Operettengala

Begeistertes Publikum erklatscht sich drei Zugaben

Sopranistin Katharina Ruckgaber und Tenor Daniel Johannsen überzeugten bei ihren Soli und im Duett. Foto: Doro Siewert
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Sopranistin Katharina Ruckgaber und Tenor Daniel Johannsen überzeugten bei ihren Soli und im Duett.

Operettengala der Bergischen Symphoniker im Teo Otto Theater.

Von Sabine Naber

Remscheid. Mit ihrer großen Operettengala verstanden es die Bergischen Symphoniker und ihre Gäste, die Besucher im Teo Otto Theater am frühen Sonntagabend mitzureißen und zu verzaubern.

Mit Emmerich Kálmáns Ouvertüre aus „Gräfin Mariza“ gelang ein so schwungvoller, temperamentvoller Start, dass Generalmusikdirektor Daniel Huppert der Taktstock aus der Hand flog. Was dieser in seiner Begrüßung humorvoll kommentierte: „Eigentlich sollten Sie der Musik lauschen und nicht meiner kleinen Showeinlage hinterhergucken.“

Er lud die zahlreichen Zuhörenden zu einer Operettenreise ein, die über Ungarn und Berlin bis nach Wien reichte. „Die Operette hat etwas Faszinierendes. Es wird geliebt, gestritten, versöhnt und geheiratet. Bürgerliche entpuppen sich als Blaublütige, ohne Kaiser geht es nicht und alte Tanten öffnen die Schatulle und bezahlen die Schulden“, so fasste er den Kern der Operetten zusammen. Man brauche dazu ein erstklassiges Orchester, grandiose Sänger und ein Happy-End. Alle drei Zutaten waren vorhanden.

Großartige Stimmen und charmanter Auftritt

Die Sopranistin Katharina Ruckgaber, sie ist Ensemblemitglied am Theater Freiburg, und der österreichische Tenor Daniel Johannsen, der bereits Auftritte in der New Yorker Carnegie Hall hatte, begeisterten das Publikum durch ihre großartigen, voluminösen Stimmen ebenso wie durch ihren charmanten Auftritt.

Authentisch und gekonnten spielten sie die Liebenden, die Zögerlichen, tänzelten über die Bühne und brachten ihr Publikum zum Schmunzeln, wenn Johann Strauss „Schwippslied“ aus „Eine Nacht in Venedig“ oder auch Eduard Künneckes „Kindchen, du musst nicht so schrecklich viel denken“ aus „Der Vetter aus Dingsda“ erklang. Im Duett sangen sie das Walzerlied „Einmal möchte ich wieder tanzen“ und „Komm mit nach Varasdin so lange noch die Rosen blühen“. Paul Linckes Ouvertüre aus „Frau Luna“ erklang und auch der „Strahlende Mond“ aus „Der Vetter aus Dingsda“ war zu hören.

Zu Johann Strauss Operette „Eine Nacht in Venedig“ wusste Daniel Huppert auch Interessantes zu erzählen: „Weil Strauss’ Ehefrau ein Verhältnis mit dem Direktor des Theaters An der Wien, begonnen hatte, wollte Strauss die Operette nicht dort uraufführen. Das geschah dann in Berlin, dort aber fiel sie durch“, machte er deutlich. Und vermutete, dass es an Textzeilen wie: „Nachts sind die Katzen ja grau, da tönt es zärtlich Miau“, gelegen haben könnte. Die Ouvertüre und auch „Komm in die Gondel“ klangen fantastisch.

Eigentlich sollte der Operettenabend nach einer Stunde zu Ende gehen. Das begeisterte Publikum ließ das Orchester, die Sopranistin und den Tenor nicht so einfach gehen. Ganz viel Applaus und Zugabe-Rufe brachten drei Zugaben.

Für Dienstag, 16. November, 10.30 Uhr lädt das Teo Otto Theater mit „Das Feuer der Melancholie – 100 Jahre Astor Piazzolla“ zu Musik und Literatur ein. Das Duo Aciano mit Sandra Wilhelms (Gitarre) und Freya Deiting (Violine) tritt zusammen mit der Schauspielerin Marina Matthias auf.

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