Bewerbung zum Unesco-Weltkulturerbe

Berliner Verein eröffnet „Museum“ unter der Brücke

Zwei Stelen für eine Brücke (v.l.): die drei bergischen Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Uwe Schneidewind, Tim Kurzbach mit Dirk Helfert (DB Netz AG), Carsten Zimmermann (Stadt Solingen) und Prof. Dr.-Ing. Volker Schmid (Baukunst-Verein).
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Zwei Stelen für eine Brücke (v.l.): die drei bergischen Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Uwe Schneidewind, Tim Kurzbach mit Dirk Helfert (DB Netz AG), Carsten Zimmermann (Stadt Solingen) und Prof. Dr.-Ing. Volker Schmid (Baukunst-Verein).
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Info-Stele ist die erste eines bundesweiten Ausstellungskonzepts, eine weitere erläutert den Welterbe-Prozess.

Von Stefan M. Kob

Remscheid. Ein Museum aus Berlin hat das Bergische Land bereits: das Plagiarius im Solinger Südpark. Nun ist noch ein weiteres hinzugekommen, das feierlich im Brückenpark eingeweiht wurde: Der Verein Ingenieurkunst aus Berlin stellte unter der Müngstener Brücke eine Stele aus vorgespanntem Beton auf, die über die Besonderheiten des 125 Jahre alten Gitterstahl-Kolosses aufklärt. Die Informationstafel ist das erste Exponat des Berliner Vereins, weitere sollen bundesweit an vielen weiteren Meisterwerken der Baukunst aufgestellt werden.

Die Idee dieses „poli-lokalen Museums” erläuterte Prof. Dr.-Ing. Volker Schmid von der Technischen Universität Berlin vor geladenen Gästen sowie lokaler und überregionaler Prominenz: „Solche Bauwerke lassen sich schließlich nicht in eine Ausstellung quetschen.“ Also müsse man das Konzept drehen: Wenn das Stück nicht ins Museum kommt, dann eben umgekehrt.

Der Verein habe es sich zum Ziel gesetzt, der Öffentlichkeit, aber auch den eigenen Ingenieurskollegen auf diese Weise vor Ort näherzubringen, zu welchen technischen und gestalterischen Höchstleistungen Bauingenieure fähig seien – damals wie heute. Auf der Infotafel sind die wesentlichen Fakten des Brückenbaus und der technischen Konstruktion beschrieben, über einen QR-Code gelangt man auf die Seite des Vereins mit vielen weiteren Hintergründen zum Brückenbau. Zum Beispiel „die aufregende Geschichte über den verschwundenen Ingenieur”, die der Aachener Bauingenieur Prof. Dr.-Ing. Martin Trautz erforscht hat und über die das Tageblatt exklusiv berichtet hatte.

Martin Trautz, der ebenfalls unter den geladenen Gästen in Müngsten war, zeigte sich hocherfreut, dass der wahre Erbauer des Wunderwerks der damaligen Technik, der MAN-Chefingenieur Bernhard Rudolf Bilfinger, mit der Erwähnung auf der Stele nun nach 125 Jahren wieder aufgetaucht sei. Schmid lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt Solingen, bei der man mit der Idee der Stele in Müngsten „offene Türen eingerannt” habe. Als nächstes Projekt hat sich der Berliner Baukunst-Verein nach seiner Aussage das Olympiadach in München vorgenommen.

Zeitgleich mit dem Museum enthüllten die drei Oberbürgermeister der Städte Solingen, Wuppertal und Remscheid eine weitere Stele, die über den weiter fortgeschrittenen Welterbe-Prozess der Müngstener Brücke informiert.

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