Mannesmann-Wahrzeichen

„Blauer Mond“: Aldi fragt Firmen wegen Wiederaufstellung an

Da liegt er am Boden des Aldi-Parkplatzes: der „Blaue Mond“. Bernd Schützeberg kämpft seit Jahren für den Wiederaufbau. Archivfoto: Roland Keusch
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Da liegt er am Boden des Aldi-Parkplatzes: der „Blaue Mond“. Bernd Schützeberg kämpft seit Jahren für den Wiederaufbau.

Nachdem die Stadt Remscheid mit Aldi erste Gespräche über die Wiederaufstellung des „Blauen Monds“ in Bliedinghausen geführt hat, sucht die Lebensmittel-Kette nun nach geeigneten Firmen.

Remscheid. Update vom 7. September 2021 Aldi sei in Gesprächen mit Metallbaufirmen, erklärt Jörg Schubert von der Stadtverwaltung auf RGA-Nachfrage. Zudem liefen Gespräche zwischen Aldi und der Unteren Denkmalbehörde.

Wann das Mannesmann-Wahrzeichen wieder über dem Südbezirk aufragt, ist derzeit noch ungewiss. „Im besten Fall noch dieses Jahr“, sagt Schubert. Dies hänge von der Auftragslage der beteiligten Firmen ab. Denn gerade Unternehmen im Metallbausegment seien derzeit gut ausgelastet. „Sobald der Eigentümer Aldi weiß, wann dies der Fall ist, werden wir auch informiert, das ist so abgesprochen.“ Der „Blaue Mond“ liegt seit einem Sturm 2015 am Boden des Aldi-Parkplatzes Burger Straße. Nach einem langen Gerichtsstreit zwischen Aldi und der Stadt muss der Discounter den Turm nun wieder aufstellen. -mw-

Update vom 6. Oktober 2020

Gericht: Der „Blaue Mond“ muss wieder aufgestellt werden

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat die Klage von Aldi gegen die Stadt Remscheid zurückgewiesen.

Remscheid . Update vom 6. Oktober 2020: Das teilt Baudezernent Peter Heinze mit. Das bedeutet: Der Blaue Mond muss wieder aufgestellt werden, aber ohne die Beleuchtung. Die habe zur Instabilität des Remscheider Industriedenkmals beigetragen.

Der Mond liegt seit fünf Jahren am Boden - auf dem Gelände des Aldi an der Burger Straße. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Aldi hat vier Wochen Zeit, Revision einzulegen.

Artikel vom 1. Oktober 2020

„Blauer Mond“: Stadt rechnet mit einem Urteil in zwei bis drei Wochen

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf verhandelt Klage zwischen der Stadt und Aldi.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Leuchtet der „Blaue Mond“ bald wieder über Bliedinghausen? Nach der mündlichen Verhandlung am Donnerstag am Verwaltungsgericht Düsseldorf ist immer noch alles offen. Die Stadt erwartet in zwei bis drei Wochen das Urteil, erklärt Baudezernent Peter Heinze auf RGA-Nachfrage. „Es ist noch nicht gefällt. Wir müssen abwarten, wie sich das Gericht positioniert.“ Anderthalb Stunden wurde beraten. Am Verhandlungstisch saßen auf der einen Seite die Stadt Remscheid mit Peter Heinze, Dr. Angela Koch von der Unteren Denkmalbehörde, Thomas Kern vom Rechtsamt und dem städtischen Anwalt, auf der anderen Seite die Aldi nahe stehende Grundstücksgesellschaft.

Seit einem Sturm 2015 liegt das Denkmal am Boden des Aldi-Geländes Burger Straße. Die Stadt hatte eine Verfügung zur Wiederaufrichtung erlassen. Dagegen hatte die Eigentümerin, besagte Grundstücksgesellschaft, Klage erhoben. Der Mannesmann-Turm liegt aber bis heute am Boden und rostet vor sich hin. „Der ,Blaue Mond‘ ist ein Baudenkmal, das Identität stiftet. In dem Objekt bündelt sich die Industriegeschichte Remscheids“, hatte Baudezernent Peter Heinze bereits bei der Ankündigung der Gerichtsverhandlung erklärt. Stefan Grote (SPD), Bezirksbürgermeister des Südbezirks, findet: „Der Abbau des Denkmals war falsch. Es ist gut, dass wir als Politik und Verwaltung nie eingeknickt sind. Wir wollen, dass der Blaue Mond wieder über dem Südbezirk leuchtet!“

„Eine Gerichtsverhandlung hätte nicht sein müssen.“

Bernd Schützeberg

Das möchten freilich auch die Mannesmänner. Schließlich kämpfen sie mittlerweile schon seit fünf Jahren dafür, dass das Wahrzeichen des ehemaligen Mannesmannkonzerns wieder aufgerichtet wird. 4000 Unterschriften haben sie gesammelt. Denn für sie ist es nicht irgendein Denkmal, sondern lebendige Geschichte, die mit vielen Erinnerungen und eng mit ihrer eigenen Geschichte verbunden ist.

„Ich bin guter Hoffnung“, sagt Bernd Schützeberg, der an vorderster Front für den „Blauen Mond“ kämpft. Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der Mannesmann Präzisions GmbH findet: „Eine Gerichtsverhandlung hätte nicht sein müssen. Ich war von Anfang an für eine gütliche Einigung.“ Er habe „positive Anzeichen“, dass genau das nun eintreffen werde. Er sei auch im Kontakt mit Investoren für die dahinterliegenden Grundstücke. „Es muss was passieren.“ Die Bürger bräuchten den Aldi, keine Frage. Aber sie wünschten sich genauso einen Frische- und Drogeriemarkt an der Stelle. Vielleicht mit Café.

Mit einem Film hatte der Verein Mannesmann-Haus beim „Tag des offenen Denkmals“ zuletzt auf den „Blauen Mond“ aufmerksam gemacht. Ursprünglich stand er auf der Hannover-Messe, wurde aber in den 50ern durch einen höheren ersetzt. Das Original, das auf 59 Meter gekürzt wurde, wurde im Mannesmann-Park nahe des Werks auf Wunsch der Belegschaft hin aufgestellt. Das MW-Zeichen in der Konzernfarbe Blau leuchtete zum ersten Mal am 21. August 1961.

Das Denkmal rostet auf dem Aldi-Gelände vor sich hin. Der RGA greift die Positionen der Beteiligten einmal auf.

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