Mannesmann-Denkmal

So geht es mit dem „Blauen Mond“ jetzt weiter

Das Industriedenkmal „Blauer Mond“ erinnert an die Gebrüder Mannesmann. Foto: Roland Keusch
+
Das Industriedenkmal „Blauer Mond“ erinnert an die Gebrüder Mannesmann.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
    schließen

Gericht verhandelt – Stadt sieht Aldi in der Pflicht.

Remscheid. Während sich die gegnerischen Parteien weiter in einem Gerichtsverfahren befinden, rostet ein Industriedenkmal weiter vor sich hin. Der „Blaue Mond“ strahlt schon lange nicht mehr. Auf dem Aldi-Parkplatz an der Burger Straße fristet das Mannesmann-Denkmal nach wie vor ein eher trauriges Dasein. Aber wie geht es jetzt weiter, nachdem das Oberverwaltungsgericht in Münster die Berufung Aldis im März zugelassen hat?

Die Position der Stadt

Baudezernent Peter Heinze erklärt auf RGA-Nachfrage: „In der nächsten Instanz wird grundsätzlich behandelt werden, ob ein ,Blauer Mond‘ aus dem Betrieb eines Aldi-Marktes heraus finanziert werden kann.“ Es geht dabei um eine Grundsatzfragestellung. Denn das hätte eine grundsätzliche Aussage für viele Denkmäler. Das Gericht habe den „Blauen Mond“ auf jeden Fall als Industriedenkmal anerkannt. Wegen des schwebenden Verfahrens kann der Baudezernent keine Details nennen, wie die Stadt nun weiter vorgehen will. Nur so viel: „Wir sind davon überzeugt, dass es richtig ist, diesen Weg zu gehen. Und wir sehen den Inhaber in der Pflicht“, sagt Peter Heinze.

Das Urteil

In dem verwaltungsgerichtlichen Verfahren wegen Denkmalrechts/ Wiederherstellungsanordnung hat der 10. Senat des Oberverwaltungsgerichts für das Land NRW am 3. März auf den Antrag der Klägerin auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 1. Oktober 2020 beschlossen: „Die Berufung wird wegen besonderer rechtlicher und tatsächlicher Schwierigkeiten der Rechtssache zugelassen. Nach den Darlegungen der Klägerin in der Begründung ihres Zulassungsantrags ist eine Überprüfung der angefochtenen Ordnungsverfügung insbesondere hinsichtlich der rechtlichen Überlegungen zur Zumutbarkeit der Wiederherstellung des Denkmals, auf denen sie unter anderem beruht, in einem Berufungsverfahren angezeigt.“

Die Vorgeschichte

Auf dem Gelände des Discounters liegt das Denkmal seit einem Sturm 2015 am Boden. Einer Verfügung, das „MW“ wiederaufzurichten, kam Aldi nicht nach – und reichte am 28. Mai 2018 Klage gegen die Stadt Remscheid ein. Anfang Oktober gab 2020 es eine mündliche Verhandlung. In seinem Urteil kurze Zeit später erkannte das Verwaltungsgericht Düsseldorf den „Blauen Mond“ als Denkmal an, wies die Klage Aldis ab und bescheinigte der Stadt damit, dass ihre Ordnungsverfügung zulässig war. Dagegen legte Aldi einen begründeten Widerspruch ein. Daher ging das Verfahren in die nächste Instanz – ans Oberverwaltungsgericht Münster. Das Antragsverfahren wird nun als Berufungsverfahren fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute

Kommentare