Start des Bergischen Wissensforums

Vorverkauf: Referent Eric Standop versteht die Sprache der Gesichter

Eric Standop hat sein Handwerk vor allem in China gelernt. Er weiß: Wissen mit Unterhaltung bleibt besser im Gedächtnis. Er verspricht daher einen lebendigen Vortrag mit vielen Beispielen. Foto: Sprecherhaus/Standop
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Eric Standop hat sein Handwerk vor allem in China gelernt. Er weiß: Wissen mit Unterhaltung bleibt besser im Gedächtnis. Er verspricht daher einen lebendigen Vortrag mit vielen Beispielen.

Jedem Zuschauer soll bewusstwerden, dass er Gesichter liest: Dies ist das erste Ziel von Eric Standop. Jeder könne das, und jeder tue das – unbewusst.

Von Björn Boch

Remscheid. „Die Augen und das Gesicht geben uns mehr Informationen, als Worte sagen können“, erklärt der Experte für Gesichtssprache. Er will den Menschen ein Handbuch mitgeben, wie sie bewusst Gesichter lesen – und das soll sofort anwendbar sein.

Mit diesem Vortrag macht Standop den Anfang in der nächsten Runde des Bergischen Wissensforums. Gemeinsam mit der Agentur Sprecherhaus widmen sich Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger auch 2021/22 dem „Rohstoff Wissen“ – und haben sechs hochkarätige Referentinnen und Referenten für Vortragsabende gewinnen können.

„Worte tragen wenig zu Glaubwürdigkeit und Wahrnehmung bei.“

Eric Standop, Referent

Eric Standop hat sein Handwerk vor allem in China gelernt. Sechs Jahre dauerte die Ausbildung. „Das ging so lange, weil sie einem dort sehr lange Geschichten erzählen, die am Ende höchstens zwei Informationen enthalten“, sagt er mit einem Lachen. Was er ernst nimmt: die Wichtigkeit, Menschen zu unterhalten. Denn dann bleibt Wissen besser hängen. Er verspricht daher einen lebendigen Vortrag mit vielen Beispielen. Zuschauer lernen anhand von Fotos, was sie eigentlich können, sich aber selten bewusstmachen.

Wie wichtig das Gesicht eines Menschen ist, sei in den USA schon in den 70er-Jahren erforscht worden. „Worte tragen wenig zu Glaubwürdigkeit und Wahrnehmung bei“, berichtet Standop. Weitaus mehr entfielen auf deren Klang. Und der Rest, mehr als die Hälfte, seien das Erscheinungsbild, das Gesicht und der Körper.

Vieles basiere auf Merkmalen, zu denen wir eine Erfahrung ausgebildet haben. Und da hat das Lesen von Gesichtern einen Haken: Wer schlechte Erfahrungen gemacht hat mit einer bestimmten Person, überträgt dies auch auf andere Menschen, die ähnlich aussehen oder eine ähnliche Mimik haben. Das alles geschieht unterbewusst, natürlich.

Standop, der Schauspieler, Pokerspieler, aber auch Verhör-Experten von Sicherheitsdiensten zu seinen Kunden zählt, will der Technik des Gesichtslesens wieder zur Ehre verhelfen. „Für manche ist das mystisch, für mich aber eigentlich logisch. Das Gesicht ist mit dem Gehirn und den Organen vernetzt. Und Nervenverbindungen lösen Informationen aus“, erklärt der 55-Jährige.

Überhaupt begreift er nicht, warum Körpersprache in der Psychologie viel verwendet werde, Gesichtssprache aber eher bei den Esoterikern angesiedelt sei. „Ich habe nie verstanden, warum es mehr aussagen soll, wenn man die Arme verschränkt, als wenn man den Mund verzieht.“

Der gebürtige Karlsruher hat Pädagogik studiert und beschäftigt sich seit 16 Jahren mit den modernen Erkenntnissen der Mimikforschung. 15 Bücher habe er geschrieben – „noch immer nicht alles, was es zu dem Thema zu sagen gibt“. Den Gästen seines Vortrags verspricht er einen Einblick in die Grundlagen: „So wie einen schnellen Sprachkurs für Touristen. Man kann danach noch keine Fachdiskussion führen, aber schon Essen, ein Taxi und ein Hotelzimmer bestellen.“

Lernen können Zuschauer der Vorträge in dieser Saison des Wissensforums live vor Ort oder zu Hause: Besucher haben die Wahl zwischen Präsenzticket und Karte für das Online-Streaming. Wegen des unsicheren Verlaufs der Pandemie können Karten bis zehn Tage vor der Veranstaltung in Präsenz- oder Online-Variante umgetauscht werden.

