Aspekte unter einen Hut gebracht werden müssen. Es entsteht eine Grünfläche und eine neue Wartezone in Form eines geschwungenen Hockeyschlägers. Die Unterführung zum Ämterhaus wird zugeschüttet, Ampeln auf der Elberfelder Straße sollenden Fußgängern als Ersatz dienen.

Das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund stellen dafür rund 7,6 Millionen Euro zur Verfügung. „Es handelt sich um eine Hundertprozent-Finanzierung, ohne dass Remscheid einen Eigenanteil zahlen muss“, berichtet Stadtentwicklerin Christina Kutschaty. Zudem fließen rund 4 Millionen Euro aus einer Pauschale für Öffentlichen Personennahverkehr in das Projekt.

„Das Gebäude ist für uns ein idealer Ersatzstandort.“

Armin Freund über den Umzug seiner Stadtwerke-Kollegen

Die Mitarbeiter der Stadtwerke haben das Betriebsgebäude bereits verlassen. Für Leitstelle und Sozialräume schlossen die Stadtwerke einen Mietvertrag im Haus, Konrad-Adenauer-Straße 7 – dort, wo die Remscheider CDU ihre Zentrale hat. „Wir sind kürzlich umgezogen. Das Gebäude ist für uns ein idealer Ersatzstandort, liegt er doch in unmittelbarer Nähe zum Busbahnhof“, berichtet Armin Freund, Bereichsleiter Mobilität bei den Stadtwerken, der damit rechnet, dass nach vier bis fünf Wochen die Abrissarbeiten beendet sind. Danach ruhen erst einmal die Arbeiten auf dem Friedrich-Ebert-Platz, der seine Funktion als Dreh- und Angelkreuz für den Busverkehr verliert, bis er modernisiert wieder in Betrieb genommen werden kann. Das aber kann noch dauern.

Denn noch nicht einmal die Planungen seien final abgeschlossen. Denn diese entpuppen sich angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben als kompliziert, erklärt Stadtplanerin Kutschaty. So müssten die Zeitfenster für die einzelnen Bauschritte genau festgelegt werden – mit den Technischen Betrieben, mit den Stadtwerken, mit dem Ordnungsamt und nicht zuletzt mit all jenen, die am Leitungsnetz beteiligt sind, das sich unterhalb de Friedrich-Ebert-Platzes befindet. „Und allein das ist schon sehr komplex“, sagt die Stadtplanerin.

Projekt

Auch das ist auf dem Friedrich-Ebert-Platz geplant: Das neue Betriebsgebäude der Stadtwerke soll nicht nur den logistischen Zwecken dienen, sondern auch einen Gastrobereich erhalten. Vorgesehen sind zudem öffentliche Toiletten und eine Trinkwasserstelle. Zum Bökerspark hin soll eine begrünte Freifläche zum Verweilen einladen mit kleineren Baumarten, diversen Sitzmöglichkeiten und einem Trinkbrunnen.

Standpunkt: Nach sieben Jahren

Von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga.de

Der Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes mag kompliziert sein, weil dort unterschiedlichste Aspekte zu bedenken und aufeinander abzustimmen sind. Aber: Dass nach schier endloser Zeit der Debatten rund um den Busbahnhof, nach einem Ideenwettbewerb für interessierte Architekten, nach Bürgerwerkstätten noch nicht einmal die Ausschreibung der Arbeiten begonnen hat, wirft dann doch Zweifel auf, ob dieses Projekt mit der nötigen Entschlossenheit verfolgt wird. Immerhin handelt es sich bei der Modernisierung des Busbahnhofs um ein wesentliches Element im Revitalisierungsprogramm für die Innenstadt, das der Stadtrat beschlossen hat. Das war nicht gestern und auch nicht vorgestern. Das war im Jahr 2014. Sieben Jahre später wird in einem ersten Aufschlag das Betriebsgebäude der Stadtwerke abgerissen. Wann aber die nächsten Schritte folgen, ist nach aktueller Lage noch nicht geklärt. Und dies ist umso bedauerlicher, weil dem Öffentlichen Personennahverkehr eine Schlüsselfunktion bei der gesamten Stadtentwicklung zukommen muss.

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