Bürgerpreis 2022

Er rückte die Klosterkirche ins Rampenlicht

Bürgerpreis-Kandidat Wolfgang Moritz trug über Jahrzehnte maßgeblich zum Erfolg des Bühnenprogramms in Lennep bei.
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Bürgerpreis-Kandidat Wolfgang Moritz trug über Jahrzehnte maßgeblich zum Erfolg des Bühnenprogramms in Lennep bei. Foto: Roland Keusch
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Bürgerpreis-Kandidat Wolfgang Moritz bereicherte das Kulturleben in Lennep.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Vor zwei Wochen verabschiedete sich Wolfgang Moritz aus dem Vorstand des Vereins Kulturzentrum Klosterkirche. Der 71-Jährige fand, dass es an der Zeit sei, die Geschicke der Initiative in jüngere Hände zu geben. Über 30 Jahre hatte er hinter den Kulissen maßgeblich dazu beigetragen, dass aus der Lenneper Kleinkunstbühne ein Publikumsmagnet wurde. Diesen ehrenamtlichen Einsatz würdigt die Jury des Bürgerpreises, den die Stadtsparkasse mit RGA und Radio RSG im Juni zum achten Mal verleiht: Wolfgang Moritz zählt zu den vier Kandidaten.

Den Anfang nahm sein Ehrenamt in den 80er Jahren. Wolfgang Moritz, ehemaliger Leiter der Hauptschule Hackenberg, hatte immer wieder von Jugendlichen gehört, dass in Lennep nichts los sei. Perspektiven, daran etwas zu ändern, eröffnete ihm sein Engagement für die Klosterkirche. „Wir haben damals Rockveranstaltungen organisiert. Leider ohne großen Erfolg. Die Jugendlichen waren schon ein schwieriges Klientel“, blickt er auf einen gescheiterten Versuch zurück, dem Nachwuchs etwas zu bieten.

Der Vater zweier Kinder wurde durch das Vereinsleben in Lennep und persönliche Kontakte auf die Kulturini-tiative in der Klosterkirche aufmerksam. 1983 hatte sich der Verein formiert, um das Begegnungszentrum in dem historischen Bauwerk mit Leben zu erfüllen. 1989 avancierte Wolfgang Moritz zum stellvertretenden Vorsitzenden, 2002 übernahm er den Vorsitz von Hermann Hardt – und wirkte mit den übrigen Vorstandsmitgliedern dabei mit, Auftritte über den „lokalen Radius hinaus“ zu arrangieren. Das Spektrum reicht bis heute von Kabarett über Konzerte bis hin zu Vorträgen.

Es war immer wichtig, mit der Zeit zu gehen.

Wolfgang Moritz über das Bühnenprogramm

Größen wie die Kölsche Kultband Bläck Fööss, Satiriker Konrad Beikircher oder auch das Ensemble des Improvisationstheaters Springmaus geben sich in der Klosterkirche die Klinke in die Hand. „Das hat dazu geführt, dass sich deutschlandweit Kulturinteressierte auf den Weg nach Lennep machen“, erklärt Moritz, der ganz sicher Bücher über den Wandel in der Kulturlandschaft schreiben könnte.

Sieben hauptamtliche Kulturmanagerinnen wirkten im Laufe der drei Jahrzehnte an seiner Seite, um ungezählte Gastspiele zu organisieren. „Es war immer wichtig, mit der Zeit zu gehen und die Wünsche des Publikums in den Mittelpunkt zu stellen“, erklärt er. Das gilt auch für die Jazzmatineen, an die er sich gern erinnert. Am Anfang seien bei diesen Konzerten Sitzgelegenheiten in dem Saal für über 300 Besucher nicht nötig gewesen. Die Gäste swingten mit: „Dann mussten wir die Hälfte des Raums mit Stühlen versehen.“ Am Ende der Jazz-Ära saßen alle, sie waren älter geworden.

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In seinem Ehrenamt standen ihm stets zahlreiche Wegbegleiter zur Seite. Über 500 Mitglieder zählt der Verein. Mit ihren Beiträgen sowie mit Hilfe von Gönnern sei es überhaupt möglich, das umfangreiche Bühnenprogramm auf die Beine zu stellen. „Der Stadt Remscheid haben wir das Gebäude für den Symbolbetrag von einer D-Mark verkauft. Dafür kommt uns die Pacht der Gaststätte zugute“, erklärt der ehemalige Vorsitzende, der sich auf ein Kompetenzteam im Vorstand verlassen konnte – vom Finanzfachmann bis zum Architekten.

Rat und Tat waren immer wieder gefragt, ob beim Bau des Wintergartens an der Klosterschänke über Brandschutzmaßnahmen – bis hin zu den Folgen der Pandemie. Zuletzt musste Wolfgang Moritz den Verein durch schwere Zeiten steuern. Corona führte dazu, dass der Betrieb zwischenzeitlich ruhte. Dann fielen reihenweise Auftritte aus, weil zu wenig Karten verkauft wurden. Nun kehrt das Publikum sehr zögerlich zurück. „Es gilt, alles Schritt für Schritt wieder aufzubauen“, sagt Moritz, der stolzer Opa von vier Enkelkindern ist. Für sie hat er nun mehr Zeit. Der Klosterkirche aber will er als Gast treu bleiben.

Zuletzt hatte er dazu beim Konzert der Bläck Fööss am 19. Mai die Gelegenheit, das dem Team mal wieder ein restlos ausverkauftes Haus bescherte. Das macht Mut und ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich sein Einsatz hinter den Kulissen gelohnt hat – ganz besonders für die Kulturlandschaft in Lennep.

Abstimmung

Bis kommenden Sonntag 29. Mai, können Interessierte online abstimmen, wer den Bürgerpreis 2022 gewinnen soll. Wer will, kann zudem den Coupon (links) ausfüllen und an den Remscheider General-Anzeiger schicken: Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid. Die Siegerehrung findet im Juni statt.

Wir versichern, dass persönlichen Daten sowie die Daten genannter Dritter nur im Rahmen des Remscheider Bürgerpreises verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken o. ä. erfolgt nicht.

Abstimmen können Interessierte hier.

Die anderen Kandidaten

Petra und Robert Köser helfen Menschen in Not
Rolf New setzt Frisch Auf Lennep in Bewegung
Marita Lauer kümmert sich um den Nachwuchs

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