Berufung

Berufsfeuerwehr: 185 Bewerber auf 9 Stellen

Teil der Ausbildung ist auch die Absturzsicherung. Die aktuelle Auszubildenden bei der Feuerwehr zeigen bei einer Übung, wie es geht.
+
Teil der Ausbildung ist auch die Absturzsicherung. Die aktuelle Auszubildenden bei der Feuerwehr zeigen bei einer Übung, wie es geht.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen

Bei der Berufsfeuerwehr ist Fachkräftemangel bisher kein Thema, obwohl sich dieses Mal weniger Menschen bewerben als in den Vorjahren. So laufen Bewerbung und Ausbildung ab.

Remscheid. In vielen Berufen fehlt der Nachwuchs, hat die Qualität der Bewerbungen erheblich abgenommen. Für die Feuerwehr ist Fachkräftemangel hingegen kein Thema. Gleichwohl registrieren auch die Verantwortlichen in Remscheid sinkende Bewerberzahlen. 185 haben sich im Frühjahr als Brandmeisteranwärter(innen) für den Start am 1. April 2023 beworben. „Wir merken, dass die Zahlen runtergehen. In den Vorjahren lagen sie bei über 200“, stellt Katharina Kresse, stellvertretende Leiterin der Feuerwehr Remscheid, fest.

Gleichwohl ist diese Beobachtung eine Klage auf hohem Niveau. Denn die Auswahl bleibt komfortabel. Neun Bewerber werden nächstes Jahr für den mittleren Dienst, wie es früher hieß, eingestellt. Heute nennt sich dies Laufbahngruppe 1.2, meint aber den „klassischen Feuerwehrmann“, der mit dem Löschzug unterwegs und im Rettungsdienst eingesetzt ist. Der Jugendtraum wird immer noch für viele zum Beruf.

Der Job in der Feuerwehr-Leitstelle bietet alles, was man sich nicht vorstellen kann

Die letzten Jahre wurden jährlich jeweils zwölf Brandmeisteranwärter(innen) ausgewählt. „Dass es jetzt weniger sind, hängt mit der Pensionierungszahlen zusammen“, erläutert Katharina Kresse.

Berufsfeuerwehr: Bewerber müssen vier Runden durchlaufen

Wer zu den Lebensrettern will, weiß, dass er keinen x-beliebigen Job antritt, sondern einer Berufung folgt. Aber auch die kennt Grenzen. Deshalb gibt es in Remscheid vier Runden, um die geeigneten Bewerber zu filtern.

Anfang Juni fand dieses Jahr der Sporttest in Lennep statt, bei dem am Ende ein „bestanden“ oder „nicht bestanden“ steht. Auch den schriftlichen Test haben die Bewerber für 2023 bereits absolviert. Über mehrere Stunden wurden auf der Wache Allgemeinwissen, Technisches, Mathematik, Deutsch geprüft, Konzentrations- und Merkfähigkeit wie auch logisches Denken waren gefragt.

Feuerwehr in Remscheid spielt Notfallszenarien durch

Meist werden danach um die 30 zu den Vorstellungsgesprächen eingeladen, bei denen Mitte bis Ende August die Würfel fallen. Vorausgesetzt, die Ausgewählten bestehen den abschließenden Gesundheitstest im Gesundheitsamt. Denn wer später in Extremlagen im Einsatz ist, muss fit sein, darf zum Beispiel unter Atemschutz keine Schwächen zeigen.

Im weiblichen Geschlecht ist unser Beruf immer noch nicht so präsent.

Katharina Kresse, stellvertretende Leiterin der Feuerwehr

Um die 95 Prozent der Bewerber sind Männer. „Wir würden uns natürlich auch über geeignete Frauen freuen, aber im weiblichen Geschlecht ist unser Beruf immer noch nicht so präsent.“ Kresse räumt ein, dass man deshalb bei der Werbung noch mehr tun müsse.

