Im Gespräch

Bezirksbürgermeister Grote: „Wir packen das Thema Nahversorgung an“

Sein Motto lautet „Die Hoffnung stirbt zuletzt“: Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD). Foto: Roland Keusch
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Sein Motto lautet „Die Hoffnung stirbt zuletzt“: Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD). 

Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) über den Bereich Burger Straße, den Durchstich, den Kuckuck, das Freibad und vieles mehr.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek 

Herr Grote, neues Jahr, neues Glück: Welche Projekte bringen dem Südbezirk dieses Jahr Hoffnung?

Stefan Grote: Ich möchte eigentlich woanders anfangen. Ich möchte mich erst einmal bei den Remscheider Bürgerinnen und Bürgern des Südbezirks bedanken, dass sie mich beziehungsweise uns wiedergewählt haben und wir entgegen dem Trend sogar noch mal Punkte im Südbezirk dazugeholt haben. Wir haben ja fast 40 Prozent seitens der SPD mit mir als Bezirksbürgermeister erreicht. Für dieses Vertrauen möchte ich mich auf diesem Wege bedanken. Wünschen würde ich mir, dass sich die Menschen mehr für die Bezirksvertretung interessieren. Viele wissen nämlich gar nicht, dass es diese gibt. Zu den Projekten: Auch wenn im RGA zu lesen war, dass die Brücke Intzestraße ihre Standsicherheit momentan noch hat – natürlich geht es beim Durchstich Intzestraße weiter. Auch wenn die Tragfähigkeit der Brücke momentan gegeben ist – wir wissen alle, dass dort die Verkehrssituation, in Schulnoten ausgedrückt, mangelhaft minus ist. Da muss sich was tun. Daher freue ich mich, dass wir in der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung Süd die ersten offiziellen Pläne vorgestellt bekommen.

Also kann das Projekt dieses Jahr noch Fahrt aufnehmen?

Grote: Fahrt aufnehmen tut es dieses Jahr auf jeden Fall. Nur, ob die Realisierung 2021 oder 2022 sein wird, weiß ich nicht. Ich werde es auf jeden Fall als Bezirksbürgermeister erleben. Und da freue ich mich drauf.

Welche weiteren Projekte stehen dieses Jahr im Südbezirk an?

Grote: Es stehen viele Projekte an. Ein Projekt, bei dem wir uns alle schon sehr sicher gefühlt hatten, ist der BV 10. Wir hatten gehofft, dass es endlich weitergeht. Jetzt ist der Rückschlag wieder da. Daher werden wir weiter versuchen, dafür zu kämpfen, dass der BV 10 seine Wurzeln am Neuenkamp behält und sich so entwickeln kann, wie er es sich vorstellt. Und es wird sich etwas tun, was die Parkplatzprobleme Neuenhof anbelangt. Da gibt es momentan Gespräche mit der Stadt und der Gewag.

Glauben Sie eigentlich noch an eine Einigung im Fall ,Blauer Mond‘?

Grote: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sie wissen doch, das ist mein Motto. Eine gütliche Einigung wird es mit Sicherheit nicht mehr werden, aber eine Einigung wird irgendwann kommen müssen, daran geht gar kein Weg vorbei. In dem Zusammenhang habe ich jetzt das Projekt Nahversorgung in diesem Bereich angepackt. Es gibt aktuell Gespräche mit dem Baudezernenten, was wir für die Zukunft dort weiter tun können, um das realisieren zu können, was sich die Bürger dort wünschen – einen Drogeriemarkt und einen Frischemarkt. Das hatte ich vor der Wahl ja auch versprochen. Der Platz wäre da. Die Zurückhaltung der Stadt an dieser Stelle hat sich ein wenig gelockert. Wir haben es angepackt. Ob wir es später umsetzen können, müssen wir schauen.

Und wie geht es dieses Jahr mit dem Schmuckstück des Südens weiter, dem Freibad?

Grote: Wir konnten ja voller Stolz im Spätherbst verkünden, dass die Investitionen freigegeben sind, dass das Freibad nun auf den neuesten Stand gebracht wird. Nach meinem Wissen laufen die Ausschreibungen derzeit. Ich gehe in meiner Doppelfunktion davon aus, dass wir 2022 langsam die Umsetzung beginnen können. Wenn Corona es zulässt und das Freibad im Sommer 2021 noch einmal aufgemacht werden kann, wird es wahrscheinlich das letzte Mal in der alten Version sein.

Was wird genau erneuert?

Grote: Eine große Veränderung betrifft den Eingangsbereich. Er wird nicht mehr so sein wie vorher. Dieser wird künftig so gestaltet, wie es auch damals vor der Änderung des Bades einmal war: in der Mitte. Der Zugang wird behindertengerecht. Zudem verschwinden der komplette Umkleidetrakt und der Imbiss. Der komplette Bereich wird neu konzipiert. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, bislang gibt es nur Entwürfe. Das große Becken bleibt in seiner Länge erhalten, wird aber insgesamt verkleinert. Das heißt, für Schwimmer bleibt der Bahnenbereich erhalten. Und dann wird natürlich die ganze Technik erneuert. Modernste Technik soll dafür sorgen, dass das Freibad nicht immer nur für eine begrenzte Zeit nutzbar ist, sondern auch darüber hinaus. Ein Sandstrand ist in der Planung, ob er hinterher umgesetzt wird, weiß man noch nicht.

