Temposünder aufgepasst!

Blitzer Bernd (oder Michael?) bekommt jetzt einen Bruder

Semistationäre Geschwindigkeitsanlage heißt der Kasten offiziell. Im neuen Jahr soll ein zweiter kommen.
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Semistationäre Geschwindigkeitsanlage heißt der Kasten offiziell. Im neuen Jahr soll ein zweiter kommen.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Die Stadt will einen weiteren grauen Anhänger anschaffen, um Temposünder zu ahnden.

Remscheid. Bernd (oder heißt er Michael?) bekommt einen Bruder. Die Stadt Remscheid will einen weiteren Blitzcontainer in Grau anschaffen. Der 174.000 Euro teure Anhänger soll eines der Fahrzeuge ersetzen, aus denen die Stadt bisher die Temposünder in den Fokus nimmt. Das alte Blitzauto wird Ende des Jahres außer Dienst gestellt.

Semistationäre Geschwindigkeitsanlage heißt die graue Blitzkiste im Beamtendeutsch. Das heißt nicht mehr, als dass die Kameratechnik auf einem Anhänger montiert ist, der bei Bedarf an eine andere Stelle im Straßenverkehr abgestellt werden kann. Am Straßenrand ist er wenig auffällig, und das Gerät blitzt zuverlässig.

Remscheid: Diese Vorteile haben die mobilen Blitzer

Mit der geplanten Neuanschaffung „vollzieht die Stadt einen Systemwechsel“, erklärt Remscheids Ordnungsdezernentin Barbara Reul-Nocke (CDU). Sie will weg von den mit jeweils zwei Mitarbeitern besetzten Blitzfahrzeugen. Die müssen viele Stunden darin ausharren, was nicht gerade einem Traumjob entspricht.

Bernd (oder Michael?) beziehungsweise demnächst ihr Bruder blitzen dagegen, ohne dabei beaufsichtigt werden zu müssen. Und, sagt Barbara Reul-Nocke: „So ein Gerät wird nicht krank.“

415.000 Euro pro Jahr soll der neue graue Blitzanhänger künftig an Knöllchen in die Stadtkasse fließen lassen. Netto bleiben danach 355.000 Euro pro Jahr übrig. Die Berechnungen der Stadt fußen auf den Erfahrungen, die die Stadt mit der ersten semistationären Geschwindigkeitsanlage in Remscheid sammelte.

Blitzer: Temposünder bringen der Stadt 1,7 Millionen Euro

Sie kam ab 2019 vor allem an der Freiheitstraße zum Einsatz. Die Stadt hatte dort zur nächtlichen Stunde Tempo 30 eingeführt. So sollten die Anwohner besser vor lauten Motoren und Fahrgeräuschen geschützt werden.

Die Erfahrungen seien gut, sagt Barbara Reul-Nocke. Gleiches gelte für die stationären Anlagen an der Neuenkamper Straße, in Forsten oder an der Solinger Straße, wo ein Unfallschwerpunkt damit habe entschärft werden können.

Seinen Namen bekam Bernd (oder Michael?) übrigens von dem Mitarbeiter der Herstellerfirma, der das Gerät der Stadt übergab. Ob er Bernd hieß oder Michael, weiß allerdings so recht keiner mehr.

Standpunkt von Axel Richter: Es ist ganz einfach

axel.richter@rga.de

Mit den Blitzern ist es so eine Sache. Viele Nachbarn rufen nach mehr Tempokontrollen, wenn es um die Straße vor ihrer Haustür geht, denn da wird gerast. Werden die gleichen Nachbarn anderswo geblitzt, ist dagegen schnell von Abzocke die Rede. Dabei ist es ganz einfach: Wer gegen die Regeln verstößt, muss die Konsequenzen tragen. Gesetze sind dazu da, eingehalten zu werden.

Übrigens auch von jenen, die für sich in Anspruch nehmen, ein Ziel zu verfolgen, das aus ihrer Sicht höherwertiger ist als die geltende Regel. Das kann nämlich je nach Motiv und Gesinnung verschieden sein. Der eine klebt sich irgendwo fest, weil er mehr Klimaschutz will. Der andere fährt zu schnell, weil er es eilig hat. Wie bitte? Sie sagen, das sei nicht zu vergleichen? Vielleicht ist das so. Am Ende aber kann es in beiden Fällen zu schwerwiegenden Folgen kommen. Deshalb ist beides verboten. Und wer sich nicht dran hält, muss zahlen.

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