Angeklagter gibt Drogenbesitz zu

Beim Sonnenbaden einen Joint geraucht

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Das Amtsgericht in Remscheid.

42,3 Gramm Marihuana gleich 3200 Euro Geldstrafe – so die Entscheidung des Richters im Amtsgericht Remscheid.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Für das Urteil zeigte der Angeklagte durchaus Verständnis. Den 24. Juni vergangenes Jahres fand der 25 Jahre alter Mann aus Remscheid als ideal, für ein bisschen Erholung an der Wuppertalsperre. Mit seiner Freundin machte er es sich gemütlich, badete und sonnte sich.

Um den Tag aus ihrer Sicht perfekt zu machen, gönnten sich die beiden ein paar Joints. Das gefiel ein paar anderen Erholungssuchenden in unmittelbarer Nähe des Paares so gar nicht – sie alarmierten die Polizei. Die Beamten kamen prompt und durchsuchten den 25-Jährigen. Der hatte so einiges dabei: die 42,3 Gramm Marihuana, aufgeteilt auf fünf Tütchen, Plättchen, einen Crusher sowie eine Feinwaage. Und so lautet die Anklage im Amtsgericht Remscheid unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln.

„Ich habe es besessen. Es war meins“, gab der Angeklagte sofort zu. „Was ich Ihnen nicht glaube, ist, dass das nur für Sie war“, äußerte der Richter Zweifel an der Aussage des Mannes. Der machte dem Vorsitzenden daraufhin eine plausible Rechnung auf: Würde er jeden Tag 10 bis 20 Euro für Stoff ausgeben, kämmen im Monat über 600 Euro zusammen. Er kaufte immer 50 Gramm auf einmal, und käme dadurch durch einen Mengenrabatt auf etwa 300 Euro im Monat. Seine Freundin bekäme auch mal etwas ab. Pro Joint bräuchten sie etwa 0,4 Gramm des Stoffs. Immer wieder, so der 25-Jährige, habe er versucht, von dem Zeug loszukommen. Bisher ohne Erfolg.

Der Richter legte dem Remscheider dringend ans Herz, aus der Drogenspirale herauszukommen. Er habe schon viele drogenabhängige Menschen kennengelernt. Einige litten bereits nach einmaligem Konsum unter Psychosen.

Zwei Vorbelastungen brachte der Remscheider mit. Einen Diebstahl und Straßenverkehrsgefährdung in Verbindung mit unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln. Entsprechend hoch fiel deshalb auch die Geldstrafe aus. „Ich werde versuchen, hier nicht mehr zu sitzen“, erklärte der 25-Jährige in seinem letzten Wort. Der Richter wünschte ihm alles Gute: „Machen Sie was aus Ihrem Leben. Es ist noch nicht zu spät.“

Remscheider erhielt 2240 Euro Hartz IV zu viel. Nun musste er sich wegen Betruges im Amtsgericht verantworten.

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