Solar-Anlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude

Bürgerfonds soll für mehr Ökostrom sorgen

Auch Solingen zeigt, wie es gehen kann: Diese PV-Anlage auf dem Dach der Grundschule Weyer wird von der Bürgerenergie Solingen betrieben. Archivfoto: Ingeborg Friege
+
Auch Solingen zeigt, wie es gehen kann: Diese PV-Anlage auf dem Dach der Grundschule Weyer wird von der Bürgerenergie Solingen betrieben.

Mit einem Bürgerfonds möchten SPD, Grüne und FDP für mehr Solarstrom in Remscheid sorgen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Über den Fonds sollen Bürger aber auch interessierte Unternehmen Geld in Photovoltaik-Anlagen auf Dächern städtischer Gebäude investieren können. Im Umweltausschuss wurde ein entsprechender Antrag der Gestaltungsmehrheit mit deren Stimmen verabschiedet.

Unumstritten war der allerdings nicht. Vor allem weil der Antrag die Verwaltung auffordert, den Fonds zusammen mit den örtlichen Kreditinstituten und den Stadtwerken zu initiieren – ohne dessen Ausgestaltung zu konkretisieren. „Das können und wollen wir nicht explizit vorgeben“, betonte David Schichel, Grünen-Fraktionschef im Stadtrat. Details wie die Rechtsform sollten später ausgearbeitet werden.

Doch das passte CDU und Linke überhaupt nicht. Man habe „natürlich ein wenig Probleme mit dem Antrag“, sagte Axel Behrend (Linke) und auch Rosemarie Stippekohl (CDU) schlug vor, daraus ein Prüfauftrag zu machen: Die Verwaltung solle herausfinden ob und, wenn ja, wie ein solcher Bürgerfonds umgesetzt werden kann.

Doch angesichts der Formulierung „die Stadt Remscheid initiiert“ sahen die Vertreter von SPD und Grüne – Sven Chudzinski (FDP) hatte sich zuvor für befangen erklärt, er ist Mitarbeiter einer der genannten Banken – darin kein Problem. Dadurch sei „ein gewisser Prüfcharakter zu erkennen“, sagte Christian Günther (SPD).

So stimmten am Ende alle Ausschussmitglieder den Teilen des Antrags zu, in denen geregelt wird, dass die Stadt mögliche Dachflächen prüft, und auflistet und die EWR als Teil der Stadtwerke den technischen Part übernimmt. Der erste Absatz, dass die Stadt den Fonds zusammen mit der Stadtsparkasse, der Volksbank im Bergischen Land und der EWR an den Start bringt, wurde insbesondere mit den Stimmen der Gestaltungsmehrheit verabschiedet.

Dass Bürger in Solaranlagen auf öffentlichen Dächern investieren, ist übrigens gar nicht selten. Im oberbergischen Lindlar werden so zum Beispiel Anlagen auf zahlreichen Schuldächern betrieben, im benachbarten Engelskirchen auf dem Dach der Technischen Betriebe. Eigner ist hier allerdings eine Genossenschaft.

Und die schüttet seit vielen Jahren konstant Renditen von 2,5 Prozent pro Jahr aufs eingezahlte Kapital an ihre rund 250 Mitglieder aus. Auch der Remscheider Bürgerfonds soll nicht nur der Umwelt dienen, wie David Schichel andeutete: Geplant sei, dass damit Gewinn erwirtschaftet werde, zumal der Preisvorteil von selbst erzeugter Energie stetig größer werde, solange der Strompreis weiter steige. Ob dieser Gewinn direkt in neue Anlagen reinvestiert oder an die Investoren ausgeschüttet werde, auch das müsse später noch geklärt werden.

Remscheid ist für E-Auto-Fahrer noch sehr unattraktiv. Das zeigt ein aktuelles Ranking des Verbands der Automobilindustrie (VDA), bei dem die Zahl der Ladepunkte ins Verhältnis zu den zugelassenen Autos gesetzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Viele Einsätze für die Feuerwehr am Samstag
Viele Einsätze für die Feuerwehr am Samstag
Viele Einsätze für die Feuerwehr am Samstag
Geplante Gewerbegebiete in Bergisch Born: Nachfrage ist groß
Geplante Gewerbegebiete in Bergisch Born: Nachfrage ist groß
Geplante Gewerbegebiete in Bergisch Born: Nachfrage ist groß
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute
Dr. Frank Neveling: „Intensivkapazitäten sind bereits knapp“
Dr. Frank Neveling: „Intensivkapazitäten sind bereits knapp“
Dr. Frank Neveling: „Intensivkapazitäten sind bereits knapp“

Kommentare