Soll dieses Jahr nicht auch ein Fest im Freibad stattfinden?

Grote: Ja, das vom letzten Jahr verschobene ,Eschtival‘ soll eigentlich im Herbst mit Bernd Stelter und Köbes Underground stattfinden. Nur, ob dies mit der momentanen Coronalage umsetzbar ist, ist ein bisschen Glaskugelschauen.

Werden wir denn im Sommer auf der neuen Außenterrasse der Bäckerei Steinbrink auf dem Johann-Vaillant-Platz speisen können?

Grote: Ja, das ist geplant. Herr Steinbrink möchte dort eine Außengastronomie aufbauen. Parallel dazu versuchen wir derzeit über die Bezirksvertretung, wenn auch nur mit kleinen Mitteln, die Aufenthaltsqualität auf dem Johann-Vaillant-Platz zu verbessern.

Wie wird der Wochenmarkt angenommen?

Grote: Er läuft eigentlich recht stabil. Ich kann mir gut vorstellen, dass, wenn wir den Johann-Vaillant-Platz aufpeppen, es auch positive Effekte für den Wochenmarkt hat. Viele Mitarbeiter von Vaillant, der größte Arbeitgeber dort in der Umgebung, gehen zum Wochenmarkt und decken sich mit Lebensmitteln und Mittagessen ein. Das macht sich bemerkbar.

Besteht noch Hoffnung auf die Umgestaltung des Kuckucks samt Wasserspielplatz?

Grote: Ja. Wir haben gerade in der letzten Sitzung die Rahmenplanung für den Kuckuck und den ganzen Bereich Intzestraße, Intzeplatz und weiter runter Richtung Freibad beschlossen. Es kommt Bewegung rein. Die Umgestaltung des Kuckucks wie auch der Durchstich Intzestraße sind Projekte, bei denen man zwar gerne nach vorne preschen möchte. Aber da muss man gefühlvoll rangehen. Und man muss langatmig dranbleiben. Dann hat man sehr oft guten Erfolg, dass es umgesetzt wird. Es werden nun Förderanträge gestellt. Wir haben uns in der Sitzung der Bezirskvertretung darauf geeinigt, dass der Baumkreis erhalten bleibt. In den nächsten Sitzungen der BV werden wir mit Sicherheit dieses Thema wieder öfter auf der Tagesordnung haben.

Apropos BV: Das Gremium hat sich bei der Kommunalwahl neu formiert. Wie gehen Sie mit den neuen Kollegen ins neue Jahr?

Grote: Unser Wunsch war, seitens der SPD-, der Grünen- und der FDP-Fraktion einstimmig, dass wir gerne einen jüngeren Menschen als Stellvertreter haben möchten. Da passte ideal Sven Chudzinski von der FDP zu. Ich hätte mich gefreut, wenn die CDU das mitgetragen hätte. Denn ihr war ja bekannt, wir hatten die Mehrheit. Schade ist, was an dem Tag der Abstimmung passiert ist. Ich möchte aber nicht mehr weiter darauf eingehen. Schade finde ich, dass Herr Schabla (CDU, Schabla legte sein Amt in der BV nach der Abstimmung nieder, Anm. d. Red.) seine Konsequenzen daraus gezogen hat, weil ich ihn als sehr loyalen und lieben Menschen in über zehn Jahren Bezirksvertretung kennengelernt habe. Freuen tue ich mich darüber, dass ich Sven Chudzinski nun an meiner Seite habe. Ich werde vieles an ihn delegieren. Er ist ein junger Mensch und denkt anders. Das ist gar nicht so schlecht.

Ist die Straße hinter dem Obi-Markt fertig?

Grote: Ja, die Verlängerung der Presover Straße ist fertig, aber Obi selbst ist mit seinem Umbau noch nicht fertig. Vor allem, weil Etliches, was da unten steht, unter Denkmalschutz steht. Es ist schwierig, aber es wird umgesetzt.

Wie sieht es bei den Neubauten der neuen Kitas aus?

Grote: Die Kita Oststraße ist noch nicht so weit. Die Sparkasse ist dort in der Endphase der Planung. Die Kita Sedanstraße ist auch noch nicht so weit, wie wir uns das vorstellen. An der Burger Straße wird neu geplant.

Zur Person

Stefan Grote (SPD) ist seit 1997 Mitglied der Bezirksvertretung Süd. Seit 2014 ist er Bezirksbürgermeister. Bei der Kommunalwahl 2020 wurde er für fünf weitere Jahre wiedergewählt. Seit Ende der 90er Jahre ist er zudem Vorsitzender des Fördervereins Freibad Eschbachtal. Stefan Grote betreibt ein Elektrotechnik-Unternehmen an der Kipperstraße. Der 58-Jährige lebt mit seiner Frau, seiner Tochter und seinem Hund im Südbezirk. Abends geht er gern mit dem Hund über den Hohenhagen spazieren.

Auch wenn die TBR erklärt haben, dass die Brücke Intzestraße ihre Standsicherheit momentan noch hat, geht es beim Großprojekt Durchstich Intzestraße weiter.

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