Eröffnung als Gründerzentrum geplant

Bökervilla: Sanierer warten auf Genehmigung

Die historische Bökervilla steht seit einigen Jahren leer. Für 2023 ist ihre Eröffnung als Gründerzentrum geplant.Foto: Roland Keusch
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Die historische Bökervilla steht seit einigen Jahren leer. Für 2023 ist ihre Eröffnung als Gründerzentrum geplant.

Die neue Eigentümerin will nach eigenen Worten sofort mit den Bauarbeiten starten.

Von Axel Richter

Remscheid. Juliane Horn würde die Bauarbeiter nur zu gern zur Bökervilla ausrücken lassen. Lieber heute als morgen, sagt die Geschäftsführerin der Firmengruppe Küpper: „Auch um jetzt das schöne Wetter für Außenarbeiten zu nutzen.“ Doch nach wie vor wartet die Wuppertalerin auf die Baugenehmigung der Stadt Remscheid: „Sie können ja mal nachfragen, wann die Herrschaften damit rechnen“, entgegnet sie auf Nachfrage des RGA.

Drei Jahre liegt es zurück, da erwarb das Immobilienunternehmen das denkmalgeschützte Gebäude an der Elberfelder Straße. Für 280.000 Euro hatte Küpper den Zuschlag erhalten. Die Gründerschmiede, eine Vereinigung von Jungunternehmern, hätte die Villa zwar auch gern erstanden, konnte bei dem Preis aber nicht mithalten und ging deshalb leer aus.

„Die Stadt steht da nicht auf der Bremse.“

Peter Heinze, Baudezernent

Auch Küpper will das historische Gebäude in ein Haus mit Büroräumen für Existenzgründer verwandeln. Dazu soll ein Bistro entstehen. Doch weit sind die Sanierer im Auftrag des neuen Eigentümers mangels Baugenehmigung bislang nicht gekommen. Nach 2019 und 2020 ließ Küpper das Haus deshalb auch im Herbst 2021 winterfest machen.

Nun soll alles ganz schnell gehen. „Es ging noch um Kleinigkeiten. Um Stellplätze. Und im angrenzenden Bökerspark sollte der eine oder andere Baum stehenbleiben“, berichtet Baudezernent Peter Heinze auf Nachfrage. Quintessenz: „Die Stadt steht da nicht auf der Bremse.“ Die Baugenehmigung werde in Kürze erteilt. „Das kann nur noch eine Frage von Tagen sein.“

Vielleicht ja schon Anfang kommender Woche. Er hoffe, sagt Andreas Huth, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung, Verkehrs- und Bauleitplanung, dass dann eine letzte planungsrechtliche Stellungnahme vorliege. Unter anderem gehe es darin um einen Anbau in Richtung Bökerspark.

Darin soll das Bistro entstehen. Ein Gastronom, der es betreiben möchte, fand sich bislang nicht. Jedenfalls keiner, den das Unternehmen Küpper gern hätte. Juliane Horn hofft nun, dass sich mit Beginn der Umbauarbeiten ein geeigneter Küchenchef findet.

Für die Räume, die das Wuppertaler Unternehmen in der alten Fabrikantenvilla auf dem Stadtkegel herrichten möchte, gebe es unterdessen schon einige Interessenten, sagt die Chefin. „Wir haben mehrere Mietanfragen. Viele wollen Teil der Gemeinschaft in der Villa werden.“

2023 gilt nach wie vor als das Jahr, in dem die Jungunternehmer in den Coworking-Spaces der sanierten Bökervilla ihre Gründerarbeit aufnehmen können. „Wir haben alle Auflagen erfüllt“, sagt Küpper-Chefin Juliane Horn. „Seither herrscht bei uns fröhliches Warten.“

Standpunkt: Lasst es funkeln

Von Axel Richter

axel.richter@rga.de

Es gibt Firmen, die kaufen Immobilien, um sie gewinnbringend wieder zu veräußern. Doch die Bökervilla ist nicht die Sinn-Leffers-Ruine und die Firma Küpper aus Wuppertal ist kein Unternehmen aus Werweißwo, dem es am Ende herzlich egal sein kann, was die Remscheider von ihm denken. Ja, gewiss: Auch Küpper will in Remscheid Geld verdienen und auch Küpper hat sich mit dem ehemaligen Amtsgericht in Lennep von einer zuvor erworbenen Immobilie wieder verabschiedet. Beides hat jedoch nichts Ehrenrühriges. Unternehmen müssen Geld verdienen, sonst können sie nicht existieren. Und Unternehmen müssen sich von Investitionen trennen, wenn sie sich nicht rechnen. Zu hoffen bleibt, dass die Rechnung aufgeht, die Küpper für die Bökervilla aufgemacht hat. Nach dem Auszug der städtischen Musik- und Kunstschule steht das altehrwürdige Gebäude schon viel zu lange leer. Die Substanz dürfte gelitten haben. Und sie leidet weiter, je länger die Sanierung auf sich warten lässt. Dabei ist die alte Unternehmervilla ein Schmuckstück. Nach dem Verkauf 2019 ist es für die Stadt und den Investor überfällig, dieses Schmuckstück wie- der funkeln zu lassen.

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