DRK bittet um Mithilfe

Blutspenden ist selbst im Lockdown erlaubt

Wie schon beim RGA-Blutspendemarathon stehen die Liegen weit genug auseinander. Archivfoto: Roland Keusch
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Wie schon beim RGA-Blutspendemarathon stehen die Liegen weit genug auseinander.

Vor allem Krebskranke sind dringend auf Konserven angewiesen.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. 1000 Blutspendetermine sind dem DRK-Blutspendedienst West coronabedingt in ganz Nordrhein-Westfalen bislang geplatzt – und damit fehlen bereits 40 000 Konserven, auf die vor allem chronisch Kranke dringend angewiesen sind. „Natürlich wird in Coronazeiten weniger in den Kliniken operiert, weswegen die Bestellungen der Kliniken leicht zurückgegangen sind. Aber das Haupteinsatzgebiet der Blutkonserven ist und bleibt die Krebstherapie“, erklärt Stephan David Küpper, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West. Und diese muss auch in Coronazeiten weiterlaufen. Blutspenden retten jedoch auch das Leben von Unfallopfern oder gar von Babys und Müttern bei komplizierten Geburten. Der enorme Rückgang seit März bedeutet konkret: Leben sind in Gefahr. „Wenn wir keine Termine durchführen, dann sterben noch mal weitaus mehr Menschen, die behandelt werden müssen“, macht Küpper deutlich. Und ein Ende ist nicht abzusehen. „Wir gehen davon aus, dass uns Covid-19 auch im ersten Halbjahr 2021 noch in Atem hält.“

Dass so viele Blutkonserven fehlen, hat mehrere Gründe. Zum einen sind Lokale dichtgemacht worden, zum anderen gab es keine Blutabnahmen mehr in Firmen, weil Mitarbeiter im Home Office arbeiteten. Auch mussten die DRK-Trucks in der Garage bleiben. Seit kurzem ist ein Mobil erst wieder auf der Straße, um auf öffentlichen Plätzen Halt zu machen. Täglich müssten die DRK-Mitarbeiter, die Blutspendetermine koordinierten, mit Hausmeistern und Verwaltern diskutieren. Der Tenor: „Ihr kommt hier nicht rein.“

„Wir können den Laden nicht einfach zumachen.“
Stephan David Küpper, DRK-Blutspendedienst West

Blutspendeaktionen, die vom DRK durchgeführt werden, sind grundsätzlich erlaubt. „Sie sind in der Coronaschutzverordnung ausdrücklich von den Maßnahmen ausgenommen, weil wir einen systemrelevanten Bereich abbilden“, betont der DRK-Sprecher. Es mache sich also niemand strafbar, wenn er zu einem Blutspendetermin in eine Turnhalle oder ein Pfarrheim gehe – egal, wie viele Menschen aus wie vielen Haushalten dort sind. „Selbst wenn es Ausgehverbote geben sollten wie in Frankreich, wären Blutspenden immer noch erlaubt. Wir können den Laden nicht einfach zumachen.“ Das Rote Kreuz braucht also nicht nur Lebensretter, sondern auch Spenderlokale. „Ohne das Dach über dem Kopf keine Spende, keine Konserve, keine Hilfe für den Menschen.“

Die Spender seien sicher, betont Küpper. Kein Lokal sei bislang zum Hotspot geworden. Dort gelten die üblichen AHA-Regeln. Zudem stehen Desinfektionsmittelspender bereit. Wer seine Maske vergessen haben sollte, bekommt eine vom DRK. Am Eingang wird die Temperatur gemessen. „Auch zwischen den Spenderliegen haben wir die Abstände vergrößert“, erklärt Küpper. Statt Kottenbutter und Kaffee samt geselligem Plausch im Anschluss gibt es nun einen Snack-to-go, meist Süßigkeiten oder Obst.

Wichtig: Wer spenden möchte, sollte sich auf der Internetseite über den nächsten Termin in Remscheid informieren – aktuell ist dies der 27. November in Lennep – und online einen Termin buchen. Wie schon beim RGA-Blutspendemarathon. Mit der Online-Terminreservierung hat das DRK bereits gute Erfahrungen gemacht. Und es hat auch einen großen Vorteil für den Spender: Er muss nicht mehr so lange warten.

Alle Infos und Termine: blutspendedienst-west.de

In Corona-Zeiten ist die Blutspende noch wichtiger. 

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