Baustelle in Bergisch Born

B 51: Radfahrer fühlen sich an den Rand gedrängt

Radfahrer müssen in Bergisch Born absteigen. Foto: Roland Keusch
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Radfahrer müssen in Bergisch Born absteigen.

Wer momentan durch Bergisch Born fährt, muss Geduld mitbringen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die Fahrbahn der B 51 wird aufwendig erneuert. Der Verkehr wird in einem zweiten Bauabschnitt auf 650 Metern zwischen der Raiffeisenstraße bis zum Ortsausgang in Richtung Lennep einspurig mit einer Baustellenampel geregelt. Das zwingt nicht nur Autofahrer, mehr Zeit einzuplanen. Auch die Fahrradfahrer sind betroffen. Und dies verärgert den hiesigen ADFC.

Die Interessenvereinigung der Radfahrer stößt sich an der Beschilderung, die Radfahrer zwingt, aus dem Sattel zu steigen und den Gehweg zu benutzen. Der Remscheider ADFC-Aktivist Andreas Roeschies hat gegen die Beschilderung eine Fachaufsichtsbeschwerde bei der Bezirksregierung in Düsseldorf eingelegt. Roeschies argumentiert mit Paragraf 45, Absatz 9 der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Darin geht es um die Anordnung von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen, für die besondere Umstände zwingend erforderlich sind. „Dabei dürfen Gefahrzeichen nur dort angeordnet werden, wo es für die Sicherheit des Verkehrs erforderlich ist, weil auch ein aufmerksamer Verkehrsteilnehmer die Gefahr nicht oder nicht rechtzeitig erkennen kann und auch nicht mit ihr rechnen muss“, heißt es in der StVO. Roeschies verneint die erhebliche Gefahrenlage und möchte Radfahrer in der einspurigen Verkehrsführung gleichberechtigt sehen. „Stattdessen werden wir an den Rand gedrängt und der Kraftverkehr bevorzugt“, mutmaßt Roeschies. Offensichtlich geschehe dies, so der ADFCler, um die Schaltzeiten der Ampeln in der Baustelle zu verkürzen.

Beim Ordnungsamt setzt sich Andreas Roeschies öfters mit Nachdruck für die Radfahrer ein. Auch diese Beschwerde hatte Amtsleiter Jürgen Beckmann auf dem Tisch. Der Sachverhalt wird in seinem Fachdienst geprüft. Beckmann nennt die Entscheidung, die Radfahrer zum Schieben zwingt, einen Abwägungsprozess. Beckmann bestätigt, dass Roeschies grundsätzlich mit der Interpretation des Paragrafen nicht verkehrt liegt, vollzieht aber die Vehemenz, mit der an der Stelle auf das Rad-Recht gepocht wird, nicht nach: Denn fast parallel zur B 51 gibt es für Radfahrer eine Alternative. „Warum soll ich die viel befahrene Bundesstraße benutzen, wenn ich auf der Balkantrasse in Ruhe in die Pedale treten kann“, meint Beckmann. Freilich ist die Anbindung zur Trasse für Radfahrer ungünstig.

Ein Abschnitt der Fahrbahnsanierung ist bald fertig. Beckmann kündigt an, dass man bei den weiteren Bauabschnitten prüfen werde, ob die Radfahrer in den rollenden Verkehr eingebunden werden können. Ebenso müsste überlegt werden, ob sich auf der B 51 die Trassenzufahrt großräumig ausschildern lasse.

Bei einem Verkehrsunfall an der August-Mittelsten-Scheid-Straße (L284) in Wipperfürth hatte sich ein 43-jähriger Fahrradfahrer aus Remscheid schwere Verletzungen zugezogen.

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