Eventgarten

Beatrice Egli macht den Schützenplatz zur Partymeile

Schlagersängerin Beatrice Egli zeigte sich bei ihrem Auftritt in Remscheid vielseitig – den letzten Teil des Programms nahm dann aber doch stimmungsvolle Musik ein, die die Besucher zum Feiern animierte.
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Schlagersängerin Beatrice Egli zeigte sich bei ihrem Auftritt in Remscheid vielseitig – den letzten Teil des Programms nahm dann aber doch stimmungsvolle Musik ein, die die Besucher zum Feiern animierte. 

Eventgarten: Vor der Schweizerin füllte die Remscheiderin Pia-Sophie Remmel die große Bühne mit starker Stimme.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der Samstagabendbesuch im Eventgarten auf dem Schützenplatz war für mich eine Herausforderung, denn ich zähle nicht zu den größten Schlagerfans, vorsichtig ausgedrückt. Angekündigt war eine Sängerin der Top Fünf der deutschsprachigen Schlagerszene: die Schweizerin Beatrice Egli.

Bevor der Star des Abends mit seiner Band die Bühne betrat, bestritt die Remscheiderin Pia-Sophie Remmel das Vorprogramm. Die Sängerin, die bei der letztjährigen Ausgabe der TV-Castingshow DSDS einen Platz unter den letzten Fünf errungen hatte, bewältigte die anspruchsvolle Aufgabe, die große Bühne auf dem Schützenplatz alleine mit Musik und Ausstrahlung zu füllen, sehr professionell und sympathisch. Selbst kleine technische Probleme warfen sie nicht aus der Bahn, sie blieb konzentriert, sang zu Beginn „Marathon“ und legte mit „Achterbahn“ einen Helene-Fischer-Hit nach. Pia-Sophie, die zur Zeit an ihrem Debütalbum arbeitet, beendete den sechs Song umfassenden Auftritt mit „Magnet“, ihrer aktuellen Single. Großer Beifall belohnte die Sängerin.

Auch Pia-Sophie Remmel hatte einen starken Auftritt.

Um kurz nach 20 Uhr enterte dann die Band von Beatrice Egli die Bühne. Die Sängerin folgte kurz darauf und legte mit „Samstagnacht“ auch direkt richtig los, eine Tanzfete kündigte sich an. Die sechsköpfige Band erwies sich als bestens eingespielt, nahm sich bei den (wenigen) Balladen zurück und gab bei den rhythmisch starken Songs ordentlich Vollgas.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist

Es sollte kein reines Schlagerkonzert werden, denn Egli arbeitet stetig an sich und ihren Liedern, versucht, artfremde Elemente in ihre Musik zu integrieren. So erklang Reggae, Weltmusik („Terra Australia“) und Disco, wie in „Dann tanz ich halt allein“ mit synthetischen Bläsersätzen. Natürlich gab es auch Discofox aus dem Bilderbuch und die obligatorischen zwei gefühligen Balladen inklusive entsprechender Ansagen („Ich lasse euch jetzt in meine Seele schauen“). Aber es gab auch Überraschendes. Wer hätte es der Schweizer Sängerin zugetraut, gemeinsam mit ihrer Band derart loszurocken, dass Guns ‚n‘ Roses, wären sie an diesem Abend zu Gast in Remscheid gewesen, begeistert mitgejammt hätten?

Das Publikum, mehr als 500 Besucher werden es gewesen sein, ging begeistert mit. Den Rockabschnitt beendete Egli wie folgt: „Danke für eure Energie.“ Die Sängerin hielt ihr Versprechen, eine Party abzuliefern, ein. In letzten 30 Minuten ihres Konzertes zog sie alle Register und verwandelte den Schützenplatz scheinbar leicht in eine Partymeile. Da tanzten fast alle Besucher, keiner lag mehr in den Liegestühlen.

Dass die Security an diesem Abend ihren Einsatz hatte, war kurioserweise der Sängerin geschuldet, die es zu gut mit ihren Fans meinte und alle bat, so nah wie möglich zur Bühne zu kommen, was zur Folge hatte, dass den Gästen in den Liegestühlen die freie Sicht auf die Bühne versperrt war. Den Anordnungen der Security wollte ein sichtlich aggressiver und scheinbar alkoholisierter Hardcore-Fan nicht folgen. Er wurde nicht ohne Mühe vom Veranstaltungsgelände entfernt.

Die Egli beendete den offiziellen Teil ihres Programms mit „Verliebt, verlobt, verflixt noch mal“ und „Mein Herz, es brennt“ just zu dem Zeitpunkt, da die Party auf dem Höhepunkt angekommen war. Die 90 Minuten waren den Fans noch nicht genug, und sie erbaten lautstark und enthusiastisch eine Zugabe. Die gab ihnen die Sängerin in Gestalt eines im Latino-Gewand daherkommenden Popschlagers. Außerdem sang sie noch einmal „Volles Risiko“, ein Lied, das sie in der Mitte des Konzertes schon einmal gesungen hatte, das als Stimmungsaufheller aber immer zu funktionieren scheint. Zu weiteren Zugaben war bei Band und Sängerin keine Kraft mehr vorhanden.

Hintergrund

Im diesjährigen Eventgarten fanden an elf Abenden neun Konzerte statt, zwei mussten abgesagt werden. Mit Michael Schulte und Max Mutzke gab es zwei anspruchsvolle Songwriter, Sasha gab den Pop-König, Tom Gaebel brachte Big-Band-Jazz mit, mit Culcha Cundela feierten rund 1000 Fans.

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