Unterstützung des Einzelhandels

„Remscheid bringt’s“ folgt dem Bochumer Beispiel

Mit „Remscheid bringt’s“ soll der Einkauf noch am selben Tag Zuhause angeliefert werden. Archivfoto: Doro Siewert
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Mit „Remscheid bringt’s“ soll der Einkauf noch am selben Tag Zuhause angeliefert werden.

Dem Rat wird ein nachhaltiges Projekt zur Unterstützung des Einzelhandels vorgelegt.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Den Einzelhandel unterstützen und gleichzeitig nachhaltig sein – das alles soll mit dem Projekt „Remscheid bringt’s“ verwirklicht werden. Dem Rat der Stadt wird in der kommenden Ratssitzung am 28. April ein Konzept vorgelegt, das im Rahmen der Billigkeitsrichtline entstanden ist.

Dahinter verbirgt sich ein Erlass des Landes NRW vom November 2021, durch den Schäden in Folge ausgebliebener Investitionen in den Klimaschutz auf kommunaler Ebene kompensiert werden sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten viele Klimaschutzmaßnahmen nicht finanziert werden, da unter anderem Steuereinnahmen fehlten. Das Land NRW möchte aber die festgelegten Klimaziele einhalten.

Die Idee: Lokal kaufen und liefern lassen – und das am selben Tag

Insgesamt stellt das Land 40 Millionen Euro im Rahmen der Billigkeitsrichtline zur Verfügung, die Größe der Fördermittel hängt mitunter von der Einwohnerzahl ab. Die Kommunen entscheiden dabei stets selbstständig über die Art der Verwendung, so kann die Förderung zum Ausbau einer nachhaltigen Verkehrsstruktur genutzt werden oder für ein modernes, klimafreundliches Projekt. Dahinter steckt die Idee, dass Bürgerinnen und Bürger bei lokalen Geschäften bereits beim Einkauf vor Ort die Lieferung mit dem Dienst „Remscheid bringt’s“ in Anspruch nehmen können. Bestellungen wären aber auch per Telefon oder online möglich. Die bestellten Schreibwaren, Kleidung, Schuhe und mehr könnten noch am selben Tag durch den Service von „Remscheid bringt’s“ geliefert werden.

Das Konzept setzt unter anderem auf Elektromobilität – Abholung und Lieferung sollen mit einem Elektro-Lastenfahrrad oder Elektro-Kleinbus erfolgen. Auch die Auslieferung soll möglichst nachhaltig und effizient geplant werden. Eine Software berechnet die kürzesten Wege zwischen den verschiedenen Kunden. Die Initiative der Stadt „Kaufe und genieße lokal“ soll so zudem gefördert werden.

Wenn der Rat dem Vorschlag folgt, soll das Projekt „Remscheid bringt’s“ bereits ab 1. Juli für ein Jahr den Betrieb aufnehmen. Die Finanzmittel dafür sind bereits beantragt und vom Land genehmigt worden, 30 000 Euro sind veranschlagt. Damit soll die Miete für das Büro, sämtliche anfallenden Tätigkeiten sowie die Werbung abgedeckt werden.

Die Stadt Remscheid hat sich bei dem Konzept für den Lieferservice übrigens an einem ähnlichen Konzept aus Bochum orientiert. „Bochum bringt’s“ gibt es bereits seit Dezember 2020 und ist innerhalb von kurzer Zeit in der Ruhrgebietsstadt gut angenommen worden. Dort sind zum Beispiel Bekleidungsgeschäfte und auch Juweliere dabei. Um Verpackungsmüll zu reduzieren, werden in Bochum recycelbare Transportboxen für die Händler bereitgestellt. | Standpunkt

Standpunkt: Späte Reaktion

Von Michelle Jünger

michelle.juenger@rga.de

Lokal kaufen und am selben Tag umweltfreundlich liefern lassen – das könnte in Remscheid bald Realität werden. Der grüne und digitale Aspekt des Konzeptes kann sehr reizvoll sein, wenn man berücksichtigt, das insbesondere Onlinebestellungen aus dem Ausland alles andere als umweltfreundlich sind. Das ist schön und gut, allerdings kommt es im Verhältnis sehr spät. Ähnliche Konzepte gibt es schon wesentlich länger. Vorbild „Bochum bringt’s“ und das Solinger Äquivalent „Solingen liefert“ sind bereits im Jahr 2020 an den Start gegangen. Ausgestattet ist man dort auch mit eigener Website oder sogar einer App, wodurch der Onlinehandel auch zentralisiert wird. Entstanden sind beide Konzepte mit dem Hintergrund, dass der Einzelhandel schon früh während der Pandemie unterstützt werden sollte. Mittlerweile ist alles offen, selbst Masken sind nicht mehr verpflichtend. Der Drang, wieder zu leben und selbst einzukaufen, könnte größer sein als die bequeme, grüne Lieferung, wenn man doch ohnehin bereits im Geschäft ist.

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