200.000 Euro für die Bibliothek

Fördergelder: Bibliothek, VHS und MKS werden aufgerüstet

Nicole Grüdl-Jakobs (Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums, l.), MKS-Fachbereichsleiterin Teona Gogichaishvili und Daniel Zang, Sachgebietsleiter für die Erwachsenenbibliothek, freuen sich über Geld vom Land. Die Fotos entstanden bei einem MKS-Projekt mit jungen Geflüchteten. Foto: Roland Keusch
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Nicole Grüdl-Jakobs (Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums, l.), MKS-Fachbereichsleiterin Teona Gogichaishvili und Daniel Zang, Sachgebietsleiter für die Erwachsenenbibliothek, freuen sich über Geld vom Land. Die Fotos entstanden bei einem MKS-Projekt mit jungen Geflüchteten.

Das Land NRW fördert die Erneuerung der kompletten Technikanlage der Bibliothek mit 200.000 Euro. Geld gibt es auch für VHS und MKS.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. So etwas hat Nicole Grüdl-Jakobs in den zehn Jahren, in denen sie nun Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums ist, noch nicht erlebt. „Das Land schüttet in den letzten Monaten so viele Fördergelder aus wie noch nie.“ Alle Projektanträge für die drei Abteilungen Musik- und Kunstschule, Bibliothek und Volkshochschule seien auch bewilligt worden. Und das hat nun direkte Auswirkungen für die Nutzer. Wir erklären, welche.

Nicole Grüdl-Jakobs spricht im Interview über die höheren Landeszuschüsse

Volkshochschule: Die Schulabschlussklassen der VHS können sich freuen: Ab dem nächsten Schuljahr können sie auf Laptops und iPads lernen. Mit 54 270 Euro aus dem „React-EU-Programm“ fördert das Land die digitale Ausstattung der Schulabschlussklassen. Die 100 Laptops wurden letzte Woche geliefert, sie werden nun mit Office-Paketen ausgestattet. „Wir möchten für den Fall, dass wir wieder auf digitalen Unterricht umstellen müssen, vorbereitet sein“, erklärt Grüdl-Jakobs. Die Laptops werden im Unterricht eingesetzt, Schüler können diese aber auch ausleihen. Denn viele von ihnen besitzen keinen. Die iPads werden auch von den Lehrern genutzt. Erstmals wird es dann auch Informatik als Wahlfach geben. Glücklicherweise sei man am neuen Standort in den Allee-Arkaden auch mit gutem Wlan ausgestattet.

Bibliothek: Satte 200 000 Euro erhält die Abteilung Bibliothek. Damit kann nun endlich die störanfällige und veraltete RFID-Anlage komplett erneuert werden. Das war in den vergangenen Jahren auch immer wieder in der Kulturpolitik Thema, doch es haperte am Geld. „Bei der Förderung geht es um die Digitalisierung der Bibliotheken. Während sonst nur die Anschaffung gefördert wurde, ist es dieses Mal der komplette Austausch“, freut sich Daniel Zang, Sachgebietsleiter für die Erwachsenenbibliothek. RFID steht für radio-frequency identification, es bezeichnet eine Technologie für Sender-Empfänger-Systeme zum berührungslosen Identifizieren von Objekten. In der Zentralbibliothek laufen folgende Geräte mit der RFID-Technik: die zwei Selbstverbucher, die zwei Innenrückgabeautomaten sowie die 24-Stunden-Außenrückgabe.

All diese Geräte werden erneuert. Aber das ist noch nicht alles: „Wir planen eine zweite 24-Stunden-Außenrückgabe auf Straßenhöhe an der Scharffstraße, die auch behindertengerecht ist“, sagt Zang. Denn die bisher bestehende Außenrückgabe sei nicht nur störanfällig, da sie der Witterung ausgesetzt ist, sondern auch nicht wirklich barrierefrei erreichbar. Es gibt zwar einen Aufzug, dieser ist aber nur zu den Öffnungszeiten nutzbar. Die neue, zweite Abgabestelle würde hier Abhilfe schaffen. Laut Absprache mit dem Gebäudemanagement der Stadt soll diese an der Scharffstraße hinter der Stele am Seiteneingang entstehen. Dafür wird ein Durchbruch gemacht.