Bei den Freiwilligen sind schon mehr Frauen unterwegs. Dass die Feuerwehr eine Männerdomäne ist, hat auch mit einer Voraussetzung zu tun: Bewerber, die zwischen 18 und 40,5 Jahren alt sein dürfen, müssen eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Früher waren dies oft Handwerksberufe und die wiederum werden meist von Männerhänden ausgeübt.

Das zeichnet die Ausbildung zum Brandmeisteranwärter aus

18 Monate dauert die Ausbildung, die monatlich mit einem sogenannten Anwärtergrundbetrag zwischen 1210 und 1330 Euro vergütet wird. Was die Feuerwehr attraktiv macht, ist die Verbeamtung vom ersten Tag an, wenn auch zunächst noch auf Widerruf.

Wer Auf dem Knapp anfängt, muss um seinen Arbeitsplatz nicht fürchten. „Wir bilden für den eigenen Bedarf aus“, sagt Katharina Kresse. 135 Feuerwehrleute sind im mittleren Dienst in Remscheid beschäftigt. Insgesamt zählt die Wache 174 Mitarbeiter - hinzu gesellen sich der gehobene und der Führungsdienst, Verwaltungsangestellte, technisches Personal in der Werkstatt wie die beiden Ärztlichen Leiter Rettungsdienst.

Der mittlere Dienst muss nach einem Stufenplan bis 2030 ausgebaut werden. Nach einer EU-Entscheidung darf die maximale wöchentliche Arbeitszeit statt 56 nur 48 Stunden betragen, was dazu führen wird, dass der Personalbestand auf 154 erhöht werden muss.

Gesucht werden ab und zu fertige Brandmeister. Nicht regelmäßig, nur nach Bedarf. „Auch im gehobenen Dienst bieten wir immer wieder mal Plätze an.“ Bewerber dafür müssen ein Studium vorweisen. Denkbar ist auch, sich intern als „Aufsteiger“ weiterzuqualifizieren. „Bei uns bei der Feuerwehr gilt der Grundsatz des lebenslangen Lernens“, betont Katharina Kresse.

Das äußert sich auch darin, dass auf den Rettungssanitäter, der in die Brandmeister-Lehre integriert ist, der zweieinhalb Jahre dauernde Notfallsanitäter folgt. In Remscheid wird diese Spezialausbildung auf drei Jahre gestreckt, damit der Bezug zur eigentlichen Arbeit im Löschzug nicht verloren geht.

Aktuell: Feuerwehr warnt vor Waldbrandgefahr

Die Freiwilligen

Nicht wenige der späteren Berufsfeuerwehrleute sind früher bei den Freiwilligen gewesen. 230 zählen die Löscheinheiten Nord (ehemals Goldenberg, Grund, Haddenbach), Lennep, Lüttringhausen, Hasten, Bergisch Born, Lüdorf und Morsbach. Letztere sind dabei als letzte eine Jugendfeuerwehr (ab 10 Jahren) auf die Beine zu stellen, die wohl Anfang 2023 beginnen soll. Mit den „Löschlöwen“ gibt es zudem in Hasten eine Kindereinheit.
Jugendfeuerwehr: Hier retten, löschen und bergen die Kinder

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kreutzer: „Manager ist kein Messias“
Kreutzer: „Manager ist kein Messias“
Kreutzer: „Manager ist kein Messias“
3. Oktober: Bäcker, Blumen, Tankstelle - Wer darf öffnen?
3. Oktober: Bäcker, Blumen, Tankstelle - Wer darf öffnen?
3. Oktober: Bäcker, Blumen, Tankstelle - Wer darf öffnen?
Welche Hochhäuser sind hier zu sehen?
Welche Hochhäuser sind hier zu sehen?
Welche Hochhäuser sind hier zu sehen?
Kunsthandwerker-Basar findet wieder statt
Kunsthandwerker-Basar findet wieder statt
Kunsthandwerker-Basar findet wieder statt

Kommentare