Digitalpakt NRW

Berufskolleg Technik erhält 255.000 Euro für Labor

Förderzusage erhalten: (v.l.) Stefan Schmidt, Michael Löseke, Oliver Lang (alle Berufskolleg), Thomas Neuhaus, Arndt Liesenfeld. Foto: Andreas Weber
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Förderzusage erhalten: (v.l.) Stefan Schmidt, Michael Löseke, Oliver Lang (alle Berufskolleg), Thomas Neuhaus, Arndt Liesenfeld.
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Das Berufskolleg Technik erhält 255.000 Euro für ein Automatisierungslabor aus dem Fördertopf Digitalpakt NRW. Es sind die ersten Mittel, die aus dem 5,9 Millionen Euro schweren Anschub fließen, die der Digitalpakt Remscheid ermöglicht.

Remscheid. Ein Förderbescheid über 255.145 Euro lässt das Berufskolleg Technik zu einem Quantensprung ansetzen. Die Mittel aus dem Fördertopf Digitalpakt NRW fließen in die Anschaffung digitaler Arbeitsgeräte für ein Automatisierungslabor. Im Raum 0301 des Kollegs an der Neuenkamper Straße wird binnen eines Jahres die technische Zukunft entstehen. „Um bei Industrie 4.0 mithalten zu können, wird dieses Know-how für uns wichtig sein“, betont Schulleiter Oliver Lang. „Es ist phänomenal, dass wir unseren Schülern dieses Leuchtturmprojekt in 2022 anbieten können. Da schlummert ein riesiges Potenzial.“

Überdies: Auch Industrieunternehmen werden die 14 Arbeitsplätze für Schulungen und Fortbildungen rege nutzen. „Der Raum wird über den Schulunterricht hinaus permanent ausgebucht sein“, ist sich Lang sicher. Wie hoch der Stellenwert einzuschätzen ist, verdeutlichen Lang und Lehrerkollege Stefan Schmidt damit, dass sich der Konzern Siemens mit einer namhaften Spende eingebracht hat. Am Montag wurde im Rathaus der Förderbescheid von der Verwaltungsspitze durch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Schuldezernent Thomas Neuhaus übergeben. Es sind die ersten Mittel, die aus dem 5,9 Millionen Euro schweren Anschub fließen, die der Digitalpakt Remscheid ermöglicht.

Unter den 1550 Schülern des Kollegs spricht das Automatisierungslabor alle Berufsschulklassen an, die sich mit Elektrotechnik beschäftigen, aber auch Abiturklassen, die sich mit Informatik und Ingenieurwesen befassen. Das SPS-Labor (SPS steht für speicherprogrammierte Steuerung) wird Platz für 28 Schüler bieten und zum Beispiel ermöglichen, Produktionsstraßen aufzubauen. Was hier vermittelt werde, so Lang und Schmidt, gebe es nicht einmal in allen Unternehmen, die ihre Azubis in das Berufskolleg Technik schicken. Insoweit könnten die Lehrlinge später sogar bei ihrem Arbeitgeber Hightech-Wissen weitergeben.

Der Raum im Kolleg existiert bereits heute, wenngleich mit veralteter Technik. Exakt vier Jahre dauerte es, bis das Berufskolleg Technik den Antrag bei der Stadt durch hatte. „Am 20. September 2017 haben wir unser Vorhaben erstmals im Schulverwaltungsamt eingereicht“, blickt Oliver Lang zurück. Fünf weitere, spezifierte Anträge folgten, ehe Erfolg beschieden war. Aus dieser quälend langen Zeit hat Lang gelernt, dass Remscheid auf Neuanschaffungsanträge dieser Größenordnung einfach nicht vorbereitet sei. „Und es fehlt bei der Stadt ein Projektmanagement“, zieht Lang eine Schlussfolgerung.

„Der Raum wird permanent ausgebucht sein.“

Oliver Lang, Berufskolleg Technik

Thomas Neuhaus räumt ein, dass die Verwaltung unter Zwängen stehe. Zum einen gelte es, die Verteilungsgerechtigkeit unter den Schulen zu wahren, zum anderen die engen Grenzen und Spielräume einzuhalten, die der Haushalt setze. Die digitalen Fördermittel, die Bund und Länder nun in Milliardenhöhe ausschütten, hätten beim Automatisierungslabor schließlich Chancen eröffnet, die es zuvor nicht gegeben habe, meint Neuhaus. Das Labor sei unter dem Strich ein „exotisches Projekt“ im Gesamtkontext. Denn weite Teile der restlichen Millionen fließen in die digitale Grundausstattung aller Schulen mit Lan, Wlan und Strom, sagt Arndt Liesenfeld, Leiter des Schulverwaltungsamtes.

Die 8000 Tablets, die 2020/21 an den Schulen verteilt wurden, seien nur ein Schritt. Die Infrastruktur muss dringend ausgebaut werden, damit das digitale Klassenzimmer Realität werden kann. Die europaweite Ausschreibung dafür kann bald beginnen. Die Umsetzung wird eine Herausforderung, die sicherlich nicht 2022 abgeschlossen sein wird, wissen die Verantwortlichen. Bliebe etwas aus dem Digitalpakt übrig, könne dies zum Beispiel in weitere Endgeräte investiert werden, deutet Arndt Liesenfeld an. Derweil hat auch das Berufskolleg Technik schon einen weiteren Projektantrag in der Pipeline.

Weiteres Projekt

Das Automatisierungslabor wird kommen, ein nächstes größeres Projekt hat das Berufskolleg Technik im Auge: Es soll Makerspace-Raum (offen zugängliche Hightech-Werkstatt) entstehen. Dafür müssten zwei bestehende Räume zusammengelegt werden, aus diesen die aufsteigenden Stuhlreihen mit ihren Sockeln entfernt werden.

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