Dachbegrünung oder Solar - oder beides?

Eisernstein: Was Interessenten über Vermarktung und Vorgaben wissen müssen

Ein Solargründach verbindet die ökologischen Vorzüge zweier Systeme, die Begrünung nutzt dem Mikroklima, die Photovoltaikanlage erzeugt Strom.
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Ein Solargründach verbindet die ökologischen Vorzüge zweier Systeme, die Begrünung nutzt dem Mikroklima, die Photovoltaikanlage erzeugt Strom.

Termin für die Vermarktung der 17 Grundstücke des Neubaugebiets auf dem ehemaligen Grundstück der Grundschule Eisernstein in Lüttringhausen rückt näher. Baugebiet soll ökologisch hohen Ansprüchen genügen. Tipps der Verbraucherzentrale.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Erwartet wird, dass sich weit über 100 Interessenten bewerben. Wer den Zuschlag erhält, bekommt nicht nur ein Grundstück im Erbbaurecht, sondern auch einen strikten Forderungskatalog an die Hand. Denn die neue Siedlung soll hohen ökologischen Ansprüchen genügen.

Das Interesse ist enorm. Rund 150 Kandidaten haben ihr grundsätzliches Interesse bekundet (Kontaktdaten unten im Text). Ob sie tatsächlich in den großen Lostopf wandern, aus dem am Ende die 17 Glücklichen gezogen werden, die tatsächlich ein Grundstück ergattern, wird sich in der nächsten Zeit erweisen. Denn: Im Falle eines Zuschlags müssen strenge Kriterien erfüllt werden. Anfang Oktober soll die konkrete Vermarktung beginnen.

Im Gespräch sind unter anderem ein Verbot von Steingärten, alternative Energien und begrünte Dächer. Wobei gerade die letzten beiden Punkte auf den ersten Blick einen Widerspruch ergeben: Ist ein Dach begrünt, taugt es zwar als Hitzeschutz und trägt zur Artenvielfalt bei, fällt aber unter Umständen als Fläche für Solaranlagen weg.

Verbraucherzentrale: Dachbegrünung oder Solar - oder beides?

Das muss aber gar nicht sein, betont Lydia Schwertner, Leiterin der Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW, und verweist auf das Solargründach, eine Kombination aus beidem. „Wer die kahle Fläche auf seinem Dach nutzen möchte, findet in einem Solargründach vieles gepaart“, sagt Schwertner. „Dabei sind die PV-Module in der Dachbegrünung verankert und profitieren in ihrer Leistung sogar von deren Kühlungseffekt.“

Anders als auf ziegelgedeckten Schrägdächern würden die Solar-Module auf dem begrünten Flachdach keine Verschraubung in der Dachkonstruktion benötigen. Stattdessen würden sie fest mir den Basisplatten verbunden, die dann mit dem Pflanzsubstrat beschwert würden. „Wie hoch beziehungsweise schwer die Substratschicht sein muss, hängt davon ab, wie viel Wind auf die Module einwirkt.“

Die Solarmodule auf dem Gründach stehen etwas erhöht auf Ständern, um einen Abstand zur Begrünung zu gewährleisten. „Das hat den Zweck, Licht und Wasser an die darunter liegenden Pflanzen gelangen zu lassen und gleichzeitig eine Verschattung durch diese zu vermeiden“, so Schwertner. Die PV-Elemente werden bei der Ausrichtung nach Süden hintereinander in Reihen aufgestellt, bei Ost-West-Ausrichtung schmetterlingsförmig zueinander. „Dabei ist es wichtig, zwischen den Reihen ausreichend Platz zu lassen, um die Dachbegrünung pflegen und die Module warten zu können.“ Bei der Auswahl der Pflanzen sollte man darauf achten, dass diese trockenheits- und hitzeverträglich sind und nicht höher als bis zur Unterkante der Module wachsen, damit sie keinen unerwünschten Schatten erzeugen.

Zu beachten sei allerdings die Statik des Daches, betont die Verbraucherschützerin: Bei Dachbegrünungen rechne man mit 80 bis 180 Kilogramm je Quadratmeter im nassen Zustand, bei der Kombination mit Solartechnik erhöhe sich dies um etwa 25 Kilo pro Quadratmeter. „Wer die Tragfähigkeit seines Daches nicht kennt, sollte daher bei der Planung des Solargründachs einen Statiker zurate ziehen.“

Grünes Haus

Die Verbraucherzentrale NRW hat ein eigenes Internetportal zum Thema begrünte Häuser und Grundstücke erstellt, hier gibt es unter anderem Tipps zur Dach- und Fassadenbegrünung. www.mehrgruenamhaus.de

Baugebiet Eisernstein: Liste für Interessierte

Die Vermarktung der Erbpacht-Grundstücke hat noch nicht begonnen. Vorerst können sich weitere Interessenten dafür vormerken lassen. Eine E-Mail genügt: liegenschaften@remscheid.de

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