Auszeichnung

Bergische Städte ehren Frauen mit Profil

Karin Heier (l.) ist eine von drei Unternehmerinnen, die als „Frauen mit Profil“ ausgezeichnet wurde. Ebenfalls würdigte die Jury das Engagement von Tanja Schäfer und Andrea Halstenbach (r.). Foto: Andreas Fischer
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Karin Heier (l.) ist eine von drei Unternehmerinnen, die als „Frauen mit Profil“ ausgezeichnet wurde. Ebenfalls würdigte die Jury das Engagement von Tanja Schäfer und Andrea Halstenbach (r.).
  • Axel Richter
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Karin Heier koordiniert die Arbeit im Frauenhaus. In der Pandemie verschafft sie Schutzsuchenden neue Freiheiten.

Remscheid. Karin Heier ist eine zurückhaltende Frau, die ungern im Mittelpunkt steht. Ihre Verhandlungspartner bescheinigen der gelernten Krankenschwester und Sozialpädagogin indes eine gewisse „Terriermentalität“. Dann, wenn es um den Schutz von Frauen und Kindern geht. Seit gestern darf sich die Koordinatorin des Frauenhaues Remscheid deshalb ganz offiziell „Frau mit Profil“ nennen.

Frauen mit Profil – so heißt der Wettbewerb, den das Kompetenzzentrum Frau und Beruf im Bergischen Städtedreieck in jedem Jahr ausschreibt. Damit ehrt die Einrichtung Frauen, die als Unternehmerinnen ein besonderes Vorbild abgeben, die kreative Lösungen zur eigenen Existenzsicherung gefunden haben oder die an der Spitze eines besonders nachhaltigen Projektes für Frauen stehen.

Ihr langer Atem hat die Jury sehr beeindruckt.

Aus der Laudatio

Karin Heier fällt in letzte Kategorie. Seit vielen Jahren ist sie in Sachen Gewaltschutz im Bergischen Land unterwegs. Sie war Mitbegründerin der Frauenberatungsstelle Burscheid und Mitglied im Verein „Frauen helfen Frauen“ in Solingen. Seit 2011 koordiniert sie die Arbeit des Frauenhauses in Remscheid, seit 2016 ist sie Leiterin des Fachbereichs Gewaltschutz beim Sozialdienst Katholischer Frauen Bergisch Land.

Den jüngst erst fertiggestellten Neubau des barrierefreien Frauenhauses in Remscheid bezeichnet sie als einen ihrer größten Erfolge. In der Pandemie, die den Bewegungsraum der dort lebenden Frauen und Kinder zusätzlich einengte, entwickelte sie neue Angebote. Zum Beispiel rief sie eine samstägliche Kinderbetreuung ins Leben, damit die Frauen auch einmal zum Einkaufen alleine rausgehen können. „Der lange Atem, mit dem sie ihre Projekte durchführt, mit dem sie dicke Bretter bohrt und ihre Liebe zu Menschen haben die Jury sehr beeindruckt“, hieß es gestern in der Laudatio. Dazu passt, dass die eigenen Mitarbeiterinnen den Bewerbungsbogen für sie ausfüllten. „Ich habe selten eine solche Lobeshymne auf die eigene Chefin gelesen“, erklärte Judith Müller-Krohn vom Kompetenzzentrum. Entspannung sucht Karin Heier außerhalb von Pandemiezeiten übrigens im Fußballstadion. Die Mutter von zwei eigenen und zwei adoptierten Kindern hält es mit Bayer Leverkusen.

„Es sind die persönlichen Geschichten der Frauen, die wir ehren“, hält Birgit Frese, verantwortlich für das Thema Frauen in Führung fest. Die Geschichte von Tanja Schäfer beeindruckt vielleicht am meisten. Die Topmanagerin hatte im Medienkonzern Springer diverse Führungspositionen inne. Die Liebe führte sie 2018 mit erstem Wohnsitz nach Wuppertal. 2019 verunglückte ihr Mann bei einer Bergtour tödlich. Tanja Schäfer übernahm die Verantwortung für seine Firma, die Fischerandfriends GmbH mit neun Mitarbeitern, und führt das Unternehmen in der ihr fremden Branche der Veranstaltungstechnik durch die Pandemie. „Ihr Mut, ihre Fähigkeit, flexibel zu reagieren, und ihr Verantwortungsgefühl haben die Jury ebenso beeindruckt wie der Blick auf eine äußerst erfolgreiche Karriere“, hieß es bei der Preisverleihung.

Andrea Halstenbach zeichnete die Jury für ihre Kreativität aus. Die Modeschöpferin hat es von Unterbarmen aus auf die Laufstege in New York, Paris und Mailand geschafft. Angefangen hat alles mit einem Pullover. Den sah Andrea Halstenbach in Italien und wusste gleich: „Das kann ich besser.“ Das Ergebnis ist die Marke Halstenbach Fine Clothes mit Sitz in Wuppertal, wo ihre ersten Entwürfe entstanden.

Heute präsentieren Models ihre Mode auf dem West-Broadway, in Miami, Basel, Chicago und Hongkong. Mit zu ihren Erfolgsfaktoren zählt ihre Einstellung zur Produktion ihrer Modelle. Die angemessene Bezahlung der Näherinnen und Stricker ist für Andrea Halstenbach die Grundvoraussetzung für faire Mode.

Wettbewerb Frauen mit Profil

Zum achten Mal in Folge hat das Kompetenzzentrum Frau und Beruf gestern die Preisträgerinnen des Wettbewerbs „Frauen mit Profil“ gekürt - natürlich online. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz begrüßte die Gäste, seine Solinger und Wuppertaler Amtskollegen Tim Kurzbach und Uwe Schneidewind hielten mit der Remscheider Unternehmerin und Schirmfrau Inga Bauer die Laudationen für die Gewinnerinnen. 40 Frauen waren für den Preis nominiert worden.

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