100 Jahre Bökerhöhe

Bürgerverein plant Buch zum Jubiläum

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Seine Schwiegermutter, die am Elisabethplatz lebt, ist mit 95 Jahren und 48 Jahren vor Ort die Älteste in der Bökerhöhe: Werner Ballsieper aus der Damaschkestraße zählt aber auch zu den Alteingesessenen.

Siedlung Bökerhöhe wird im Sommer 100 Jahre alt. Werner Ballsieper recherchiert und sucht Informationen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Am 13. August 1922 wurde der Grundstein für die Siedlung Bökerhöhe gelegt. Die erste Stadtrandsiedlung in Remscheid, in der bis 1929 an der Grenze zu Lennep 129 Häuser entstanden, um der chronischen Wohnungsnot zu begegnen, feiert Jubiläum. Vom 12. bis 14. August will der Bürgerverein den 100. Geburtstag begehen. Kassierer Werner Ballsieper möchte dazu eine umfassende Chronik erstellen, stößt aber momentan an Grenzen.

Geplant ist ein Buch, aufbauend auf den Festschriften zum 50., 60. und 75. Jahrestag und dem kleinen Bilderbuch zum 90., die dem 69-jährigen Anwohner vorliegen. Ballsieper lebt seit 1977 in der Damaschkestraße. Über die letzten 45 Jahre Bökerhöhe ist er bestens informiert. „Ebenso ist die Gründungsgeschichte sehr gut dokumentiert“, berichtet Ballsieper. Etwas über 600 Bewohner hat die 69 Hektar große Siedlung, 220 davon sind im Bürgerverein organisiert, der sich um die Nachbarschaftspflege verdient macht.

Es bleiben noch Fragen zu manchen Ereignissen.

Werner Ballsieper, Bürgerverein

Alle Haushalte hat der Chronist angeschrieben mit der Bitte, ihn mit Material zu füttern. „Einiges ist auch gekommen, aber es bleiben Fragen zu manchen Ereignissen“, sagt Ballsieper. Wann wurde zum Beispiel die Fußgängerbrücke gebaut? War die Brücke über die Eisenbahn immer da? Wann wurde die Kanalisation verlegt? Welche Geschäfte gab es zu welchen Zeiten? Und welche Vereine waren an der Bökerhöhe aktiv?

Antworten hierauf hat der Pensionär noch nicht, will an das Stadtarchiv herantreten, erhofft sich aber auch über einen Aufruf im RGA Hinweise.

Den größten Teil des Baugrundes stellte einst der Leiter der Bergischen Stahlindustrie (BSI), der Ingenieur Moritz Böker, zur Verfügung, der im Gegenzug 75 Prozent der Wohnungen für seine Arbeiter nutzen durfte.

Nach Böker ist die Siedlung benannt, nach seiner Ehefrau Elisabeth der zentrale Platz in der Mitte, von dem die vier engen Straßen, Zur Bökerhöhe, Damaschke- und Doddestraße und der Gustav-Michel-Weg abzweigen. Am Ende des Gustav-Michel-Weges ist das einzig öffentliche Gebäude, das Weiterbildungskolleg (frühere Abendrealschule) in der Immobilie der ehemaligen Hauptschule.

Moritz Böker stellte dem 1920 gegründeten Siedlungsverein Baumaterial und bewaldete Grundstücke zur Verfügung. Die Siedler rodeten, machten diese urbar, ab 1922 wurde weitgehend in Eigenleistung nach Plänen von Stadtbaurat Ludwig Lemmer bebaut.

Um Grundstücksspekulationen vorzubeugen, hatte die Stadt damals Wiederverkaufsklauseln einbauen lassen. Das Wohnungsbauprogramm war wegweisend. Es bietet den Anwohnern Sicherheit und gelebte Nachbarschaft in einer Siedlung, die ein paar Meter von der A 1 entfernt von der Lenneper Straße (B 229) nur eine offizielle Ein- und Ausfahrt hat. Wer die kurz hinter der Eisenbahnbrücke abzweigende Busspur Richtung Sensburger Straße mit dem Auto nutzt, handelt verkehrswidrig.

Früher fand das Sommerfest am zentralen Elisabethplatz statt, seit vielen Jahren ist jedoch das Gelände der Deutschen Bahn am Bolzplatz Ort der Festivität. Die Stichstraße zweigt vor dem Haus Zur Bökerhöhe 7 ab, an ihrem Ende bietet sie Platz für Bier-und Essstände, Kinderbelustigung, aber auch eine Bühne für Livemusik.

Der Bürgerverein Bökerhöhe richtet nicht nur ein dreitätiges Sommerfest aus, organisiert auch eine Vatertagswanderung und eine Seniorenfahrt sowie ein Osterfeuer und schickt den Nikolaus zu Kindern und Senioren in der Siedlung.

Aufruf

Wer zur 100-jährigen Geschichte der Bökerhöhe und damit zum geplanten Buch etwas beitragen kann, melde sich bei Werner Ballsieper in der Damaschkestraße 38 a. Erreichbar ist der Pensionär unter der E-Mail-Adresse FamBallsieper@t-online.de.

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