Bergschafe im Bornstal

Osterlämmer kommen als Trio zur Welt

Die Freude bei Klaus-Louis Hanne über die Drillingsgeburt der Gescheckten Bergschafe im Bornstal ist groß. Fotos: Roland Keusch
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Die Freude bei Klaus-Louis Hanne über die Drillingsgeburt der Gescheckten Bergschafe im Bornstal ist groß.

Die Schafe von Klaus-Louis Hanne haben im Bornstal Nachwuchs bekommen.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Klaus-Louis Hanne ruft – und die Braunen und Schwarzen Bergschafe auf der Wiese folgen ihm, laufen in einer großen Herde auf ihn zu. Etwas abseits grasen die Gescheckten Bergschafe mit ihrem Nachwuchs. Denn sie haben erst vor Kurzem gelammt, das jüngste der zehn Lämmer ist gerade mal dreieinhalb Wochen alt. Und eine Osterüberraschung hat der Schafzüchter auch in petto: Mutterschaf Lena hat Drillinge zur Welt gebracht.

Klaus-Louis Hanne

„Das ist sehr selten“, sagt Klaus-Louis Hanne – und verwunderlich, dass alle drei Jungtiere überlebt haben. Denn oft käme bei einer Drillingsgeburt eines der Lämmer rückwärts zur Welt und hätte dann kaum Überlebenschancen, weil es Fruchtwasser einatmet. „Eins ist total winzig gewesen. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass es den ersten Tag überlebt“, sagt Hanne. Aber der 41-Jährige hat nicht aufgegeben, das junge Tier mit einer Wärmelampe warmgehalten und ihm Milch über eine Spezialsonde gegeben. Als die Drillinge vor etwa fünf Wochen geboren wurden, war es kalt. „Die beiden Größeren haben das Kleine zum Schlafen in die Mitte genommen“, berichtet Hanne.

Die drei Lämmer, die sich – anders als man vielleicht erwarten würde – in ihrer Scheckung durchaus unterscheiden, und ihre Mutter Lena hält Hanne getrennt von der Herde, damit das Muttertier nicht wieder gedeckt wird. „Das könnte sie von der Kondition her gar nicht schaffen“, erklärt der gelernte Kaufmann, der mit Schafen aufgewachsen ist.

Während sich die drei Lämmer in der Sonne an ihre Mutter kuscheln, läuft Schaf Patricia blökend über die Wiese. „Erst heute ist ihr Lamm gestorben“, erklärt Hanne. „Sie ist sehr mitteilungsbedürftig und eine regelrechte Übermutter.“ Dass jedes Schaf einen eigenen Charakter habe, merke er immer wieder. Manche ließen sich überhaupt nicht anfassen, da werde selbst das Scheren schwierig. „Was ich erstaunlich finde, ist, dass die Schafe, wenn sie krank sind, wissen, dass ich ihnen helfen will.“ So habe Patricia einmal nachts Alarm geschlagen, als ein anderes Schaf eine schwierige Geburt durchmachte. „Sie wusste genau, dass jemand kommt, wenn sie lange und laut genug blökt. Damit hat sie dem Lamm und dem Schaf das Leben gerettet.“

Denn wenn es sein muss, helfen Klaus-Louis Hanne und sein Mann Björn Lütkemeier auch mitten in der Nacht bei Geburten oder ziehen auch mal ein Lamm mit der Flasche auf – alle zwei Stunden müssen sie nachts dann raus. „Das ist, als hätte man Kinder. Ich habe auch schon mal ein Lamm mit ins Büro genommen“, sagt Hanne, der die Schafzucht nebenberuflich betreibt.

Bergschafe bekommen Drillings-Nachwuchs

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Im Bornstal gibt es Nachwuchs bei den Bergschafen. © Roland Keusch
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Im Bornstal gibt es Nachwuchs bei den Bergschafen. © Roland Keusch
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Im Bornstal gibt es Nachwuchs bei den Bergschafen. © Roland Keusch
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Im Bornstal gibt es Nachwuchs bei den Bergschafen. © Roland Keusch
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Im Bornstal gibt es Nachwuchs bei den Bergschafen. © Roland Keusch
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Im Bornstal gibt es Nachwuchs bei den Bergschafen. © Roland Keusch

Aber etwa 20 bis 25 Arbeitsstunden kämen wöchentlich hinzu. Die Braunen und Schwarzen Bergschafe werden Mitte April in die Naturschutzgebiete in Remscheid und Wermelskirchen gebracht. Dann fährt Klaus-Louis Hanne jeden Tag nach der Arbeit die Weiden ab, um nach dem Rechten zu sehen.

Zuchtprogramm rettet Rassen vor dem Aussterben

Von den zehn Lämmern werde er ein weibliches Lamm für die Zucht behalten und zwei Böcke, die er erst im August auf einer Auktion in Krefeld verkaufen wird. Zahnstellung, Wolle und Knochenbau sind dabei Faktoren, nach denen er für sein Zuchtprogramm geht. Denn die Tiere sind vom Aussterben bedroht. Es sei wichtig, dass Züchter die Tiere für Zucht und Schlachtung selektieren. „Nur so kann man aussterbende Rassen erhalten, sonst landen wir in der Massentierhaltung.“

Klaus-Louis Hanne selbst sei bei jeder Schlachtung dabei. „Das ist wirklich nicht immer einfach, aber das ist der Respekt, dem ich jedem Tier gegenüberbringe.“ Das Wichtigste an der Tierzucht sei, alles zu verwerten. Deswegen will Hanne bald einen kleinen Laden eröffnen und in den Verkauf von nachhaltigem Wolldünger einsteigen. | Standpunkt

Hintergrund

Osterlamm: Der Begriff Osterlamm stammt daher, dass die meisten Lämmer im Frühjahr geboren werden, passend zur Osterzeit. Die Schafe werden überwiegend im Herbst bockig, erklärt Klaus-Louis Hanne.

Bergschafe stammen aus der Alpenregion und sind vom Aussterben bedroht. Gescheckte und Schwarze Bergschafe gelten als extrem gefährdet, das Weiße und das Braune Bergschaf werden als stark gefährdet eingestuft.

Standpunkt: Tolles Engagement

Von Alexandra Dulinski

alexandra.dulinski@ rga.de

Idyllisch liegt das Bornstal nur einen Katzensprung vom Impfzentrum und der Geschäftigkeit der Stadt entfernt. Dass dort Klaus-Louis Hanne und Björn Lütkemeier in ihrer Freizeit mit ihrem Zuchtprogramm einen großen Beitrag zur Arterhaltung leisten, ist beachtlich. Nicht nur verbringen sie neben ihrem Beruf teils viele nächtliche Stunden mit ihren Schafen, auch sorgen sie für die Tiere wie für Kinder, nehmen sie mit ins Büro, eilen spontan bei Geburten herbei und stellen das Tierwohl an die erste Stelle.

Dass sie die Tiere dabei mit dem größtmöglichen Respekt behandeln und Hanne selbst bei jeder Schlachtung dabei ist, zeigt, wie wichtig ihnen die Themen Tierwohl und Artenschutz sind. Die Freude, dass die Drillinge alle drei gesund zur Welt gekommen sind und nun als Osterlämmer über die Wiesen toben können, ist verständlicherweise groß. In diesem Sinne wünscht Ihnen der RGA ein schönes Osterfest und ein paar erholsame Feiertage.

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