Was der Vortrag nicht bietet: Andere Menschen mit dem Wissen zu täuschen, Mimik also so zu verändern, dass ein Gegenüber etwas Bestimmtes wahrnimmt. „Es gibt nur sehr wenige gute Schauspieler auf der Welt, die viele Rollen ausfüllen können“, betont Standop. Viele spielten dagegen nur sich selbst. Gut: Leonardo di Caprio oder Tom Hanks. Nicht sehr vielfältig: Tom Cruise oder John Wayne.

Nach dem Interview frage ich Standop: Hat mein Gesicht verraten, ob seine Aussagen interessant waren? Das sagt er nicht. Und räumt mit meinem Vorurteil auf: Er lese nicht ständig Gesichter. Das sei ein Beruf, da müsse man sich bewusst konzentrieren und darauf einlassen. „Da geht es mir wie Psychologen oder Ärzten. Da denkt die andere Person auch oft, sie werde ständig beurteilt.“ Bergisches Wissensforum: Dienstag, 28. September, 19.30 Uhr, Thema: Gesichtssprache mit Eric Standop, Evangelische Stadtkirche, Kirchplatz 14, Solingen.Weitere Termine, Tickets: siehe rechts. Partner: Unterstützt wird das Bergische Wissensforum von der Volksbank im Bergischen Land und Walbusch.

Tipps für ein gutes Streaming-Erlebnis

Wlan: Nutzen Sie die stärkste Internetverbindung. Eine Kabelverbindung kann besser sein als ein Wlan-Netz. Bei einer Wlan-Nutzung sollten keine weiteren User zeitgleich im Wlan aktiv sein, weil das die Download-Leistung reduzieren kann.

Browser: Google Chrome läuft beim Wissensforum-Stream häufig besser als Firefox oder Safari. Sollte die Übertragung hängen, so laden Sie die Seite bitte neu.

Geräte und andere Software: Neuere Geräte, vor allem mit aktueller Software, bieten eine fließendere Übertragung und bessere Bild- und Tonqualität.

Vollbildmodus: Nutzen Sie den Vollbildmodus (die zwei kleinen Pfeile unten rechts im Sendebild).

Helligkeit und Ton: Prüfen Sie Einstellungen für Helligkeit und Lautstärke, am besten vor dem Vortrag.

Strom: Stellen Sie eine Versorgung oder ausreichende Akkuleistung sicher.

Apps: Vermeiden Sie Störquellen, indem Sie Apps, Programme oder andere Webseiten auf dem Gerät schließen.

Bergisches Wissensforum: Karten, Preise, Teilnahme

Weitere Termine: Di., 26. Oktober: Selbstbestimmung mit Dörte Maack; Mi., 17. November: Wahrnehmung mit Alexander Groth; Di., 25. Januar: Zielstrebigkeit mit Susanne Nickel; Di., 22. Februar: Überzeugungskraft mit Klaus-J. Fink; Di., 29. März: Vitalität mit Patric Heizmann.

Tickets (Präsenz): Wer die Vorträge vor Ort erleben möchte, zahlt für einen Vortrag 49 Euro (39 Euro für RGA-Karten-Inhaber). Ein Ticket für alle 6 Termine kostet 245 Euro (195 Euro mit RGA-Karte).

Tickets (online): Wer die Veranstaltung im Livestream sehen möchte, zahlt 39 Euro pro Vortrag (29 Euro mit RGA-Karte). Das Online-Abo für alle Termine kostet 234 Euro (174 Euro mit RGA-Karte).

Buchung: Karten sind online buchbar. Telefonisch können Karten bei Sprecherhaus unter Tel. (0 25 61) 97 92 888 bestellt werden (mo. bis do. von 9 bis 16 Uhr, fr. von 9 bis 14 Uhr).

Neuer Ticketservice: Eintrittskarten können bis zehn Tage vor der Veranstaltung zwischen Präsenz- und Onlineteilnahme umgebucht werden – mit Preisausgleich (Zuzahlung bei Wechsel auf Präsenzteilnahme, Erstattung bei Wechsel auf Onlineteilnahme, je 10 Euro).

Teilnahme: Die Präsenzteilnahme ist mit „3G-Regel“ möglich. Am Einlass wird der Nachweis geprüft: geimpft, genesen oder getestet (Test maximal 48 Stunden alt).

Ort: Veranstaltungsort ist der Bürgersaal der Evangelischen Stadtkirche. Die Vorträge dauern rund 90 Minuten, Einlass ist ab 19 Uhr. Nach dem Vortrag: Buchverkauf mit Signierung und Gesprächsmöglichkeit mit der Referentin oder dem Referenten.

Erfolgreicher durchs Leben gehen - im Job ebenso wie im Privaten: Das kann man trainieren. An sechs Abenden widmet sich das „Bergische Wissensforum“ sechs verschiedenen Erfolgsfaktoren: Gesichtssprache, Selbstbestimmung, Wahrnehmung, Zielstrebigkeit, Überzeugungskraft und Vitalität. Die Vorträge finden live statt - können aber auch als Livestream geschaut werden.

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