Bürgerpreis

Petra und Robert Köser helfen Menschen in Not

Für den Bürgerpreis nominiert: Petra und Robert Köser.
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Für den Bürgerpreis nominiert: Petra und Robert Köser.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Erstmals ist ein Duo aus Mutter und Sohn für den Bürgerpreis nominiert. Sie gründeten nach dem Hochwasser einen gemeinnützigen Verein.

Remscheid. Mit Petra und Robert Köser sind erstmals eine Mutter und ihr Sohn gemeinsam für den Bürgerpreis nominiert, den die Stadtsparkasse im Juni in Zusammenarbeit mit dem RGA und Radio RSG zum achten Mal verleiht. Damit würdigt die Jury ihre Hilfsinitiative „Bergisch Land Hand in Hand“, die beide nach der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben haben. Daraus ist mittlerweile ein Verein geworden, der Menschen in vielfältigen Notsituationen unterstützt - mit Beistand, Tatkraft und einem Netzwerk engagierter Helfer, die etwas bewegen wollen, um die Welt ein bisschen besser zu machen.

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Ihr Einsatz nahm nach derFlutkatastrophe seinen Anfang

Die Geschichte begann wenige Tage nach dem verheerenden Hochwasser im Eschbach- und Morsbachtal. „Im Internet habe ich einen Aufruf gelesen, dass eine Halle für Hilfsgüter gesucht wurde“, blickt Petra Köser (52) zurück, die ihr Netzwerk einschaltete und schließlich auf ein leerstehendes Betriebsgebäude in Lennep aufmerksam gemacht wurde. So konnte sie vermitteln, dass die Anlaufstelle Lehmkuhle entstand, die nach der dortigen Ortslage benannt wurde. Wer wollte, konnte dort etwas abgeben, um die betroffenen Anwohner zu unterstützen.

Die Großzügigkeit war so groß, dass vieles ins überflutete Ahrtal gebracht werden konnte. So machte sich Sohn Robert (21) auf den Weg. Gemeinsam mit zwei Mitstreitern transportiere er jede Menge Spenden ins Eifel-Städtchen Kreuzberg. „Lebensmittel, Coronatests, einen Generator, Schaufeln, Eimer und vieles mehr“, listet er auf.

Bürgerpreis 2022

Er sei durch eine blühende Landschaft gefahren, die er schon von Kindheitstagen kannte. Dies sollte sich als trügerische Idylle entpuppen. „Zunächst kamen mir dreckige Autos entgegen“, erzählt er. Dann stieß er auf eine völlig zerstörte Ortschaft. Er beobachtete Menschen, die buchstäblich vor den Trümmern ihrer Existenz standen. „Das ist mit Worten nicht zu beschreiben. Überall Schutt, Staub und Dreck, den man beim Atmen im Mund spürte“, schildert der 21-Jährige, der mit vielen bewegenden Eindrücken nach Remscheid zurückkehrte – und sich zu Hause in Kremenholl erst einmal eine Dusche gönnte.

Eigentlich etwas Selbstverständliches: „Danach ist mir bewusstgeworden, dass dies nicht selbstverständlich ist. Die Leute in Kreuzberg hatten noch nicht einmal sauberes Wasser“, erzählt er. Robert Köser wandte sich an seine Mutter: „Mama, wir müssen helfen.“

Diesem Vorsatz ließen Mutter und Sohn Taten folgen. Sie kümmerten sich darum, dass ein Ehepaar am überfluteten Clemenshammer eine Heizungsanlage erhielt, konnten Baugutachter gewinnen, die die Gebäudeschäden unter die Lupe nahmen. Petra Köser, die seit langem dem Fußballsport in Remscheid und Umgebung verbunden ist, nutzte dabei immer wieder ihre Kontakte. „Es stellte sich mehr und mehr heraus, dass aus unserer Privatinitiative ein Verein werden musste – auch weil wir keine Spendenquittungen ausstellen durften. Den Verein haben wir dann gegründet“, berichtet die Mutter dreier Kinder. Es entstand somit „Bergisch Land Hand in Hand“.

Menschen eine Freude zu bereiten, ist mehr wert als alles Geld der Welt.

Robert Köser

Robert Köser hatte inzwischen ein Einsatzteam aus seinem Freundeskreis gebildet. Aktuell kümmert sich ein harter Kern von zehn Helfern unter anderem um Geflüchtete aus der Ukraine, begleitet sie zu Ämtern und versucht, möglichst unbürokratisch zu helfen. Zum Beispiel Vitali (17), der mit seinem Vater vor dem Krieg geflohen ist. Ihm ermöglicht der Verein, dass er seinen Kanu-Sport in Beyenburg wieder betreiben kann. „Sechsmal in der Woche fahren wir ihn zum Training“, berichtet Petra Köser. Zudem sei es gelungen, eine Wohnung für Vitali und seinen gehbehinderten Vater zu finden.

Aber auch anderen Menschen in Not gelte es zu helfen, sagt Robert Köser, der momentan im Weiterbildungskolleg seinem Schulabschluss entgegenstrebt. „Kürzlich habe ich einer Rentnerin Lebensmittel vorbeigebracht, die sie sich nicht leisten konnte.“

Es seien Tränen bei ihr geflossen, als er mit der Tüte vor der Haustür stand. Sein Fazit nach diesen und anderen Erlebnissen als Helfer: „Menschen eine Freude zu bereiten, ist mehr wert als alles Geld der Welt.“

Hintergrund

Bis Sonntag, 29. Mai, können Interessierte online darüber abstimmen, wer den Bürgerpreis 2022 gewinnen soll. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Coupon (unten) auszufüllen und an den RGA zu schicken: Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid. Wir versichern, dass persönlichen Daten sowie die Daten genannter Dritter nur im Rahmen des Remscheider Bürgerpreises verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken o. ä. erfolgt nicht.

Hier geht es zur Abstimmung: rga.de/buergerpreis

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