Mein Blick auf die Woche

Remscheid braucht mehr als Planer von Werweißwo

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Nach dem DOC-Desaster sollen nicht weniger als drei Planungsbüros neue Zukunftsentwürfe für Lennep entwickeln. RGA-Lokalchef Axel Richter findet: Remscheid braucht weniger Planer von Werweißwo. Remscheid braucht die Expertise derer, die in Remscheid zu Hause sind.

Remscheid. Barcelona, Ljubljana, Paris: Viele europäische Städte verbannen die Autos aus ihren Innenstädten. Köln will bis 2030 folgen. In Remscheid gibt es noch keine Jahreszahl, doch auch hier hat die Stadtverwaltung das Ziel klar vor Augen: die Remscheider Innen- und die Lenneper Altstadt sollen „autoarm“ werden.

Nun ist Remscheid nicht Köln und schon gar nicht Barcelona, Ljubljana oder Paris. Sollen die Autos aus den Städten verschwinden, erfordert das deshalb jeweils eine unterschiedliche Umsetzung. Und vor allem die Mitnahme der Menschen, die in den Innenstädten wohnen und arbeiten.

Markus Kötter (CDU), neuer Bezirksbürgermeister von Lennep, forderte das in dieser Woche mit deutlichen Worten ein. Die Anwohner und Gewerbetreibenden in der Lenneper Altstadt seien schließlich nicht weniger vom Fach als Planungsbüros und Expertenteams von außerhalb.

Tatsächlich sind Stadt- und Verkehrsplaner wie auch Quartiersentwickler, Citymanager, Netzwerker, Kümmerer, Lotsen und andere Ratgeber in Remscheid seit Jahren regelmäßig und zahlreich vertretenen. Allein in Lennep werden bald nicht weniger als drei von ihnen tätig sein. Das eine Büro moderiert die Bürgerbeteiligung zur Entwicklung der ehemaligen DOC-Flächen. Das zweite entwirft Pläne für eine neue Kölner Straße und das dritte ein neues Stadtteilentwicklungskonzept, wobei die Suche nach diesen Experten noch andauert.

Autofreie Zonen: Es braucht Expertise derer, die dort zu Hause sind

Weitere Büros sind im städtischen Auftrag in Alt-Remscheid tätig. Das eine heißt Stadtkinder und wartete zuletzt vergeblich darauf, mit den Kremenhollern für ihren neuen Quartiersplatz in Kontakt zu treten. Das andere heißt Planersocietät und spazierte in dieser Woche für ein neues Verkehrskonzept mit vielen eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber wenigen Remscheider Bürgerinnen und Bürgern durch die Innenstadt.

Das ist das Problem der Expertenteams von Werweißwo: Selbst kennen sie sich vor Ort zu wenig aus, um am Ende mehr zu hinterlassen als bunte Bilder und wohlfeile Empfehlungen. Und jene, die sich auskennen, erreichen sie nicht. Beziehungsweise es folgt ihren Einladungen zum Mitmachen immer nur der gleiche Personenkreis.

Die Entscheidung darüber, ob die Remscheider Innenstadt und die Lenneper Altstadt autofrei werden oder nicht, ist zu weitreichend, um sie einfliegenden Planungsbüros und Expertenteams zu überlassen. Dafür braucht es die Expertise derer, die in Lennep und auf dem Stadtkegel zu Hause sind.

Sie zu erreichen, tut die Stadt Remscheid sich schwer. Was allerdings nicht verwundern kann. Zu viel ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten be- und vor allem zerredet worden. Auf Planungszellen, Bürgerwerkstätten, Planungsspaziergänge, Akteursgespräche hat deshalb manch einer längst keine Lust mehr.

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