Neubau

Der Grundstein fürs Berufskolleg ist gelegt

Projektleiter Stefan Stolz, Schulleiterin Cornelia Berghaus-Biermann, ihr Kollege Benjamin Thoss, Gebäudemanager Dirk Deutemann und OB Burkhard Mast-Weisz (v. l.) nahmen die Grundsteinlegung vor. Foto: Doro Siewert
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Projektleiter Stefan Stolz, Schulleiterin Cornelia Berghaus-Biermann, ihr Kollege Benjamin Thoss, Gebäudemanager Dirk Deutemann und OB Burkhard Mast-Weisz (v. l.) nahmen die Grundsteinlegung vor.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Zusätzliche Stützmauer sorgt für Mehrausgabe von 350 000 Euro.

Remscheid. Der Neubau des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung am Hauptbahnhof hat nun ein weiteres Etappenziel erreicht: Im Rohbau wurde gestern der Grundstein gesetzt. Dort, wo später einmal der Haupteingang sein wird, können die Besucher künftig auf eine Zeitkapsel blicken, die sich auf dem Boden unter Glas befindet. Inhalt: eine RGA-Ausgabe vom gestrigen Dienstag und diverse Andenken vom bisherigen Schulstandort an der Stuttgarter Straße. „Unter anderem haben wir Stempel und auch eine Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Kollegs aus dem Jahr 2008 hineingepackt“, berichtete Schulleiterin Cornelia Berghaus-Biermann, deren Kollege Benjamin Thoss beim Zusammenstellen dieser und anderer Souvenirs half.

Die beiden können seit einigen Monaten beobachten, wie der langgestreckte Gebäudekomplex Gestalt annimmt. Dies ist ein Fall für die Mitarbeiter des Unternehmens Industriebau Imetaal mit Sitz in Emmerich, das sich als Totalunternehmer um vielfältige Aspekte bei dem Großprojekt kümmert – und auf eine unangenehme Überraschung stieß. „Wir mussten eine Stützmauer auf einer Länge von 110 Metern errichten“, berichtet Projektleiter Stefan Stolz. Das 3,50 Meter hohe Bauwerk soll die darüber gelegenen Wohngebäude vor dem Abrutschen schützen und ihnen Halt geben. Die vorhandene Mauerkonstruktion neben dem Hauptbahnhof konnte diese Funktion nicht mehr erfüllen.

Stützmauer muss nachfinanziert werden

Dies sei vor Baubeginn nicht absehbar gewesen, berichtete beim gestrigen Ortstermin Dirk Deutemann vom städtischen Gebäudemanagement. Deswegen komme es zu einer Kostensteigerung bei dem Projekt, das eigentlich auf 30 Millionen Euro gedeckelt ist.

Zusätzlich 350 000 Euro sind für die Stützmauer fällig, die im Leistungskatalog offenbar nicht enthalten war. Trotz dieser Zusatzaufgabe bleibe es beim vorgesehenen Zeitplan. „Wir wollen im Sommer 2022 fertig sein“, sagt Stolz über den dreigeschossigen Gebäudekomplex, in dem die Räume nun auch für Schüler mit Handicap erreichbar sind.

Umzug soll in den Sommerferien 2022 starten

Das ist ganz im Sinne von Schulleiterin Cornelia Berghaus-Biermann, die am 24. Juni 2022 mit dem Umzug beginnen möchte. Denn: Dafür sollen die Sommerferien im nächsten Jahr genutzt werden. 1400 Schüler, 58 Pädagogen, Referendare und Praktikanten verlassen dann ein Gebäude, an dem der Zahn der Zeit genagt hat, wie Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) bereits 2008 als damaliger Schuldezernent bei einer Ortsbesichtigung erfahren hat. Damals sah er an der Stuttgarter Straße Räume und Flure, die den Charme der Nachkriegszeit verströmen und schon vor 13 Jahren nur noch sehr bedingt die Ansprüche eines modernen Unterrichts erfüllen konnten.

Dass nun ein zeitgemäßes Kolleg „mit Gleisanschluss“ am Hauptbahnhof entstehe, sei auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit, die in der Schule geleistet wird. „Und es ist der Beginn weiterer Investitionen in den Bildungsbereich“, kündigte der OB an. Remscheider Grundschulen müssten für die Ganztagsbetreuung weiter gerüstet werden, die Gymnasien stehen vor einem Ausbau, weil sie zum Abitur nach 13 Jahren zurückkehren, erklärte er mit Blick auf weitere Herausforderungen. | Standpunkt

Schulbau

Neben den Gleisen am Hauptbahnhof entsteht an der Schmalkalder Straße auf einer Grundstücksfläche von 10 681 Quadratmetern ein hochmoderner Schulbau. Er bekommt ein begrüntes Dach, inklusive Solartechnik.

Standpunkt: Hier geht es voran

Kommentar von Frank Michalczak

frank.michalczak @rga.de

Es geschieht in Remscheid wahrlich nicht jeden Tag, dass ein Grundstein für ein 30 Millionen Euro schweres Bauprojekt gelegt wird. Von daher hatte der gestrige Ortstermin für die jüngere Stadtgeschichte beinahe historischen Charakter – erst recht, weil es sich um den Grundstein für ein Schulgebäude handelt. Seit 2008 wurde die Diskussion für den Neubau des Berufskollegs intensiv geführt. Dass die Schule ein neues Zuhause benötigt, weil ihr Gebäude längst nicht mehr moderne Standards erfüllt, war den Verantwortlichen in Rat und Verwaltung bewusst. Die Frage aber lautete: Wo soll es denn entstehen? Mehrere Standorte kamen infrage: Neben dem Sportplatz Neuenkamp war zwischendurch auch das leerstehende Sinn-Gebäude an der Allee im Gespräch. Letztere Lösung favorisierte der OB, auch weil er auf eine Belebung der Einkaufsmeile hoffte. Nun freut sich Mast-Weisz über ein „Kolleg mit Gleisanschluss“ am Hauptbahnhof. Und in der Tat ist die Nähe zum Zugverkehr ein Standortvorteil für die Schule. Aber noch viel wichtiger ist: Mit diesem Großprojekt geht es voran. Rathaus-Anbau, Ebert-Platz, DOC – es gibt viele Pläne, aber kaum Ergebnisse.

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