Außerdem wird auch innen weiter aufgerüstet: Im Foyer direkt hinter dem Haupteingang werden zwei neue Sicherungsgates entstehen, ein Diebstahlschutzsystem, das auch Kunden zählt. Diese durchsichtigen Schranken gibt es bereits, aber weiter hinten. „Außerdem möchten wir endlich die Möglichkeit für bargeldloses Bezahlen von Mediengebühren an der Innenrückgabe schaffen“, sagt Zang. Last but not least erhält die Zentralbibliothek einen „Smart Locker“, einen digitalen Schrank, in dem entleihbare Laptops nicht nur sicher verstaut, sondern auch gleich geladen werden. All das soll dieses Jahr noch umgesetzt werden, die Ausschreibungen erfolgen in Kürze.

Dafür erhält die Bibliothek auch eine komplett neue Software. Wenn diese eingerichtet wird, müsse das Haus vermutlich eine Woche lang geschlossen werden, sagt Nicole Grüdl-Jakobs. „Aber das wird verkraftbar sein, zumal es ein Mehrwert für unsere Nutzerinnen und Nutzer ist.“ Gefördert wird nur die Technik, keine Umbauten. Aber diese hielten sich Grenzen.

Musik- und Kunstschule: Die Musik- und Kunstschule (MKS) hat Fördergelder für eine halbe zusätzliche Personalstelle im Bereich Jekits (Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen) erhalten: Das Land fördert zu 100 Prozent die Position von Karin Hilger, die bereits vorher als Honorarkraft in dem Bereich gelehrt hat, bis Juli 2024. Hilger unterrichtet nicht nur, sondern koordiniert das Projekt auch. Dabei wird vormittags in Grundschulen getanzt, gesungen oder musiziert. Künftig zielt Jekits nicht mehr nur auf drei, sondern auf vier Schuljahre ab. Auch im Kunstbereich hat das Land die MKS bedacht.

Für die kostenfreien Kulturrucksackprojekte für 10- bis 15-Jährige gab es 2021 für 13 Projekte von Malen bis Theater und Fotografie 24 348 Euro, dieses Jahr sind 18 Projekte geplant mit einer Fördersumme von 30 971 Euro, sagt die Fachbereichsleiterin und Kunstpädagogin Teona Gogichaishvili. „Das Schöne dabei ist, dass unsere Dozenten unterschiedliche kulturelle Hintergründe haben.“ Genauso bunt sei auch das Angebot. Das neue Programm sei gerade in Druck. 4623 Euro gab es zudem als Sondermittel für Geflüchtete. So konnten 2021 drei Projekte mit 40 geflüchteten Kindern und Jugendlichen im Übergangswohnheim Wülfingstraße, an der Oberhölterfelder Straße und bei den Schlawinern in Klausen realisiert werden. Dieses Jahr soll es erneut drei Projekte geben, die Förderung beträgt 4716 Euro. Auch für das Kunstprojekt für geflüchtete und Remscheider Frauen, „Frauen malen Frauen“, der Begegnungsstätte gab es Geld. Hier darf jede kostenfrei mitmachen: freitags von 11 bis 13 Uhr in der MKS. Bitte vorher anmelden.

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Quartiersarbeit

Um 20 000 Euro für ein weiteres Projekt hat sich Nicole Grüdl-Jakobs am Dienstag beim Land beworben. Die Idee: VHS möchte künftig an drei Standorten gemeinsam mit lokalen Partnern Alphabetisierungs- und Grundbildungskurse anbieten: mit dem Neuen Lindenhof e.V. in Honsberg, mit der Stadtteilbibliothek in Lennep und mit den Schlawinern in Lüttringhausen.

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