Seit Jahrzehnten

Brigitte Müller engagiert sich für behinderte Kinder und Jugendliche

Jüngst ging es für die behinderten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei einem Tagesausflug nach Linz am Rhein. Foto: Hans Jürgen Roth
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Jüngst ging es für die behinderten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei einem Tagesausflug nach Linz am Rhein.

Seit Jahrzehnten engagiert sich Brigitte Müller in der Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen.

Von Sabine Naber

Remscheid. Sie sind für die Teilnehmer eine schöne Freizeitaktivität: Die inklusiven Ausflüge von behinderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die die Lenneperin Brigitte Müller organisiert. Schon seit Jahrzehnten engagiert sie sich im Bereich der inklusiven und integrativen Jugendarbeit. Auch wenn sie nicht mehr mit ganz so vielen Teilnehmern unterwegs ist: Noch denkt sie nicht ans Aufhören. Viele Fahrten stehen noch auf dem Programm. Und regelmäßige Treffen zwei Mal in der Woche bietet sie auch an.

„Gerade haben wir einen tollen Tagesausflug nach Bonn gemacht, sind mit dem Schiff bis nach Linz am Rhein gefahren und haben an einem langen Tisch miteinander zu Mittag gegessen“, berichtet sie. Mit dabei war ausnahmsweise einmal der katholische Pfarrer Hans Jürgen Roth, der die Fahrt nicht nur finanziell mit 1200 Euro unterstützt hatte. „Ich habe mit Brigitte Müller im Vorfeld überlegt, wie man die Kinder und Jugendlichen am besten erreichen kann. Während der Schiffsfahrt habe ich dann allerhand spannende Geschichten und Legenden erzählt, und habe gestaunt, wie gut das den Kindern gefallen hat.“ Erzählt hatte Roth, der bereits sein 50-jähriges Priesterjubiläum gefeiert hat, zum Beispiel vom Drachenfels, wo früher ein böser Drachen wohnte oder auch davon, wie das Riesengebirge entstanden ist.

Roth hatte den Ausflug von den Spenden finanziert, die bei seinen Vorlesungen oder auch Beerdigungen zusammenkommen. Und die er immer in einem sozialen Bereich investiert. „Aber nicht in irgendeinen Topf, sondern im Rahmen von Begegnungen, die immer ein Erlebnis für beide Seiten sind“, schildert er sein Anliegen.

Gut kam bei diesem Ausflug auch an, dass er auf der Bustour, als die Spitzen des Doms auftauchten, den bekannten Song „Mer losse dr Dom in Kölle“ erschallen ließ und so auch für musikalische Unterhaltung gesorgt hatte. „Ich fand die Gemeinschaft beim Mittagessen auch so schön. Als sich alle die angeschnittenen Pizzen teilten und die unterschiedlichen Stücke miteinander ausgetauscht wurden. Ein wunderbares Symbol von Gemeinschaft.“

Zurzeit umfasst die Gruppe elf Teilnehmer

Auch Schloss Burg hatte die Gruppe um Brigitte Müller schon besucht. Ebenso wurde der Altenberger Dom besichtigt. Auch war man im Asiatischen Museum in der Nachbarstadt Radevormwald zu Gast. „Da haben wir dann anschließend chinesisch gegessen. Ein gemeinsames Essen im Hotel oder einem Restaurant, das finden alle gut“, sagt Brigitte Müller.

Auf dem Plan steht auch noch ein Köln-Besuch, ebenfalls gekoppelt mit einer Schiffsfahrt. Und die Wasserspiele unterhalb des Doms werden bei dieser Gelegenheit auch einbezogen. „Die Kinder lieben es, wenn wir auf Spielplätze gehen“, weiß die Organisatorin. Auch der Wuppertaler Zoo soll unbedingt noch besucht werden.

„Ein gemeinsames Essen im Hotel oder einem Restaurant, das finden alle gut.“

Brigitte Müller, Organisatorin

Zurzeit sind elf Kinder in der Gruppe, gerne könnten aber noch welche dazu kommen. In der Schulzeit holen Brigitte Müller und ihr Team die Kinder von der Schule ab und unternehmen mittwochs und freitags etwas Schönes mit ihnen.

Sie finanziert die Unternehmungen mit den behinderten Kindern und Jugendlichen durch die Hilfe der Krankenkassen. Abgerechnet wird über Verhinderungspflege und über Betreuungskosten. Angefangen hatte ihr Engagement in den 80er Jahren mit den eigenen Ponys, auf denen die Schülerinnen und Schüler der Hilda-Heinemann-Schule reiten durften. Daraus entwickelte sich dann die Freitagsgruppe „Unbehindert miteinander“, die sich ab dann jede Woche traf und später im evangelischen Gemeindehaus in Lennep zusammenkam.

„Ich habe immer ökumenisch gelebt, jetzt aber eher in der katholischen Gemeinde. Von St. Bonaventura habe ich Räume für meine Gruppe bekommen. Ich freue mich sehr, dass es weitergeht“, sagt Brigitte Müller. Die Freitagsgruppe hatte sie in Absprache mit der Stadt aufgebaut, bevor sich später die evangelische Kirchengemeinde Lennep hier engagierte. „Erst hatte ich dann eine halbe Stelle, dann kam noch eine halbe Stelle beim Diakonischen Werk dazu. Mein Chef hat mir damals gesagt, ich dürfe nicht aufhören, sollte im kleinen Kreis weitermachen“, erinnert sie sich und lacht.

Hintergrund

Wer bei der inklusiven, integrativen Jugendarbeit dabei sein möchte, der kann sich mit Brigitte Müller in Verbindung setzen. Sie ist telefonisch unter Tel. 66 52 11 in Lennep zu erreichen. Auch Pfarrer Hans-Jürgen Roth kann sich durchaus eine Fortsetzung des gelungenen Ausflugs vorstellen.

Über ein Hochbeet samt Pflanzen und drei Sets mit Harke, Schaufel und Hacke dürfen sich die Kinder der Integrativen Kindertagesstätte Fuchsweg in Lüttringhausen freuen.

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