Aktion von Rotem Kreuz und RGA

Blutspende-Marathon: 472 Menschen spendeten Blut

Katrin Dittrich (l.) wird von Carina Müller vom DRK-Blutspendedienst gerade der Zugang für die Blutspende gelegt.
+
Katrin Dittrich (l.) wird von Carina Müller vom DRK-Blutspendedienst gerade der Zugang für die Blutspende gelegt.

9. Remscheider Blutspende-Marathon: Erstmals gab es Bratwurst und Pommes vom Imbiss.

Stefan Ritter war einer der vielen Spender.

Remscheid. Der Blutspenderekord von 2019 bleibt weiterhin bestehen. Beim 9. Blutspendemarathon am Montag gaben insgesamt 472 Remscheiderinnen und Remscheider ihr Blut, das entspricht etwa einer Menge 236 Litern. Zum Vergleich: 2019 kam der Marathon auf das hervorragende Ergebnis von 540 Spenden. Auch 2021 war die Ausbeute höher. Letztes Jahr kamen insgesamt 513 Blutspenden zusammen.

Dennoch war Vera Sievert vom DRK-Blutspendedienst sehr zufrieden mit dem Gesamtergebnis. Denn auch andere Zahlen könnten sich sehen lassen. Unter den 472 Spenderinnen und Spendern waren 65 Personen, die zum ersten Mal Blut gespendet haben. Zudem konnte die Westdeutsche Spenderzentrale 51 Personen neu für mögliche Knochenmark- oder Stammzellenspenden typisieren und in die Spenderdatei aufnehmen.

Der Blutspendemarathon in der Sporthalle Hackenberg veranstalteten Stadt Remscheid, DRK, RGA und Radio RSG gemeinsam. mj

Unser Bericht über den 9. Blutspende-Marathon

Von Michelle Jünger

Remscheid. Zum 9. Mal fand am Montag der Remscheider Blutspendemarathon von DRK, RGA, Radio RSG und der Stadt Remscheid in der Sporthalle Hackenberg statt. Und die Remscheider kamen fleißig spenden. Bereits kurz nach 13 Uhr, direkt zu Beginn bildeten, sich Schlangen am Einlass. Die hochsommerlichen Temperaturen ließen sich jedoch unter dem Pavillon am Eingang halbwegs aushalten, auch eine Abkühlung gab es jederzeit für die bereitwilligen Spenderinnen und Spender. Evelin Müller, Remscheids Blutspendebeauftragte vom Deutschen Roten Kreuz, war aufgrund der knapp 460 Voranmeldungen schon optimistisch, dass das erhoffte Ziel von mindestens 500 Spenden erreicht würde.

Die Online-Terminvergabe habe sich außerdem bewährt, es laufe viel entspannter ab, so Müller. „Wer keinen Termin hat, wird aber nicht abgewiesen“, fügt sie hinzu. Mit oder ohne Termin, Warten musste man an verschiedenen Stationen, wie der Anmeldung oder der Blutuntersuchung und dem Fiebermessen, welches notwendig sei. Mit niedrigen Eisenwerten oder leichter Temperatur dürfe man nicht spenden, sagt Evelin Müller.

rga

Bei den Aufklärungsgesprächen dauerte es bisweilen aber ein wenig. Die Ärzte müssten Erstspender nämlich umfangreicher beraten, das koste Zeit, so Evelin Müller. Und davon seien dieses Mal einige dabei gewesen. Allein acht waren innerhalb der ersten Dreiviertelstunde nach Beginn des Marathons zur Anmeldung bei ihr. „Die bekommen eine allgemeine Aufklärung, es wird auch geklärt, ob sie vorab genug gegessen und getrunken haben“, sagt Müller.

Ohne die DRK-Mädels kein Blutspende-Marathon

Auch wie viel gespendet werde, wie oft man spenden könne, dass am Tag der Spende kein Sport mehr gemacht werden solle, werde in diesen Gesprächen thematisiert. „Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Erstspender zu haben, der kollabiert. Die kommen dann nicht mehr wieder“, merkt Müller an.

Aber es lief gut an bei diesem Blutspendemarathon. Nach anderthalb Stunden waren schon über 120 Remscheiderinnen und Remscheider dabei, sagt Vera Sievert vom DRK-Blutspendedienst. Vom DRK waren 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der ersten Schicht im Einsatz. In der Nachmittagsschicht wurde außerdem noch aufgestockt, damit es nicht zu langen Wartezeiten kommen konnte.

Zur Stärkung danach gab es Currywurst mit Pommes.

Einer der Spender war Daniel Kaufmann. Für ihn war es das erste Mal. „Das war eine spontane Entscheidung. Ich hab's im Radio gehört und habe gerade Urlaub“, sagt Kaufmann. Bei so viel Elend und Krieg, sollte man doch etwas tun. „Außerdem weiß man ja nie, ob man selbst nicht auch mal davon abhängig sein könnte, dass jemand spenden gegangen ist“, fügt der junge Mann hinzu. Eine erfahrenere Spenderin hingegen war Daniela Gradante, die aus Überzeugung spendete. Als Krankenpflegerin wisse sie, wie dringend Blut benötigt werde. „Ich versuche, so regelmäßig wie möglich zu spenden“, so Gradante. Bei ihr war es deshalb die 39. Spende insgesamt.

 Erstmalig gab es bei diesem 9. Blutspendemarathon DRK, RGA, Radio RSG und Stadt als Dankeschön Brat- oder Currywurst mit Pommes von „Kathis & Mannis Imbiss“ aus Breitscheid statt der üblichen Schnittchen. „Dann können die Spenderinnen und Spender etwas zu Kräften kommen. Und es zeigt etwas Anerkennung“, sagt Manfred Debrowski. Vor vier Jahren begann seine Zusammenarbeit mit dem DRK in Düsseldorf. Nun unterstützt er auch gerne in Remscheid.

Typisierung

Parallel zum Blutspendemarathon fand eine Typisierungsaktion der Westdeutschen Spenderzentrale statt. Dadurch sollen mögliche Knochenmark- oder Stammzellenspenderinnen und -spender für Menschen mit Leukämie oder anderen Bluterkrankungen gefunden werden. Die Daten werden auch an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland übermittelt.

www.wsze.de

Standpunkt von Sven Schlickowey: Fragile Angelegenheit

sven.schlickowey@rga.de

Gerade in den Ferien nimmt die Zahl der Spender ab. Wenn das Wetter schön ist, meist auch außerhalb. Und in Großstädten kommen im Verhältnis sowieso weniger als aufm Dorf. Die Blutspende ist eine fragile Angelegenheit, Menschen dazu zu bewegen, sich ein paar Minuten still hinzulegen und etwas abzugeben, das ihr Körper meist problemlos nachbilden kann, scheint eine schwierige Aufgabe zu sein. Deswegen braucht es solche Veranstaltung wie den Blutspendemarathon.

Freilich wäre es schön, wenn mehr Menschen auch ohne wochenlange Werbung, Event-Charakter und Belohnungs-Currywurst (Mettbrötchen sind ja wegen Hepatitis-E out) zu Lebensrettern würden, aber am Ende ist es wirklich egal, wie das Blut in die Kliniken dieser Welt gelangt. In diesem Sinne einen herzlichen Dank an alle Blutspender. Und alle anderen können ja am 18. August, dann in Lüttringhausen, nachziehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Flüchtlingsheim bleibt in der Warteschleife
Flüchtlingsheim bleibt in der Warteschleife
Flüchtlingsheim bleibt in der Warteschleife
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten

Kommentare