Kurzfristige Einrichtung beantragt

Remscheid bekommt vorerst keine Pop-up-Radwege

Im vergangenen Jahr wurden Radwege-Markierungen in Lennep, hier die Alte Kölner Straße, erneuert. Archivfoto: Roland Keusch
+
Im vergangenen Jahr wurden Radwege-Markierungen in Lennep, hier die Alte Kölner Straße, erneuert (Archivfoto).

Die Stadt Remscheid hat rechtliche Bedenken gegen den Antrag der Umwelthilfe, kurzfristig Radwege einzurichten. Für große Umbau-Projekte fehlt das Geld.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Remscheid wird voraussichtlich erst einmal keine Pop-up-Radwege bekommen. Zwar bestätigt die Verwaltung, dass ein entsprechender Antrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) eingegangen sei. Gleichzeitig macht man aber auch deutlich, dass man dagegen rechtliche Bedenken habe.

In mehr als 100 Kommunen hat die DUH in den vergangenen Wochen formale Anträge auf die Einrichtung solcher kurzfristig umsetzbaren Radwege gestellt, darunter auch Remscheid. „Obwohl immer mehr Radfahrerinnen und Radfahrer auf den Straßen unterwegs sind, existieren in den meisten deutschen Städten keine ausreichend breiten, baulich abgegrenzten, geschützten Fahrradwege“, begründete Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch die Aktion.

Remscheid: Stadt sieht kurzfristig eingerichtete Radwege kritisch

Deren Ziel sei es, Verkehrsfläche umzuwidmen – „von der Autostraße hin zum gesicherten Fahrradweg“. So könnten zum Beispiel einzelne Fahrstreifen oder bei breiten Fahrbahnen Teile davon mit abgetrennt werden. Doch genau das sieht die Stadt kritisch. Es sei rechtlich noch gar nicht geklärt, ob das Aufstellen solcher Absperrpfosten zulässig sei, sagt Nikita Brilovics, zuständiger Mitarbeiter in der Verkehrsplanung.

Zudem benötige die Verwaltung dafür die Zustimmung der Politik, so Brilovics. Deswegen werde der DUH-Antrag nach der Bearbeitung durch die Stadtverwaltung wohl seinen Weg in die politischen Gremien der Stadt finden. Nach Angaben der Umwelthilfe haben unter anderem Bonn, Lemgo und Leverkusen das Thema bereits auf die Tagesordnung der zuständigen Ausschüsse gesetzt.

Remscheid: Ausbau des Radwegenetzes noch am Anfang

Dass der Ausbau des Radwegenetzes in Remscheid vielen Radfahrern nicht schnell genug geht, dafür hat Nikita Brilovics durchaus Verständnis. Der Radverkehr genieße in hier erst seit ein paar Jahren Priorität, sagt er: „Wir stehen da noch ganz am Anfang.“ Dabei habe man auch, mit den Folgen der Planungen der vergangenen Jahrzehnte zu kämpfen.

Statt auf einen großen „Abwasch“, für den der Stadt das Geld fehlt, setzt das Remscheider Radwegekonzept eher auf kleine, dafür aber umsetzbare Schritte. Bei jeder Straßenbaumaßnahme werde geprüft, ob im Zuge dessen ein Radweg erstellt werden kann, berichtet Nikita Brilovics. So sollen in diesem Jahr unter anderem die Lüttringhauser Straße und die Lindenallee, der Höhenweg sowie die Bliedinghauser Straße und ein Teil der Wermelskirchener Straße einen Radfahrstreifen bekommen. Und zwar bei ohnehin anstehenden Arbeiten.

Über die Jahre, so die Hoffnung, könnte aus den einzelnen, über die Stadt verteilten Abschnitte ein Radwege-Netz werden. Dazu werden auch bereits vorhandene Radwege und -streifen wieder hergestellt. Im vergangenen Jahr wurden zum Beispiel die längst verblassten Markierungen in der Nähe des Lenneper Bahnhofes erneuert. In diesem Jahr stehe das unter anderem für die Klausener Straße an, so Brilovics.

In Lennep gibt es ein neues Angebot für Radfahrer: Dort werden aus Garagen für Autos Stellplätze für Fahrräder.

Wie fahrradfreundlich ist Remscheid eigentlich? Um das herauszufinden, startete der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) vergangenes Jahr eine Umfrage zum Fahrradklima in ganz Deutschland.  In der letzten Auswertung kam die Stadt Remscheid auf den letzten Platz.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Führerscheine gibt es nur nach Priorität
Führerscheine gibt es nur nach Priorität
Führerscheine gibt es nur nach Priorität
„Vereinigte Hüttenwerke“ verschwinden am Remscheider Rathaus
„Vereinigte Hüttenwerke“ verschwinden am Remscheider Rathaus
„Vereinigte Hüttenwerke“ verschwinden am Remscheider Rathaus
Elektroschrott für Schulen zu gefährlich
Elektroschrott für Schulen zu gefährlich
Elektroschrott für Schulen zu gefährlich
Zweitimpftermine für Remscheider der Sonderimpfaktion am 18. Mai
Zweitimpftermine für Remscheider der Sonderimpfaktion am 18. Mai
Zweitimpftermine für Remscheider der Sonderimpfaktion am 18. Mai

Kommentare