Partnerstadt Remscheids

Besuch im DDR-Museum beeindruckt Rögy-Schüler nachhaltig

Typisch DDR: Emma Klaas, Alina Turic und Benjamin Rakow (v.l.) nehmen Platz in einem nachgebauten Wohnzimmer. Foto: Alexander Schmidt
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Typisch DDR: Emma Klaas, Alina Turic und Benjamin Rakow (v.l.) nehmen Platz in einem nachgebauten Wohnzimmer.

22 Neunt- bis Zwölft-Klässler reisten mit Hilfe des Partnerschaftskomitees nach Pirna. Persönliche Schicksale machten Geschichte nahbar.

Von Leon Hohmann

Remscheid. Diese Fahrt hat die Schüler nachhaltig beeindruckt: Im Advent reisten 22 Schüler des Röntgen-Gymnasiums (Rögy) für vier Tage nach Pirna, um nicht nur die Partnerstadt Remscheids zu entdecken, sondern um zu verstehen, was zwischen Zweitem Weltkrieg und Wiedervereinigung in der DDR geschehen ist.

Jedes Jahr bietet das Gymnasium in Lennep eine Fahrt in den Osten nach Pirna und Dresden an – klassenübergreifend für die Stufen neun bis zwölf. Unterstützt werden sie dabei finanziell vom Partnerschaftskomitee Remscheid-Pirna. „Sonst könnten wir die Fahrt nicht durchführen“, ist sich Rögy-Lehrer Alexander Schmidt sicher. Etwas mehr als 100 Euro müsse dennoch jeder Schüler für die Teilnahme bezahlen.

„Ich war noch nie im Osten und hatte daher keine wirkliche Vorstellung, wie die Menschen in der DDR gelebt haben“, sagt die 16-jährige Dina Abou-Rakha. Aus diesem Grund sei sie Ende des vergangenen Jahres mitgefahren. „Jetzt kann ich viel besser nachempfinden, wie es in der DDR gewesen ist“, meint Dina.

Teilnehmer finden alte Schulbücher  sehr interessant

In vier Tagen – inklusive An- und Abreise – machten sie nicht nur Halt im Pirnaer Rathaus, sondern auch in Dresden, wo die Lenneper Reisegruppe unter anderem das DDR-Museum besucht hat. Dort blättern sie auch in alten Schulbüchern, berichtete Pia Terfloth (15). Sie hätte mit diesen Büchern wahrscheinlich nur schlecht lernen können. „Heutzutage gibt es viele Erklärungen und Schaubilder. Aber das war nur Text.“

Auf dem Programm stand auch ein Besuch des Panometers. Dahinter verbirgt sich ein alter Gaskessel, der zum Museum umgebaut worden ist. Eine 360-Grad-Projektion zeigte den Schülern im Zeitraffer, wie Dresden im Zweiten Weltkrieg zerbombt worden war. „Das hat mich wirklich beeindruckt. Die Erfahrungen der DDR-Bürger machen die Geschichte viel nahbarer“, berichtet die 15-Jährige Tabea Dehn.

Versuchen, die Gedanken der DDR-Bürger nachzuvollziehen – das ist auch das Ziel von Englisch- und Politik-Lehrer Alexander Schmidt, der die jährliche Reise von bis zu 40 Schülern des Röntgen-Gymnasiums mit seinem Kollegen Bastian Klappert (Englisch und Mathematik) organisiert. Wie es gewesen sei, dass einen der Nachbar und zugleich Stasi-Spitzel verpfiffen habe, das sei nur schwer vorstellbar. Daher hätten die Schüler auch mit mehreren Zeitzeugen gesprochen. Diese „First-Hand-Stories“, wie sie Schmidt nennt, würden die Geschichte deutlich besser begreifbar machen für die Schüler. Dabei ginge es auch um eigentlich recht simple Dinge. „Warum sieht jedes Wohnzimmer gleich aus? Weil der Stadt vorgeschrieben hat, was produziert wird“, sagt er.

„Ich finde es sehr wichtig, dass nicht nur ältere Remscheider, sondern auch junge Menschen in unsere Partnerstadt Pirna fahren“, begründet Vorsitzende Thea Jüttner die Unterstützung durch das Partnerschaftskomitee für die Schülerreisen in die Partnerstadt. Denn die Rögy-Fahrten hätten einen inhaltlichen Ansatz und würden im Unterricht vorbereitet.

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