Ausbildung

Berufsparcours muss verschoben werden

Wo sonst Gedränge herrschte, ging es vergangenes Jahr zwar sehr geschäftig, aber ohne Besucher zu: Der 12. Remscheider Ausbildungsmarkt (RAM) im Berufskolleg Technik fand mit großem Technikaufwand virtuell statt. Horst Kläuser (hinten rechts) übernahm die Moderation. Foto: Michael Schütz
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Wo sonst Gedränge herrschte, ging es vergangenes Jahr zwar sehr geschäftig, aber ohne Besucher zu: Der 12. Remscheider Ausbildungsmarkt (RAM) im Berufskolleg Technik fand mit großem Technikaufwand virtuell statt. Horst Kläuser (hinten rechts) übernahm die Moderation.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Die Präsentation in der Halle Neuenkamp wird wegen der Pandemie ins kommende Jahr verlegt.

Remscheid. Den Berufsparcours für Remscheider Schüler wird es dieses Jahr nicht geben. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und hin und her diskutiert“, erklären Oliver Lang (Leiter des Berufskollegs Technik) und Kerstin Röhrig-Stephan (Konrektorin der Alexander-von-Humboldt-Realschule) gestern auf einer Pressekonferenz. Aber Corona lässt keine andere Wahl, als die Präsentation in der Halle Neuenkamp zu verschieben.

Der Berufsparcours findet eigentlich im jährlichen Wechsel mit dem Remscheider Ausbildungsmarkt (RAM) im September statt. „Doch bei einem Tagesdurchlauf von insgesamt 600 Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 können wir die Abstandsregeln nicht einhalten.“ Schweren Herzens entschied sich der Lenkungskreis, in dem sich das Berufskolleg Technik, die AvH und die Sophie-Scholl-Gesamtschule befinden, zu einer Absage.

„Wir haben die Durchführung, so lange es ging offen gehalten, aber wir hätten jetzt für die Großveranstaltung die Weichen stellen müssen.“ Der Plan der Organisatoren ist nun, den Berufsparcours im Februar oder März 2022 in bewährter Zusammenarbeit mit dem Technikzentrum Minden-Lübbecke nachzuholen. Ob dies klappt, hängt am Pandemie-Geschehen und ob die Halle Neuenkamp weiter als Notkrankenhaus benötigt wird.

2019 fand der Berufsparcours letztmalig statt. Beteiligt waren 22 Firmen und Institutionen, die den Schülern an ihren Ständen kleine praxisnahe Aufgaben stellten. In vier Durchgängen wurden Sechserteams mit insgesamt jeweils um die 150 Schüler durchgeführt. Ein paar Stationen durchliefen die jungen Teilnehmer. Zwei Stunden waren für einen Durchgang geplant, 90 Minuten an den Ständen plus einer Einführung.

Ziel ist es, dass die Anbieter Kontakte zu den Jugendlichen aufbauen und diese wiederum eine erste Vorstellung bekommen, was sie später beruflich interessieren könnte. Klauke, Steinhaus, Schulten oder die Barmer zählen zu denjenigen, die sich beim Berufsparcours präsentieren. Erste Anfragen waren schon für dieses Jahr da.

Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Oliver Lang, Berufskolleg Technik

Wenn der „Berufsparcours Spezial – Passende Ausbildungsangebote für Jugendliche – Geeignete Auszubildende für Unternehmen“, wie er beim nächsten Mal offiziell heißen wird, zu Beginn des kommenden Jahres stattfindet, würde der RAM in 2022 entfallen und erst im September 2023 wieder an der Reihe sein. „Zwei Großveranstaltungen dieser Art im Jahr können wir nicht stemmen“, meint Oliver Lang. Zumal der RAM ungleich größer ist mit 100 beteiligten Firmen und bis zu 5000 Besuchern, verteilt auf zwei Tage. Für den 13. Ausbildungsmarkt in den Räumlichkeiten des Berufskollegs Technik suchen die Initiatoren nach frischen Ideen. Oliver Lang, Kerstin Röhrig-Stephan und Tatjana Predota, die sich bei der Sophie-Scholl federführend um die beiden Märkte/Messen kümmert, rufen Vertreter aller Remscheider Schulformen auf, sich an einen Tisch zu setzen und zu überlegen, wie der RAM in Zukunft aussehen könnte. Die Frage, die sich der Lenkungskreis stellt, ist: Sind wir mit unserem Angebot zeitgemäß?

Einerseits muss es empfängergerecht sein. Bisweilen wird von den Schülern geklagt, dass angesichts der Vielfalt des Angebots und Gedränges die Orientierung verlorengeht. Andererseits spüren auch die Unternehmen, dass an ihren Ständen oft so viel los ist, dass sie sich nicht auf vertiefende Gespräche konzentrieren können. Eine Möglichkeit wäre, so Röhrig-Stephan, die positiven Ergebnisse des virtuellen RAMs, der 2020 aufgrund der Pandemie auf die Beine gestellt wurde, in eine Neuorientierung mit einfließen zu lassen.

Anwerbung von Auszubildenden

Karin Ressel (Technikzentrum Minden-Lübbecke) sieht in einer praxisnahen Berufsorientierung den Schlüssel für die Bekämpfung von Arbeitsmarktproblemen. Mit dem Berufsparcours hat sie besondere Orientierungskurse entwickelt, die aus mobilen, unterschiedlich kombinierbaren Modulen bestehen. Seit dem Start 1994 hat Karin Ressel mit ihrem Team jährlich ca. 50 000 Schüler erreicht und viele Unternehmen überzeugt, ihre bisherige Praxis zur Anwerbung von Azubis zu überdenken. www.berufsparcours.de

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