Viele Unfälle

Bei einem Wildunfall ist der Anruf bei der Polizei Pflicht

Jäger Hans-Willi Kling sagt, auch Jägern geht es nahe, wenn das Tier nach einem Wildunfall noch lebt.
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Jäger Hans-Willi Kling sagt, auch Jägern geht es nahe, wenn das Tier nach einem Wildunfall noch lebt.

Recht häufig kommt es gerade in der Paarungszeit von Wildtieren wie Rehen zu Verkehrsunfällen. Speziell in der Dämmerung oder Nacht kommen die meisten Wildunfälle in Waldrandgebieten vor.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Hans-Willi Kling, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Remscheid, sagt morgens seien die Tiere auf Futtersuche, bei Dunkelheit würden sie oft aufgeschreckt und geblendet. „Dann bleiben sie auch einfach stehen“, fügt er hinzu. Nicht immer sprängen die Tiere vor das Auto.

Grundsätzlich wird bei Dämmerungs- und Nachtfahrten über Landstraßen geraten, wachsam zu sein und auch nicht zu schnell zu fahren. „Zu solchen Zeiten sollte man den Verkehr auch immer im Blick behalten“, sagt Stefan Weiand, Pressesprecher der Polizei Wuppertal. Wenn trotzdem ein Tier auf der Fahrbahn auftauche, wird dringend von Ausweichmanövern abgeraten. Oft kommt es dabei zu Folgeunfällen, die andere Autofahrer gefährden können.

Komme es zum Unfall, könne nur angehalten, die Warnblinkanlage eingeschaltet und die Unfallstelle abgesichert werden. Dann sollte Anruf bei der Polizei folgen und gewartet werden, bis diese auch kommt. „Wir nehmen den Unfall auf und alarmieren die Jäger in dem entsprechenden Revier“, sagt Weiand. Diese übernehmen dann falls nötig, den sogenannten Fangschuss, um die oft schwer verletzten Tiere von ihrem Leid zu erlösen und beseitigen die Kadaver.

Flüchtende Tiere können auch schwer verletzt sein.

Einfach weiter fahren gilt als Tierquälerei, mitnehmen und zum Tierarzt bringen falle unter den Straftatbestand der Wilderei. Die Kadaver könne man beim Warten auf die Polizei von der Straße ziehen, sagt Weiand. Generell sollten die Tiere aber nicht angefasst werden. „Verletzte Tiere können durch Berührung fliehen oder zu großem Stress ausgesetzt werden, weil sie fliehen wollen, aber nicht können“, fügt Hans-Willi Kling hinzu. Im Zweifel würde man nur selbst verletzt.

Wenn ein Tier nach dem Unfall flüchte, sei es nicht zwingend unverletzt. „Meist haben sie innere Blutungen, und es greift einfach der Fluchtreflex. Sie haben erstmal keine Schmerzen“, merkt Kling an. Der Weg sei der gleiche: Anruf bei der Polizei, damit auch die Jäger informiert werden, die das Tier im Nachgang suchen.

Angst vor rechtlichen Folgen muss man bei einem Wildunfall meist nicht haben, sofern alle Stellen informiert sind und keine anderen Straftatbestände vorliegen. Durch den Unfallbericht der Polizei sollte es auch keine Probleme mit der Versicherung geben, so Stefan Weiand.

Passend zum Thema: Von freilaufendem Hund gerissen - Jäger pflegen verletztes Kitz

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