Gänsehaut beim „Hochamt der Demokratie“

Sven Wolf ist beeindruckt von Steinmeiers Rede

Im Vorfeld der Bundesversammlung traf Sven Wolf (r.) Schauspieler Dietmar Bär („Tatort“) und Medizinerin Carola Holzner („Doc Caro“), die so wie er für die SPD in NRW an der Wahl des Bundespräsidenten teilnahmen. Foto: SPD
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Im Vorfeld der Bundesversammlung traf Sven Wolf (r.) Schauspieler Dietmar Bär („Tatort“) und Medizinerin Carola Holzner („Doc Caro“), die so wie er für die SPD in NRW an der Wahl des Bundespräsidenten teilnahmen.

Der Remscheider durfte als einer 1472 Delegierten am Sonntag in Berlin bei der Wiederwahl von Frank-Walter Steinmeier dabei sein.

Von Frank Michalczak und Manuel Böhnke

Remscheid/Berlin. Der Remscheider Sven Wolf zählte zu jenen 1472 Delegierten, die am Sonntag ihre Stimme bei der Wahl des Bundespräsidenten abgaben. Die Teilnahme an der Bundesversammlung war für den SPD-Fraktionschef im Remscheider Stadtrat eine Premiere. Beinahe hätte er die Einladung gar nicht bekommen.

Sie führte ihn in das Paul-Löbe-Haus, wo er in einem der 17 Sitzungssäle das Geschehen verfolgte und zur Stimmabgabe aufgefordert wurde. „Bei dem Einlass wurden wir auf Corona getestet. In allen Delegationen gab es Positiv-Fälle“, erklärt Wolf. Da sei es gut gewesen, dass die SPD eine ganze Reihe an Ersatzdelegierten mit nach Berlin genommen habe.

Diese Funktion bekleidete auch Sven Wolf schon mal, an der Wahl zum Bundespräsidenten selber durfte er jedoch noch nicht teilnehmen, obwohl er bereits seit 2010 Mitglied des Landtags ist. „Ich hatte einfach Pech. Wir losen die freien Plätze innerhalb unserer Fraktion aus.“ Und weil die SPD auch Vertreter aus Kultur, Sport und dem gesellschaftlichen Leben in die Bundesversammlung entsendet, ist die Zahl der Abgeordneten aus dem Landtag begrenzt. Diesmal aber sei er als Mitglied des Fraktionsvorstandes gesetzt gewesen.

Obwohl das Prozedere sehr von den Corona-Schutzmaßnahmen geprägt gewesen sei, zeigte sich Wolf im Anschluss beeindruckt von der feierlichen Stimmung. „Es handelt sich bei der Bundesversammlung um das Hochamt der Demokratie, um einen kirchlichen Ausdruck zu wählen.“ Entsprechend groß sei für ihn die Ehre gewesen, daran teilnehmen zu können.

Das eindeutige Votum, mit dem Frank-Walter Steinmeier erneut ins Amt gewählt wurde, sei keine Überraschung gewesen. Beeindruckt zeigt sich Wolf von dessen Antrittsrede, in der Steinmeier „mit fester Stimme“ einen Bogen vom Ukraine-Konflikt bis zum Kampf für die Demokratie in der Bundesrepublik spannte. „Ich hatte Gänsehaut“, erklärt der 46-Jährige.

Er war nicht der einzige Vertreter aus dem Bergischen Land in der Bundesversammlung. Ebenfalls zum ersten Mal durfte Ingo Schäfer den Bundespräsidenten wählen. „Ich habe diesen wunderbaren, interessanten Tag sehr genossen“, sagte der SPD-Mann, der den Wahlkreis Solingen/Remscheid/Wuppertal-Süd in Berlin vertritt. Am Rande der Veranstaltung habe er wichtige Gespräche führen können, etwa mit einem Geistlichen aus dem vom Hochwasser 2021 stark betroffenen Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Nicht nur die Sozialdemokraten Wolf und Schäfer lobten Steinmeiers Antrittsrede. „Seine klaren Worte zur Situation in der Ukraine haben mich überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben“, erklärte der für Remscheid, Solingen und Wuppertal zuständige Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (CDU) nach der für ihn vierten Bundesversammlung. In außenpolitisch schwierigen Zeiten brauche es einen außenpolitisch erfahrenen Präsidenten.

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