Prozess

Betrügerischer Ebay-Verkäufer muss 3000 Euro Strafe zahlen

Das Amtsgericht in Remscheid.
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Das Amtsgericht in Remscheid.

Amtsgericht verurteilt 23-jährigen Remscheider

Von Jana Peuckert

Remscheid. Mit einer Geldstrafe von 3000 Euro endete im Amtsgericht Remscheid der Prozess gegen einen mehrfachen Betrüger. Der 23 Jahre alte Mann hatte zwischen März 2019 und Februar 2020 sechs Mal etwas bei Ebay verkauft, aber weder die Ware geliefert, noch das Geld zurückerstattet.

Bei den Sachen handelte es sich um Barbiepuppen plus Zubehör für 25 Euro, Kohlendioxidzylinder für 35 Euro, Kohlensäureflaschen für 20 Euro und in drei Fällen um den Verkauf von PC-Spielen für insgesamt 126 Euro.

„Da liegt ein Missverständnis vor“, erklärte der Angeklagte sofort. Er habe niemals vorgehabt, den Leuten Geld abzunehmen. „Ich habe ein Motorrad und ein Auto. Ich habe es gar nicht nötig, jemanden zu bestehlen.“

Er habe schlicht und ergreifend vergessen, einige Waren zu versenden. Danach sei er nicht mehr auf sein E-Mail-Konto gekommen, habe also Nachrichten der Käufer nicht gelesen. Zudem habe er offenbar einige Adressen vertauscht.

„Ich habe es gar nicht nötig, jemanden zu bestehlen.“

Angeklagter zu den Vorwürfen

Zum Beweis dafür, dass die angebotenen Sachen tatsächlich existierten, hatte der Angeklagte eine große Tüte mit zum Prozess gebracht. Darin sollen sich sowohl die Barbiepuppen als auch die Kohlendioxidzylinder befunden haben.

Ein Nachkontrollieren dessen, erachtete der Richter nicht für nötig, da er dem Angeklagten so oder so nicht glaubte. Denn aus WhatsApp-Verläufen, die der Akte beilagen, ergab sich, dass der Remscheider sehr wohl Kontakt zu den Käufern hatte. „Die Leute haben Sie angeschrieben, und Sie haben einfach nicht reagiert“, stellte der Richter fest.

Das könne gar nicht sein, da niemand seine Handynummer habe, hielt der 23-Jährige dagegen. Nun reichte es dem Richter: „Jetzt hören Sie endlich auf.“ Doch daran dachte der Angeklagte noch nicht. Er habe doch das Geld an die Geschädigten zurücküberwiesen, brachte er stattdessen vor. Das sei zwar richtig, so der Vorsitzende, allerdings hätte der Angeklagte erst reagiert, nachdem polizeiliche Ermittlungen eingeleitet worden waren.

In einem Fall erfolgte die Rückzahlung sogar erst nach Zustellung des Strafbefehls über die 3000 Euro. Gegen den hatte der einschlägig vorbelastete Mann Einspruch eingelegt. Den nahm er nun allerdings in der Verhandlung zurück: „Ich möchte kein Theater haben.“ Somit blieb es bei den 120 Tagessätzen zu – am Einkommen des Remscheiders orientiert – 25 Euro.

Erst vor wenigen Wochen war ein Remscheider zu einer 750 Euro-Geldstrafe für 0,1 Gramm Haschisch verurteilt worden.

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